Comuna Baita


Gepflegte Traditionen und auf den Spuren des frühen Gold.- und Silberbergbaus


Oberes Bild: Ausblicke bei Crucea lui Bobora, von den westlichen Höhen der Cheile Craciunesti auf  das ausladende Becken von Baita. Im nördlichen Abschnitt ist das Becken zudem durchsetzt von zahlreichen abgerundeten Vulkankuppen in Folge der Erosion. In der Bildmitte sehen wir die kleine Landstrasse, welche von Craciunest her durch die Enge der Cheile Craciunesti nach Baita führt. Alle Wässer, welche sich innerhalb des Beckens sammeln, fliessen hier über den Caianu-Bach nach Süden hin ab. Oberhalb der Bildmitte erkennt man den Ort Baita. Linksseits von Baita schliessen sich die Ortschaften Cainelu de Sus und Ormindea an,  rechtsseits von Baita befinden sich die Ortschaften Saliste, Trestia und weiter nördlich der Ort Hartagani ... alles Ortbezeichnungen, die mit einer langen Tradition im Gold.- und Silberbergbau verbunden sind. Hinter der Gebirgskette im Bildhintergrund links der Bildmitte befinden sich die bedeutenden Goldbergbaugebiete von Ruda-Brad, Gura Barza, Valea Morii und der Valea Arsului. Hinter Hartagani führen unbefestigte Pfade hinüber nach Sesuri, zur Comuna Bucuresci. Ganz rechts im Bildhintergrund erhebt sich der prägnante Gipfel des Vf. Setrasu (1080 m).

 Von Deva oder von Arad her kommend, verlässt man die -7- (E 68) bei Mintia / Soimus und fährt auf der -76- (E 79) weiter in Richtung Brad. Hat man die grosse Brücke über den Mures-Fluss überquert, dann  zweigt man nach einem kurzen Stück des Wegs nach Bejan rechts ab. Nach ca. 15 km erreicht man über diese Landstrasse das Ortszentrum der Gemeinde Baita (siehe Karte:
Muntii Apuseni). Von Brad her in Richtung Deva fahrend, zweigt man kurz nach dem Abzweig nach Delau Mare (rechtsseits) noch vor Valisosara links ab in Richtung Pestera - Ormindea und gelangt so über eine bergige und kurvenreiche Landstrasse durch malerische Landschaften nach Baita.





Bruchstück versteinerter Meereskorallen

... in der Cheile Craciunesti. In dem Beitrag "Das siebenbürgische Erzgebirge" von Prof. H. Wachner (Geographische Zeitschrift / Leipzig / 1910) lesen wir in Bezug auf die zwei ersten Bilder dieser Seite folgendes: "Das ruhige Walten der Naturkräfte während Jura, Kreide und Alttertiär wird im Miocän unterbrochen von äußerst stürmischer vulkanischer Tätigkeit, durch welche die gegenwärtig herrschenden Oberflächenformen geschaffen werden. Zahlreiche Dacit- und Andesit-, stellenweise auch Liparitkegel türmen sich auf dem flachen Rücken der Karpatensandsteine in der Osthälfte des Erzgebirges auf. Großartiger aber sind die Ausbrüche, die im mittleren Teil des Gebietes auf einer von SO nach NW verlaufenden Linie einen Bergzug aufbauen, der vom Marosch (Mures) bis zur weißen Körös (Crisul Alb) reicht, das Csetrásgebirge ... Die Hauptbruchspalte verläuft nicht ganz geradlinig, sondern zieht erst nach NNW, dann nach WNW. Auch auf quer zur Hauptspalte gerichteten Nebenspalten fanden zahlreiche Eruptionen statt und bauten so wie die Eruptionen der Hauptlinie schön geformte, steil aufragende Kegelberge auf. Vor Eruptionen der Andesite und Dacite war die Gegend des Csetrásgebirges wahrscheinlich ein Meeresarm, der vom jetzigen Maroschtal bis in die Gegend  von Großwardein (Oradea) an der schnellen Kreisch (Crisul Repede) verlief und die siebenbürgische Bucht mit dem Meer der ungarischen Tiefebene verband. Ein Rest dieser alten Bodensenkung ist das Becken von Boicza (Baita), eine der vielseitigsten und schönsten Landschaften des Erzgebirges. Im Süden lehnt sich das Senkungsfeld der Klippenkalke, die von der Entwässerungsrinne des Beckens in enger Felsenschlucht (Cheile Craciunesti) durchbrochen werden und an denen typische Karsterscheinungen (Höhlen, Dolinen), wenn auch zwar nur in kleinem Maßstabe, auftreten. ..." ... Soviel vorerst zur Geologie dieses Gebietes.



Die interessantesten Persönlichkeiten

... der Comuna Baita sind aus touristischer und kultureller Sicht diese beiden Herren: Links im Bild Gheorghe Dinis. Er betreut die kleine ethnografische Sammlung in Hartagani, welche in der dortigen Schule untergebracht ist und sich im Aufbau befindet. Zudem ist Herr Dinis Koordinator der Volkstanz.- und Trachtengruppe "Ansamblul Ritmuri Zarandene Hartagani. ... Rechts im Bild sehen wir Herrn Cornel Alexandru. Er ist der staatlich eingesetzte Ranger der "Rezervatia Calcarele din Dealul Magura", zu welcher auch die Cheile Craciunesti gehört. Er ist ein aussergewöhnlicher Kenner der hiesigen Flora und Fauna, der Kulturdenkmäler, sowie der Historie der Bergbaugeschichte des Ortes. 


Ansamblul Ritmuri Zarandene Hartagani

Diese Folkloregruppe von Hartagani hat es sich zum Ziel gesetzt, die alten Tänze und historischen Trachten der "Nachwelt" zu erhalten. Gegründet wurde die Gruppe im Jahr 1968 von Viorel Demian und seiner Frau Maria Demian. 

Weitere Infos zur Volkstanzgruppe findet man hier:

http://www.ritmuri-zarandene.ro/


Das kleine ethnografische Museum

... im Schulgebäude des Dorfes Hartagani. Wer dem Museum einen Besuch abstatten möchte, der kontaktiere Herrn 

Gheorghe Dinis / Hartagani - Baita

Mobil: 0732 900063

Tel.: 0254 265086


Cununa graului

... Dieses Ausstellungsstück zeigt eine wunderschön gebundene Kornährenfigur, wie sie in einer rumänischen Form des "Erntedankfestes" noch heute verwendet wird. 


Im Zentrum 

... von Baita. Hier befindet sich die Gemeindeverwaltung, Polizeistation, ein medizinischer Stützpunkt, einige Geschäfte und Kaffeebars, sowie die Busstation. Zur Gemeinde Baita zählen die Ortschaften Barbura, Cainelul de Sus, Craciunesti, Fizes, Hartagani, Lunca, Ormindea, Saliste und Trestia. Das Areal der Gemeinde Baita erstreckt sich über 11140 ha. 

Baita findet erstmals im Jahr 1427 unter dem Namen Pernseyfen Erwähnung und gilt seit dieser Zeit als privilegierter Bergbauort. Die stadtartige Siedlung (Marktflecken) hatte in den Jahren 1444 zwei verschiedene Namen: "Kysbanyah alio nomine Medwepataka" (Kijsbanya alio nomine Medwepataka). 1525 erscheint "Kysbanyah" im Grundbesitz der Burg Siria zugehörig. ... 

Das sich direkt an Baita anschliessende Dorf Cainelul de Sus ist die älteste dokumentierte Ansiedlung der heutigen Comuna Baita. Im Jahr 1330 findet der Ort unter dem Namen "Kayanthw" (auch "Kayantheu" oder "Kayanfew") Erwähnung. 1439 "Kayany"; 1499 "Kayanthew"; 1506 "Kayanwelgye". 1525 "Keynelesth" - ebenfalls zum Grossgrundbesitz der Burg Siria gehörig.


Aufstieg

... nahe Manastirea Baita. Auf dieser Wanderung entlang der nördlichen Abhänge der Magura Baita (662 m) über Ghergheleu bis hinüber zu den nördlichen Abhängen von Dealu Mialu interessieren uns die ältesten Spuren des ehemaligen Goldbergbaus, welche bis auf die Römerzeit zurückreichen. ... 


Blick aus Süd

... auf Baita und das sich direkt anschliessende Dorf Cainelu de Sus. In dem Buch "Siebenbürgen in Wort und Bild" (Wien 1902) lesen wir kurz und knapp über Baita: "In Boicza besehe man die auf kalifornische Art eingerichteten Pochwerke der 'Ersten siebenbürgischen Goldminengesellschaft' des Comitats, der außer Boicza noch die Goldminen von Treßtia, Herczegény, Kajánel, Ormingyia und Pesthere umfaßt. ..." ... Bereits in den Jahren 1893 und 1895 installierte die 'Erste siebenbürgische Goldminengesellschaft' in Baita zwei Dampfmaschinen, welche von der Sächsischen Maschinenfabrik in Chemnitz gefertigt wurden. ... 


Hier könnte es gewesen sein!

Nahe der nördlichen Abhänge der Magura Baita befindet sich ein Terrain, das mitunter ein leicht strukturiertes Bodenrelief aufweist. Hier, so wird vermutet, könnte sich die erste römische Bergbausiedlung von Baita befunden haben. Und es könnte auch der Ort sein, von dem jene Sage berichtet, wie einst das Gold von Baita entdeckt wurde. In dem Buch "Die Dioskuren" (Wien 1876) lesen wir dazu folgendes: "Es gibt keine Erzader, keine gähnende Kluft, keine größere Mauer, keine alte Kirche, die nicht ihre Sage, ihre Legende hätte. ... Wenn man von Deva nach Sólymos durch das Kájan-Thal reist, gelangt man zu dem Markt Boicza, wo eines der ältesten, schon durch die Römer ausgebeuteten Bergwerke Siebenbürgens sich befindet. Aus dem daselbst gewonnenen Metall wurden in Zalathna (Zlatna) , Auraria Parva, römische Münzen geschlagen. Dieses Bergwerk nun ist, wie die Sage kündet, auf folgende Art entdeckt worden. Drei betrunkene Männer, die sich im Walde verirrt hatten, übernachteten auf einem Berge bei Boicza, und da träumten alle drei einen und denselben Traum. Das Innere des Berges erschloß sich vor ihren Blicken; lange Erzadern, von Gold und Silber strahlend, liefen nach allen Seiten hin, und so blendend, daß die Augen der Träumenden den Glanz nicht aushalten konnten. Als sie erwachten, theilten sie sich gegenseitig ihre Träume mit, und erfuhren staunend, daß sie alle das selbe gesehen haben. Unter der Bedingung, daß ihnen ein Lohn zugesichert werde, setzten sie die städtische Behörde von ihrem Traum in Kenntniß, und diese entdeckte, indem sie den Berg untersuchen ließ, die ersten Spuren des heute noch cultivierten Bergwerks. ..."


Und ganz in der Nähe

... stösst man auf eine erste römische Mine. 


Das klare Gangprofil 

... führt ca. 25 m in den Berg hinein. 


In der "Lehre von den Erzlagerstätten" von Dr. Richard Beck

... (Berlin / Verlag von Gebrüder Borntraeger / 1903) erfahren wir (Primics zitierend) über dieses Gebiet: 

"... Die Gruben liegen im Gebirgsstocke des Szvregyel, etwa 1 km vom Orte (Boicza) selbst entfernt. Den Kern dieses Berges bildet ein Gestein, das von Primics als Melaphyr aufgefasst, und dessen Entstehung in der Zeit des unteren Trias bis zum oberen Jura verlegt wird. Es sei demnach älter als der an verschiedenen Stellen anscheinend aufgelagerten Kalkstein tithonsichen Alters. Nach anderen wäre das Gestein von viel jüngeren Alter und gehöre in die andesitische Gruppe. Diese ältere Eruptivmasse wird von einem Dacitstock durchbrochen, der besonders im oberen Theile des Berges sich ausbreitet. An seiner Grenze umschliesst er an mehreren Stellen zahlreiche Fragmente des Melaphyres und des tithonischen Kalksteines. Die Golderzgänge setzen vorzugsweise am Contakt der beiden Eruptivgesteine auf, zum Theil auch innerhalb des Melaphyrs. ... Das Gold ist meist in mikroskopisch kleinen Körnchen, nur in den reichsten Gangmitteln dem blossen Auge sichtbar, eingesprengt. Mitunter ist es an den Schwefelkies, seltener an die Zinkblende gebunden. ... Wie aus veschiedenen archäologischen Funden zu schliessen ist, wurde schon zur Römerzeit bei Boicza Bergbau betrieben. Um das Jahr 1444 war er wiederum in Aufnahme gekommen. Im Jahre 1884 begann der moderne Betrieb, dessen Production sich im Jahre 1898 auf 212436 kg Feingold und 171700 kg Feinsilber bezifferte."


Ein weiterer Zugang

... führt in eine kleine Galerie, welche zu Zeiten Österreich-Ungarn angelegt wurde. ... Im Montan-Handbuch des Österreichischen Kaiserthums für 1857 finden wir folgende Bergbauunternehmen im Raum Baita aufgelistet: "... - 'Barbara' ... Bevollm. Niklas Lupas. ... - 'Fünf-Prinzen' ... Bevollm. Josef Gábor. ... - 'Indrej (Andreas)' ... Bevollm. Lazar Gábor ... - 'Johann Nep.' ... Bevollm. Johann Likkert ... - 'Ladislaus' ... des Alexander Muntyan. ... - 'Maria' ... Bevollm. Lazar Petko. 6 Arbeiter ... - 'Michael' ... Bevollm. Franz Gruber ... - 'Niklas (Alt-) ... Bevollm. Georg Szántai. 3 Arbeiter ... - 'Niklas (Neu-) ... Bevollm. Peter Gross ... - 'Venceslaus (Wenzel) ... Bevollm. Karl Kolbany. 2 Arbeiter ... Zu den Boiczaer Grubenw. gehören noch die, in der Gem. Krecsunest am Bache Kájan im Besitze einzelner Gewerken befindlichen 3 Pochw. mit 21 Schiessern. Bruderladen bestehen, und zwar unter der Verwaltung der Nagyáger ärar. gew. Bruderlade: a) Die frühere Boicza-Körösbányer Bruderlade mit 190 Kontribuenten und einem Vermögensstande von 3.810 fl. ... b) Die Boiczaer ärar. privatgew. Bruderlade mit 86 Kontribuenten und einem Vermögensstande vo 2.425 fl. "


Im Innern

... der Galerie aus der Zeit Österreich-Ungarns, sieht man den groben Verhau an den Wänden. Das grössere Bruchgestein, welches aussen am Berghang vor der kleinen Mine liegt, ist von handtellergrossen Bruchstücken geprägt und zeugt davon, dass zu dieser Zeit das Gestein mit Sprengungen herausgelöst wurde. Ganz im Gegensatz zu den römischen Minen, wo die mitunter sichtbaren Halden viel kleinstückiger sind (ca. 0,5 - 3 cm) - also nur durch Hammer und Meißel abgetragen wurden. In diesen Waldlagen sind mitunter ganze Abschnitte der Berghänge vom Geröll überlagert. 


Oudemansiella mucida

... der Buchen-Schleimrübling macht mit seinem weissen Pilzfleisch im Gegenlicht eine gute Figur! Er kommt häufig - wie auch in diesem Falle - in Buchenwäldern vor. 


Armillaria mellea

... Honiggelber Hallimasch.


Steinernes Kreuz

... mitten im Wald bei Dealu Mialu. Auf dem Kreuz findet man die Jahreszahl "1861".


Ein Portal und zwei Minen!

Das Portal befindet sich an den Nordhängen von Dealu Mialu nahe Trestia

...


Zum Größenvergleich

... steht Herr Alexandru im Eingangsportal. Geradezu gelangt man in die "Galeria romane" und linksseits zweigt ein breiterer Zugang in die "Galeria austriaca" ab. Beide Zugänge sind aber auf mehrere Meter mit Gesteinsschutt verschlossen und wurden nur im oberen Deckenbereich wenige Zentimeter offen gelassen. Wer von schlanker Natur ist, der kann den schmalen Spalt zwischen der Gesteinsdecke und dem Schotter über ca. 3 m in den römischen Stollen hineinkriechen.

...


In den Stollenabschnittten 

... welche zu Zeiten der Römer angelegt wurden, wurde auch in nachfolgender Zeit immer wieder gearbeitet. 


Etwas tiefer 

... gelangt man an einen Platz, an dem noch Handwerkszeug illegal betriebenen Bergbaus aus den 60er oder 70er Jahren liegt, darunter auch zwei Karbidlampen. Wahrscheinlich endeten die Arbeiten, nachdem die Grubeneingänge verfüllt wurden. 


Der Waschplatz

... Das abgebaute Erz wurde an Ort und Stelle zerkleinert und an diesem Platz ausgewaschen, um das Berggold zu gewinnen. 


Die hier abgelagerten Sedimente

... des Waschplatzes kann man noch in dieser sich fortsetzenden Galerie erkennen. 


Mitunter

... findet man hier noch schöne alte Gangprofile aus römischer Zeit. 


Ein schmaler Zugang

... ebenfalls bei Dealu Mialu (Maalu) gelegen, führt in eine weitere Mine aus römischer Zeit

...


In den mitunter

    ... instabilen Gesteinsabschnitten sind die Gangprofile eher unförmig ausgeschlagen

...   

 ... und erst im hinteren Abschnitt ...

    ... zeigt sich wieder das klare Gangprofil wie man es auch aus dem Goldbergwerksmuseum Alburnus Maior in Rosia Montana kennt. Nur mit dem Unterschied, dass dieser Stollen kein Museum ist :-) !!!

In dem Buch Silber und Salz in Siebenbürgen (Band X - Teil 1 und 2 / Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums Bochum / ISBN 10: 3-937203-47-8 / ISBN 13: 978-3-937203-47-8) ... lesen wir in einem Beitrag von Volker Wollmann: "Als weiteres Indiz für eine frühe, zumindest römerzeitliche Nutzung der Golderzlagerstätten dient die Legende einer Grubenkarte (heute in Baitaer Privatbesitz), in der es heißt: " ... über die westliche Partie des Trestianer Bergwerkes am Nordabhange des Maalu" finden wir folgenden Hinweis: 'Der Ausgangspunkt der trigonometrischen Berechnung, zugleich Axpunkt des Coordinaten Systemes des Grundrisses ist der Schraubenpunkt 0 in der Kappe des Mundlochtürstockes des Römerstollens. Die Nordsüd-Linie repräsentiert den magnetischen Ort-Meridian vom 10. November 1881' " ... Der Ausgangs-Horizont für die beiden Vertical-Risse ist die Sohle des Römerstollens bei dessen Mundloche 0 ..."

Zudem

    ... gibt es hier die typischen kleinen Vorsprünge, auf denen zu römischer Zeit die kleinen Öllampen abgestellt wurden, um dem Bergmann das nötige Licht zu spenden.

Beim abendlichen Abstieg

    ... nach Trestia bietet sich ein wunderschöner Blick auf den 1080 m hohen Vf. Setrasu.

Trestia

    Erstmalige Erwähnung findet Trestia im Jahre 1439 unter dem Ortsnamen Trestyefalva ... später Terchye (1441), Tresthe (1464), Tretzhe (1525), Trestye (1733), sowie ab dem Jahr 1854 Trestia. In der Auraria Romano-Dacica escheint die heutige Ortsbezeichnung "Trestia"  bereits im Jahr 1700. Zu welcher Zeit Trestia die deutsche Bezeichnung "Rohrbach" hatte, kann an dieser Stelle nicht belegt werden. Zu Zeiten des Mittelalters war der Ort schlicht ein "juristisch" und "besitztümliches" Areal mehrerer verstreut liegender Höfe und Hütten. 

Blick über Trestia

    ... auf den zerbrochenen Vulkankegel des Bulzul Hartagani (708 m). Dahinter befindet sich das Tal des Paraul Carpeni, von wo aus eine Besteigung querfeldein möglich ist.

Biserica ortodoxa Trestia

    Die Kirche befindet sich auf einen felsigen Hügel im Zentrum des Ortes. 

Die Kirche

    ... zählt mit zu den ältesten Kirchen der Gemeinde Baita. Über dem schmuckvoll ausgemalten Chor sind mehrere Jahreszahlen hinterlegt. Sie geben die Erbauung der Kirche für das Jahr 1674 an, sowie stetige Restaurierungs.- und Umbauarbeiten in den Jahren 1879, 1903, 1931, 1994. Die Kirche hat den Status als historisches Monument und ist registriert unter HD-03 469-mA.

Die Eingangshalle

    ... der Kirche befindet sich unter dem Glockenturm. Die Wände sind vollständig mit einem seltenen Stil religiöser Motive schmuckvoll ausgemalt. Links im Bild eine Darstellung von Adam und Eva. Die Malerei im Pronaos stammt aus dem Jahr 1765.

Auch der Naos

    ... ist mit schmuckvoller Wandmalerei versehen. Die alte aus Holz gestaltete Ikonostase im Brancoveanu-Stil hat seltsame Aussenmaße und es scheint, als würde sie einst im heutigen Bereich des Chores gestanden haben, was aber vom Pfarrer der Kirche nicht bestätigt wurde. Im unteren Bereich des Bildes hält der Erzengel Michael die Waage und entscheidet für die irdischen Seelen über das spätere "Dasein" für die gerechten Gläubigen (Cetatea dreptilor) und die Sünder (Cetatea pacatosilor). An der Decke im Naos finden die Apostel zusammen mit Jesus ihren Platz. Die Innenbemalung stammt zu einem großen Teil aus der ersten  Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Aussichten

    ...  vom Vulkankegel des 708 m hohen Bulzul Hartagani. Von hier oben hat man ein wunderschönes 360°-Panorama. Der Blick in südlicher Richtung reicht hinweg über das Becken von Baita. Im Hintergrund erkennt man die Cheile Craciunesti. Rechts der Schlucht erkennt man die abgeflachte Kuppe des heute noch in Betrieb befindlichen Kalksteinbruchs. Links der Schlucht erhebt sich der Kalkrücken der Magura Baita (662 m), welcher sich südlich unmittelbar der "Szvregyel-Berg" anschliesst, wo bereits zu Zeiten der Römer der Goldbergbau betrieben wurde. 

Obwohl kein Wanderweg auf die steile Kuppe des Bulzul Hartagani führt, befindet sich neben dem grossen Metallkreuz auch eine Sitzbank. Ein wunderschöner Ort zum Verweilen!!! Für einen Aufstieg vom Paraul Carpeni, bei den letzten Bauernhöfen des Tales, benötigt man ca. 1 Stunde. 

Durch´s Tele geschaut ...

Dabei blicken wir noch einmal zurück in die frühere Zeit, in welcher Herr Ignaz von Born in dem Buch "Briefe über Mineralogische Gegenstände ..." (Frankfurt und Leipzig 1774) am 19. Juli 1770 folgendes zu berichten hat: "... Abends erreichte ich Boicza. Die hiesigen Gebirge hängen mit denen, welche sich bey meinem Eintritt in Siebenbürgen, dieß= und jenseits des Maros theilten, zusammen. Sie bestehen alle von hier bis Deva, aus dem Saxo metallifero, welches mit Kalkstein, Schiefer oder Sand überdeckt ist. ... Die königliche Grube wird in einer Abänderung von Saxo metallifero, welches sich von der gewöhnlichen Art dieses Steines, durch eingestreute große Feldspathstücke unterscheidet, gebauet. Der obere oder Anna Stolln wurde in Kalkstein getrieben, welcher auf der erstbeschriebenen Steinart aufsitzt und oft ganze Thäler überdeckt. Der tiefere Stolln aber gehet Anfangs bis zur Erreichung der thonichten Gebirgsart in Sandstein fort. Die Klüfte sind ein silber= und goldhaltiger mit Blende gemischter Bleyglanz. Ich habe ein paar solcher Stücke, auf welchen das Gold unmittelbar auf der Blende und auf dem Bleyglanz aufsitzt. ... Die blendichten und bleyischen Erze halten hier gemeiniglich 3 Loth Silber, wovon die Mark 16 Denari Gold hält. Für die Pocherze, welche hier gewonnen werden, errichtet man nun drey Pochwerke auf Schemnitzer Art, welche auf einer Anhöhe über einanader stehen, und wovon das erzeugte Mehl in ein am Fuße des Berges errichtetes Schlemmhaus gebracht, und auf zehn Herden zu Schlich gezogen wird. Aus einen Zentner Pocherz werden acht Pfund Schlich erzeuget, wovon der vordere Schlich sechs, der hintere aber zwey Loth Silber giebt. ... Die nahe Boicza liegenden Gruben ... sind: Goldhaltiger Kieß in einem blaulichten Thon ... von Herzigan (Hartagani). In diesem Ort arbeitet man meistenteils auf alten Zechen. ... Goldischer Kieß in schwarzem Hornstein, von Ginel (Cainelu de Sus) ..."

Ausblicke

    ... vom Bulzul Hartagani in Richtung Südost auf den fernen Vf. Setrasu (1080 m). Dazwischen befinden sich die Hochebenen von Dealul Stirba (562 m) und Dealul Draica (579 m).

Valea Cainelului

    Von hier aus führen mehrere Waldpfade hinüber zum Vf. Cireasata und der Valea Arsului

Galeria austriaca

    Dieser offene Stollen befindet sich unmittelbar neben einem unbefestigten Bergweg über Cainelul de Sus. Ganz in der Nähe befindet sich eine grosse Abraumhalde der ehemaligen Mine "Iosefi".

Ebenfalls

    ... in der oberen Valea Cainelului gelegen, diese verschlammte Galerie mit der alten, und noch gut erhaltenen Stützvermauerung. Womöglich wurde diese Strecke einst direkt für die Entwässerung eines Bergwerkes angelegt. 

Vascellum pratense

    ... Diese eher kleinen und bohnenförmigen Exemplare des Wiesen-Stäublings sind schön anzusehen. 

Grosser Hauptstollen

    ... bei Draica. In dem Beitrag "Die Geschichte des Bergbaus,in der Gemeinde Baita" von Cornel Nicolae Nicsa (Silber und Salz in Siebenbürgen / Rainer Slotta, Volker Wollmann, Ion Dordea / Band X - Teil 1 und 2 / Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums Bochum / ISBN 10: 3-937203-47-8 / ISBN 13: 978-3-937203-47-8) lesen wir über die Draica-Bergwerke: "Die Grube Draica liegt in einem Dazit-Massiv und weist Blei-Silber-Mineralisation mit Goldgehalten ... auf. ... Wann der Bergbau hier eingesetzt hat, ist an Mangel von Spuren ungewiss, doch sind Anfänge im Altertum nicht ausgeschlossen. Nach den Vortriebsspuren an den Stollenstößen zu urteilen, kann die im oberen Teil der Lagerstätte gelegene Anna-Strecke römerzeitlichen Bergleuten zugeschrieben werden. ... Im 18. Jahrhundert waren die Gruben von Draica als die reichhaltigsten Sibergergwerke innerhalb des Erzgebirges bekannt ...". 

Weiter lesen wir in dem Beitrag von Cornel Niclae Nicsa:

    ... "Die Entstehung der edelmetallhaltigen Erze ist verbunden mit den Daziteruptionen, die im Melaphyr-Komplex  und im kalkhaltigen Massiv auftreten. Das Erzgangnetz ist ausgedehnt und bildet ein in Richtung NW-SW und Neigung nach NO parallel verlaufendes Gangsystem. Das Ganggestein besteht aus Quarz, Calcit, Schwerspat, Ankerit und Fragmenten des umgebenden Gesteins. Als metallische Bestsandteile treten vor allem Blende, Pyrit, Arsenopyrit, Marcasit, Pyrargyrit, Proustit, freies Silber und Gold auf." ***

Holzkirche in Pestera

    Die Biserica "Sf. Nicolae" stammt vermutlich aus dem Jahr 1829. Im Innern ist die Kirche schmucklos. Der Aussenputz stammt aus dem Jahr 1969. Das kleine Dorf Pestera hat heute 106 Einwohner. Der Ort findet erstmals im Jahr 1534 unter dem Namen "Pesthere" Erwähnung. Eine weitere sehr schöne Holzkirche befindet sich in Hartagani. Aber auch hier in Pestera finden sich weitere lohnende Ziele, etwa eine Höhle, welche während der Altsteinzeit bewohnt war ... Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte ...

Weitere Informationen über Comuna Baita in rumänischer Sprache findet man in dem Buch "Comuna Baita Monografie" von Ioachim Lazar. Das gesamte Buch kann man sich als pdf.Datei hier herunterladen:

http://greenstone.bjc.ro/greenstone/collect/deva/index/assoc/J130.dir/ComunaBaitaMonografie.pdf





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Fotos: Wilhelm Scherz

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