Bucium und die Detunatele

Der Blick gen Westen gerichtet, über vulkanische, bewaldete Kuppen, erkennt man in der Ferne das Vulcan-Massiv (links der Bildmitte). Ein typisches Bild für das Metaliferi-Gebirge im Süden des Apusener-Berglandes. Das aber, was sich an diesem Ausssichtspunkt unmittelbar hinter mir befindet und steil in Höhe ragt, lockt seit langer Zeit schon viele Besucher an. Im April des Jahre 2006 fanden sich nun auch der Günter Joos und meine Wenigkeit hier ein auf einen Kurzbesuch. Unser Ziel war die Basaltkuppe Detunata Goala. Laut einigen Informationen ragen hier die Basaltsäulen 110 Meter in die Höhe.

Ausgangspunkt für eine Wanderung hinauf zu den Detunatele-Kuppen (1254 m) ist der Ort Bucium. Die Anreise erfolgt über Nationalstrasse -74-. Von Alba Iulia kommend, führt die Strasse über Zlatna, den Pasul Bucium (915 m) bis zum Dorf Cerbu, ca. 6 km südöstlich von Abrud gelegen (siehe Karte). Hinter Cerbu zweigt eine von Schlaglöchern durchsetzte Landstrasse nach rechts ab. Nach 7 km erreicht man die Gemeinde Bucium. Der Ursprung des Ortsnamens weisst übrigens auf eine uralte Form des Alphorns hin.

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Bucium

Das Zentrum des Ortes ist klein. Hier befinden sich die Gemeindeverwaltung, die Kirche, ein Magazin Mixt und natürlich die Dorfgaststätte (rechts im Bild). Das Holzhaus beherbergt aber nicht nur eine Gaststätte. Hier gibt es auch die Pension "Carmen" -> Familie Nicola (insgesamt 8 Zimmer und 16 Plätze), Telefon: 0258-784158. Kurz vor der Kirche befindet sich linksseits der Strasse ein Friedhof. Hier geht man durch den Friedhof und folgt einem steil aufsteigenden Pfad. Der sich weiter oben anschliessende Weg folgt weiter dem aufsteigenden Bergkamm - direkt bis zur Basaltkuppe "Detunata Goala".

Die zwei Basaltkuppen ...

Detunata Goala (1169 m / links im Bild) und Detunata Flocoasa (1205 m / rechts im Bild). Die Detunata Goala ist insofern interessanter, weil diese eine Steilwand hat, an der die Basalte besonders schön zu Tage treten. Auf langer Strecke des Anmarsches sieht man die beiden Kuppen. Aber kurz vor Erreichen dieser ist die Sicht vom Fichtenwald versperrt. Von dem aufsteigenden Forstweg zweigt ein Pfad nach links ab. Eine alte Markierung weist auf die Detunata Goala hin. Man umgeht diese linksseits und gelangt so an ein riesiges Geröllfeld, das aus gebrochenen Basalt besteht. ... Die beiden Basaltkuppen sind Überbleibsel von Vulkanschloten, was der härteren und verwitterungsfesteren Eigenschaft des Basaltes zu verdanken ist.

Das Geröllfeld ...

zu übersteigen, kostet einen ungeübten Wanderer durchaus einige Mühe! Wenn das Gestein zudem noch nass ist, sollte man grosse Vorsicht walten lassen, oder gar das Geröllfeld linksseits vollständig umgehen. Über diese Umgehung gelangt man an einen steil aufsteigenden Fusspfad, der bis auf den gratigen Kamm der Detunata Goala führt.

Dieser westliche Abschnitt ...

der Steilwand besteht aus steil aufragenden Basaltsäulen. Weiter links (siehe oberes Bild) verändert sich die Verlaufsstruktur der Basalte, die hier in einem Winkel von ca. 80 Grad an der steilen Wand auslaufen. Der gratige Kamm des Gipfels ist von diesem Verlauf der Basalte geprägt.

Etwas zur Theorie:

Der Kieselsäuregehalt der Basalte liegt unter 52%. Das Gestein enthält Minerale wie Olivin, Pyroxen, Feldspate u.a.. Basalte sind kurz gefasst, an der Erdoberfläche erstarrte Laven, hingegen man tiefer in der Erdkruste erstarrende Lava als Gabbro bezeichnet. Der Verlauf der Basaltsäulen orientiert sich zur Abkühlungsfläche hin. Die hiesigen Basalte sind von eher grauer Färbung, was auf jüngere, pleistozäne Basalte mit feinkörnigerer Struktur schliessen lässt. Basalte können sich nur bei dünnflüssiger, gasarmer Lava bilden.

Der gratige Kamm ...

der Detunata Goala bietet schöne Weitblicke über das Metaliferi-Gebirge. Rechts des sich im Hintergrund erhebenden Bergkammes befindet sich bereits das Bergabbaugebiet der "Cariera Rosia Poieni". Dazu aber in Kürze mehr! ... Die Basalte von Detunata Goala haben in der Regel eine viereckige Struktur. In vielen anderen Regionen findet man auch sechseckige Basalte vor. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es zu verzögerten Abkühlungsprozessen kommt.

Günter Joos ...

auf dem gratigen Kamm der Detunata Goala. Die Detunata Flocoasa hat nicht solch senkrechte Abhänge. Dort ist der Zerfall der Basalte zu allen Seiten hin erfolgt, woraufhin eine eher abgerundete Bergkuppe entstand.

Abendlicher Abstieg ...

nach Bucium. Für den Aufstieg benötigten wir etwas über eine Stunde. Allerdings stiegen wir recht forsch bergan und so ist eine Anmarschzeit zur Detunata Goala von eineinhalb bis zwei Stunden eine eher zu gebrauchende Angabe.

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Fotos: Wilhelm Scherz

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