Comuna Bucuresci


Oberes Bild: Blick von der felsigen Bergkuppe des Vf. Marmurului, welcher sich südlich eines grossen Plateaus erhebt. Auf dem Plateau befindet sich das Dorf Sesuri - neben Merisor - eine der höchst gelegenen Streusiedlungen der Gemeinde Bucuresci. In dem unterhalb des Plateaus gelegenen Haupttal, welches von links nach rechts (West nach Ost/Südost) ansteigt, befinden sich die Ortschaften Bucuresci und Curechiu ("Bucuresci" siehe Karte: Muntii Apuseni). Mit dem Auto erreicht man Bucuresci über die Nationalstrasse -74- zwischen Brad und Abrud. Von Brad kommend, zweigt man nach ca. 7 km in Criscior rechts ab. Dann sind es noch 3 km bis ins Ortszentrum von Bucuresci. Wir befinden uns hier im Herzen der Muntii Metaliferi (im Südosten der Muntii Apuseni) - auch als "Siebenbürgisches Erzgebirge" (dtsch.) oder als "Erdélyi Érchegység (ung.) bezeichnet.






Im Zentrum der Gemeinde Bucuresci

... befindet sich die Gemeindeverwaltung. Gegenüber des Platzes, direkt an der Hauptstrasse gelegen, kann man in einem kleinen Magazin Mixt erste Kontakte zu den Bewohnern der Gemeinde knüpfen. In der Gemeindeverwaltung von Bucuresci ist über die Geschichte von Bucuresci und seiner dazugehörigen Ortschaften Curechiu, Merisor, Rovina und Sesuri derzeit nur wenig in Erfahrung zu bringen ...

http://www.primariabucuresci.ro/

Eine Besiedlung dieser Region ist schon seit der Römerzeit nachgewiesen, welche einst vom Mures her beginnend, über Baita und weiter in nördlicher Richtung expandierte. Einige Hinweise zur Geschichte des Ortes Bucuresci (ung. Bukuresd) finden sich zur Zeit der Josephinischen Landaufnahme (1769-1773), wo der Ort zweigeteilt als F. Bukarest (Oberbukarest) und A. Bukarest (Unter-Bukarest) erwähnt wird ... später Bucurestii de Sus = Alsóbukurest und Bucurestii de Jos = Felsöbukurest. Zur Zeit um 1769 gab es in beiden Ortsteilen je eine Kirche, ferner finden einige Stampfmühlen Erwähnung. ... Die heutige Gemeinde Bucuresci erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 62 km². Die Gesamteinwohnerzahl beträgt etwas über 1900 Einwohner. Bis zur Schliessung der großen Brader Goldminen bei Criscior nach der Revolution, waren viele Menschen im Goldbergbau und der Erzaufbereitung beschäftigt. Heute ist in Bucuresci vorrangig die Land.- und Forstwirtschaft als ökonomischer Träger vorzuweisen. Für die Zukunft - so liest man auf der Webseite der Kommune, wird sehr zaghaft auch der Tourismus erwähnt. ...
Ein Denkmal

...erinnert an die ehemaligen Aktivitäten des Goldbergbaus in der Gemeinde Bucuresci. Auf dem Gedenkstein findet sich ein Zitat von Nicolae Iorga: "Mit den Zeiten ändern sich die Farben der Blumen, aber nicht die glühende Farbe des Goldes aus der Tiefe der Erde." Im Jahr 1780 führt der Geologe I.E. Fichtel in einem Rechenschaftsbericht über die Goldbergwerke der Westkarpaten (Goldenes Viereck) unter 25 Ortschaften mit ihren 98 Hauptgruben mitunter auch den Ort Bucuresci auf. In den folgenden Jahren stagnierte der Goldbergbau dort immer wieder, auch aus so banalen Gründen, wie der schwierige Transport der Erze zu den ferner gelegenen Aufbereitungsanlagen. Aus dem Jahr 1824, in der "Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste / Leipzig" findet man folgende Erwähnung: "Bukuresd, Dorf im Großfürstenth. Siebenbürgen, Zarander Gespanschaft, Brader Bezirk. Ein walachisches Dorf zwischen hohen Gebirgen, mit drei griechischen nicht unierten Pfarren und mehreren Gold= u. Silbergruben. 

In den "Provinzialnachrichten aus den kaiserl. königl. Staaten" (1784) finden wir in Bezug auf den Goldbergbau ebenfalls den Ort "Bukurest" erwähnt: "6) Bukurest zwo Stollen mit einigen wallachischen unbekannten Gruben ..."

Sesuri

Im Zentrum des kleinen Ortes, auf ca. 500 Höhenmeter gelegen, befindet sich neben der Kirche und dem historischen Monument auch ein Magazin Mixt. Auf dem Heldendenkmal sind die Namen gefallener Soldaten des Ortes aus der Zeit zwischen 1914-1919, sowie einige Gefallene aus der Zeit des 2. Weltkrieges verewigt. 

Biserica "Sf. Nicolae" Sesuri

... Die Kirche wurde in den Jahren 1939-1954 im byzantinischen Stil erbaut, unter der Leitung des Pfarrers Pr. Nicolae Tebies. Die Innenbemalung der Kirche erfolgte in den Jahren 1954-1955 durch den Maler Toader Iulian aus Arad. Die Einweihung der Kirche erfolgte am 24. Oktober 1954 vom Arader Bischof Andrei Magieru unter Teilnahme von örtlichen Pfarrer Nicolae Tebies, sowie Pr. Dr. Ilarion V. Felea. Die zwei Türme im Bereich des Pronaos sollen die Mächtigkeit des Kirchbaus erhöhen, gleich einer Kathedrale. Auf der Historie der Kirche sind auch die hier in Sesuri dienenden Pfarrer aufgelistet: 1. Tiu Vasile (1789-1832); 2. Tiu Lazar (1832-1845); 3. Popoviciu Ioan (1845-1860); 4. Todoran Aron (1860-1866); 5. Todoran Tovie (1866-1880); 6. Glava George (1880-1910); 7. Glava Stefan (1910-1922); 8. Becsa Solomon (1922-1926 - Bucuresci); 9. Todoran Petru (1922-1926 - Curechiu); 10. Tebies Nicolae (1926-1965); 11. Fodor Ion (1965-1998); 12. Cricovean Mircea-Florin (1998-2001); 13. Madaluta Calin-Dorin (2001-2009); 14. Cioara-Trif Calin (ab 2009) ...

Vf. Marmurului

Im Ortszentrum von Sesuri führt eine zunächst befestigte Strasse weiter bergauf zu weiteren Anwesen von Sesuri. Dort erblickt man rechtsseits den Vf. Marmulului mit seiner felsigen Ostflanke. Eine schöne Gelegenheit für eine leichte  Kurzwanderung ...

Blick gen Nord

... von den Felsklippen des Vf. Marmurului (ca. 656 m) auf das ca. 16 km entfernte, alles überragende Masivul Vulcan (links der Bildmitte). Etwa in gleicher Richtung befinden sich die Bergdörfer Rovina und Merisor. Folgt man hier den weiterführenden Wegen südwärts, so gelangt man in das riesige Becken der Comuna Baita, über welches Dr. Alfred Hettner im Jahr 1910 in der Geographischen Zeitschrift schreibt: "... das Becken von Boicza (Baita), eine der vielseitigsten und schönsten Landschaften des Erzgebirges. ..." Also rundum Potential ohne Ende!!!

Rovina

Am Ortseingang von Rovina zur rechten Seite des Tales, befindet sich eine schöne Destille. Mit etwas Glück ist sie in Betrieb!!! Rovina hat ca. 400 Einwohner, im Zentrum befindet sich ein grosses Magazin Mixt. ... Um Rovina versuchte man sich in früherer Zeit immer wieder im Goldbergbau. Auch zu Zeiten des Sozialismus wurde ein Tagebau eröffnet und nach der Revolution wieder geschlossen. In den Jahren 1918-1948 gab es um Rovina 12 Galerien, welche aber vorrangig der Erzerkundung dienten (Explorationsstollen). Einzigst der Wilhelm-Stollen wies dabei wichtige Goldvorkommen auf. ... Nach der Revolution engagierte sich in der Region die kanadische Firma Carpathian Gold in der Neuerkundung der hiesigen Goldvorkommen. Diesbezüglich sind drei Schwerpunkte gesetzt: Rovina, weiter südlich gelegen Colnic und noch weiter in südwest Ciresata. Die beiden letzten Namen beziehen sich nicht auf eine Ortschaft. Carpathian Gold mit seinem 100%igen rumänischen Ableger SAMAX Romania srl hat 2016 seinen Namen geändert und heisst jetzt "Euro Sun Mining Inc." Auf deren Webseite findet man alle aktuellen Daten über das anstehende Projekt. Zwischen 2006-2008 begann man mit den Erkundungsbohrungen.  Eine Statistik aus dem Jahr 2012 zeigt die zu erwartende Ergiebigkeit der hiesigen Goldvorkommen: Rovina 0,36 g/t Gold; Ciresata 0,72 g/t Gold; Colnic 0,64 g/t Gold. Neben dem Gold soll auch Kupfer gewonnen werden. Bei Rovina und Colnic ist ein Tagebau geplant, in Ciresata der Minenbetrieb. Beginn der Erzförderung ist 2019. Über 20 Jahre werden dann täglich bis zu 40.000 t Erz gefördert, wobei die Gesamtausbeute laut Prognose bei 150 t Gold und 40.000 t Kupfer liegt. Die Goldgewinnung soll laut den Kanadiern Cyanid-frei erfolgen. 

Biserica de Lemn din Rovina

Die Holzkirche ist in der Liste architektonischer Baudenkmäler verzeichnet: Nr. 4753. Kirchweihfest (Hram) "Inaltarea Sf. Cruci". Die aus Eichenholz errichtete Kirche stammt aus dem Jahr 1780. Die grossen Wandbalken der Kirche wurden nur grob mit der Axt bearbeitet. Auf Grund der Unebenheiten und der dadurch bestehenden Ritzen, wurden die Kirchenwände von ausssen mit einem Kalkputz versehen. Die Kirche war ursprünglich mit Holzschindeln eingedeckt. 1927 wurde das Dach des Kirchenschiff´s und 1965 der Kirchturm mit Zinnblech neu gedeckt. 

Im Innern der Holzkirche

... finden wir noch viele Fragmente der alten Wandbemalung vor. Diese wurden 1919 vom Kirchenmaler George Zinon angefertigt. Zudem finden sich noch ältere Fragmente des Malers Ioan Cuc aus Lupsa, vorrangig auf den alten Balken im Naos. 

Umfassende Restaurationsarbeiten

... erfolgten in den Jahren 1980-1981. Dabei wurde das Fundament des Kirchturms erneuert und dieser vertikal neu ausgerichtet; im Aussenbereich wurde der alte Putz entfernt und dieser erneuert; Die Dächer wurden wieder originalgetreu mit Holzschindeln eingedeckt; eine Stützmauer an der Westseite wurde errichtet; u.a. ... Vor einigen Jahren wurde die Kirche von einem Blitz getroffen. Das ausgebrochene Feuer wurde schnell gelöscht und so kam es nur zu leichten Schäden an den Wänden des Naos und Pronaos. Ein dort an der betroffenen Wand hängendes Kreuz wurde - so berichtet man - wurde vom Feuer verschont. 

Eine besondere Rarität

... im Altarraum, ist der wuchtige, steinerne Altartisch.

Und es begeistern

... immer wieder die alten Wandmalereien! 

"usa"

... die mittlere Eingangstür zum Altarraum. Die Ikonostase wurde im 19. Jahrhundert renoviert. Die Möblierung der Kirche besteht noch vollständig im Original ... Auch hier finden wir im Aussenbereich der Kirche eine kleine Historie, in welcher die hier dienenden Pfarrer aufgelistet sind: ... Simon Groza (in der Revolution 1848 aktiv - vestorben 1885); Ioan Cimpeanu (1885-1914); Peter Cimpeanu (1914-1956); Ioan Demian (1956-1963); Nicholas Boticiu (1963-1975); Ioan Circo (1975-2006): Virgil Oprisa (ab 2006 ...).

Merisor

Folgt man in Rovina weiter der befestigten aufsteigenden Strasse, so gelangt man nach ca. 1 km zu den ersten Häusern des kleines Streudorfes Merisor. Unterhalb einer Bergkuppe befindet sich die am 13.09.1993 geweihte Kirche des Ortes. Hram: "Nasterea Maicii Domnului". Das weit verstreut liegenden Höfe erstrecken sich auch über einen benachbarten Bergrücken. Die Kirche befindet sich auf über 500 Höhenmeter.

Curechiu (ung. Kurety)

... erreicht man von Bucuresci aus direkt im weiter aufsteigenden Haupttal. Hier gibt es zwei weitere historische Kirchen. Links im Bild die steinerne Auferstehungskirche und rechtsseits die alte Holzkirche von Curechiu. Ein wunderschönes Ensemble! Der Name "Curechiu" ist in den nördlichen Teilen des heutigen Rumäniens mit "Kohl" gleichzusetzen. In den südlichen und östlichen Regionen verwendet man durchweg für "Kohl" das Wort "varza". Eine Theorie sagt, dass das Wort "Curechiu" in seiner Bezeichnung (Kohl) auf den Sprachgebrauch norddakischer Stämme zurückzuführen ist. ...

Biserica "Inaltarea Domunlui" din Curechiu

... Das steinerne Bauwerk wurde im Jahr 1871 erbaut. Der Glockenturm erhebt sich über der Vorhalle des Kirchbaus. Im Jahr 1960 erfolgten unter Preot Ioan Fodor umfassende Sarnierungsarbeiten: Erneuerung des Aussenputzes und Neuausstattung der Kirche mit Mobiliar. 1985 erfolgten erneut Arbeiten am Aussenputz, es wurden elektrische Installationen durchgeführt und auf dem Kirchturm wurde ein neues Kreuz installiert. Im Jahr 2001 organisierte Preot Mircea Cricovean die Erneuerung der Fussböden im Innern der Kirche. ... 

Im Jahr 2008

... wurde die Kirchenbemalung (Tempera) im Innern der Kirche durch den Maler Dorel Besleaga unter Anleitung des Priesters Calin Madaluta vollendet. 

Biserica "Sf. Nicolae" din Curechiu

Die wunderschöne Holzkirche wurde im Jahr 1785 erbaut. Die Kirche ist unter den hiesigen Baudenkmälern unter "LMI HD-II-mA-03 305" aufgelistet. Der Bau der Kirche erfolgte ein Jahr nach den grossen Aufständen leibeigener Bauern und Bergarbeiter, deren Ausbruch hier in Curechiu seinen Ausgang fand. Der beeindruckende Glockenturm erhebt sich direkt über der Kirchenvorhalle (pronaos). Der Pronaos überrascht im Innern durch weitere Sehenswürdigkeiten ... ein bischen soll künftigen Besuchern an dieser Stelle vorenthalten bleiben. Das Kirchendach ist heute wie zu früherer Zeit mit einem Holzschindeldach eingedeckt. 

Die Kirchwände 

... weisen im Innern keine Wandbamalung auf. 

Die Ikonostase

... ist im oberen Teil bemalt. Einige Zeichen weisen darauf hin, dass die Malerei im Jahr 1788 von dem Maler Ioan Popa aus Deva ausgeführt wurde. Weitere Hinweise besagen, dass die Kirche im Jahr 1785 innerhalb von nur 14 Tagen erbaut wurde!

Im unteren Teil 

... der Ikonostase befinden sich die zwei seitlichen Zugänge zum Altarraum, sowie die wunderschön gestaltete mittlere Klapptür "usa" ...

Tudoran Viorel

Wer die zwei Kirchen ausserhalb der Sonntage besichtigen will, sollte im Dorf nach Tudoran Viorel fragen.  Mit etwas Glück ist er anwesend und führt die Besucher danebst auch noch durch das kleine Dorfmuseum von Curechiu ... Tudoran Viorel ist sozusagen das "historische Gedächtnis" der Gemeinde Bucuresci! 

Colectie muzeala sateasca

Mit berechtigtem Stolz führt mich Tudoran Viorel durch das kleine Dorfmuseum, welches sich im neu sanierten Schulgebäude von Curechiu befindet. Hier gibt es eine ausserordentliche Kollektion traditioneller Kleiderstücke, sowie einiger Töpferwaren zu besichtigen.

Der Blick ins Detail

... gibt Aufschluss über die einzigartigen Verzierungen der alten Trachten, welche weitgehend aus dieser Region stammen!

Troita

Dieses steinerne Gedenkkreuz erinnert an die Bauernaufstände des Jahres 1784, welche hier in Curechiu am 1. November begannen. Was war der Auslöser? Dazu gibt es in den zahlreichen Schriften verschiedene Darstellungen.  Voraus ging dem ein Treffen von Bauern aus den Dörfern Ponor, Bucium, Lupsa und Mujina in Campeni. Horia hatte diese einberufen. Im Grundsatz versuchte Horia den Bauern Mut zu machen, indem er sie darauf hinwies, dass der Kaiser in Wien durchaus Verständnis für ihre Lage hätte und man mit einer gewissen Form der Unterstützung rechnen könnte. Über die Anteile, welche der Realität entsprachen und welche eher der Motivation dienen sollten, muss man im Detail sehen. Das aber soll an dieser Stelle nicht entscheidend sein. ... Horea erwägte den Ausbruch der Aufstände auf Grund der mangelnden Bewaffnung der Aufständischen auf den Frühling des Jahres 1785 zu verschieben. Im Buch "Zur Geschichte der Rumänen / I. Lupas / 1943" lesen wir dann in Fortsetzung der Ereignisse wie folgt: "Aber sein Gefährte Georg Crisan, Kommandant von Zarand, erhob am 2. Oktober 1784, nach einer Volksversammlung in der Kirche zu Mesteacan und nach dem Blutvergiessen im Dorfe Curechiu ohne Zögern die Fahne des Aufruhrs. ..." 

... Im weiteren Verlauf ...

... lesen wir in der "Chronik des k.k. Linien=Infanterie=Regimentes / Wien 1867" folgendes: 

"... Mittlerweile hatte der Vizegespan des Zarander Komitats Stefan von Kollath von der bedrohlichen Versammlung (in Campeni) Kenntnis erhalten, und drei Stuhlrichter an der Spitze mehrerer Komitats-Panduren entsendet, um Horia in Haft zu nehmen. Die kleine Exekutionsmacht erreichte das Dorf Kurety (Curechiu), wo Horia übernachtete; allein der Überfall mißlang, die Stuhlrichter samt Panduren wurden erschlagen, das Eigentum der Herrschaft Kurety zerstört. Hiermit war das Signal zum Beginn des fürchterlichen Schauspiels gegeben; ..." 

Heinz Stanescu

... schreibt in seinem Artikel "Die Wiederspiegelung des von Horia geleiteten 1784er Aufstandes der Motzen in der rumänischen-deutschen Publizistik und Literatur bis 1850 (im Buch: Der Bauer Mittel.- und Osteuropas im sozio-ökonomischen Wandel des 18. und 19. Jahrhunderts (Böhlau Verlag Köln Wien / 1973): 

"... Noch ehe die französische Republik, jenes Lärmzeichen für das schlafende Europa, aus dem Blute des Königtums emporstieg, noch ehe es durch Frankreich donnerte: Krieg den Palästen, Friede den Hütten! --- war es in Siebenbürgens Tälern von zornigen Lippen schon geklungen: Krieg den Palästen, Friede den Hütten*. Dieser Abschnitt des "Pest 1849" datierten Vorwort(es) für die Politischen und Nichtpolitischen", den der genial angehauchte Josef Marlin (1824-1849) seinem nicht ganz vollendeten Roman "Horra, Kriegs- und Friedensbilder aus dem Volksleben der Rumänen oder Walachen Siebenbürgens" vorangesetzt hat, enthält Paradigmatisches für das, was uns hier und heute interessiert: - die Einsicht, daß die Erhebung der vorwiegend rumänischen Bauern und Bergknappen der Westkarpaten im Jahre 1784 einen ausgesprochen antifeudalen Charakter hatte, und - die unverhüllte Sympathie diesen Aufständischen gegenüber, die "neben der feudalen Ausbeutung auch unter nationaler Unterdrückung zu leiden hatten."²..."


Wir sehen an dieser Stelle, was für eine spannende Zeitgeschichte früher und heute über manch ein abgelegenes Dorf in der Bergen der Muntii Metaliferi in Erfahrung zu bringen ist. Man muss sich dafür nur interessieren! Versucht es selbst einmal liebe Leser und Rumänienfreunde!



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Fotos: Wilhelm Scherz

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