Die Muntele Vulcan in den Muntii Metaliferi

| Hier
am Pasul Buces (Pasul Buces Vulcan), kreuzen sich auf 725
Höhenmeter eine
Hauptverkehrsader und ein Bergwanderweg. Die hier
über die
Berge führende Landstraße -74- verbindet die
einstigen
Zentren des Goldbergbaus, welche schon von den Römern genutzt wurde. Im Südwesten befinden sich die Orte Criscior
und Brad,
während die Straße nach Nordosten in Richtung Abrud
und weiter nach Rosia
Montana und Campeni
führt, sowie in Richtung Bucium,
wo die schönsten Abschnitte der Transapuseana beginnen. Der
Bergwanderer ist hier von der Markierung "rotes Band" begleitet. Der
Wanderweg folgt den Höhen der Berge. In nördlicher
Richtung
verläuft die Trasse mit der Markierung "rotes Band"
über die
nahe Piatra Sohodol und dann weiter über unendlich
schöne
Streudörfer bis hinüber zum Platoul
Poieni,
und weiter bis Muntele Gaina. Vom Pasul Buces nach Süd /
Südost abgehend, führt die Wandertrasse (rotes Band)
vorbei
an dem markanten Vf. Bradisorul und weiter bis zum fernen Pasul Bucium.
Auf einigen Wanderkarten ist dieser Abschnitt aber mit der
Markierung "blaues Band" gekennzeichnet?! |

Im Jahr 1869 finden wir in einer österreichischen Literaturquelle vermerkt [1]: "... Im Westen von Abrudbánya (Abrud) steigt eine imposante Kalkmasse auf, welche die ganze Gegend beherrscht und bei jeder Fernsicht von den Gipfeln des Erzgebirges von allen Bergen durch seine senkrechten Abstürze auffällt. Es ist der "Vulcan". Diese Klippe ist aus einem Kalkstein aufgebaut, der sich im Aussehen von dem dichten Kalkstein von Torockó (Rimetea) nicht unterscheidet. Wenngleich am Vulcan Neocomversteinerungen (Neokom ... veralteter Begriff für untere Unterkreide) gefunden wurden, so dürften doch die unteren Schichten dasselbe sein, wie jene Kalkbildung. ..." In der Tat wurde es schon treffend beschrieben, dass die Muntele Vulcan mit ihrer höchsten Erhebung des Vf. Vulcan (1263 m) das Landschaftsbild aus beinahe allen Richtungen weithin überragen, was ich auf dieser Seite auch gerne veranschaulichen möchte. In Wikipedia erfahren wir über Muntele Vulcan, dass es aus jurassischem Kalkstein besteht, in dessen steil abfallenden Riffhängen sich zahlreiche fossile Überreste finden, welche von versteinerten Korallen herstammen. Ähnliche fossile Fragmente finden sich auch im Kalkstein der 24 km (Luftlinie) entfernten Cheile Craciunesti bei Baita. |
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Aus allen Richtungen ... ragt das Vulcan-Massiv sichtbar mit seinem herausragenden Relief und den steil abfallenden Bergflanken über das umliegende Bergland empor. In diesem Bild befindet man sich auf den Bergen südwestlich der Kupfermine von Rosia Poieni ca. 14 km Luftlinie entfernt. |
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Die Besteigung ... des Vulcan-Massivs beginnt in einer steil aufragenden Schuttrinne zwischen den oft senkrechten Südflanken. Die untere Basis der steilen Felsflanken befindet sich auf über 900 m. Der höchste Punkt der Felsflanken liegt bei etwa 1150 m. Die weiteren Anhöhen auf dem weitgehend bewaldeten Plateau sind eher sanft ansteigend. |
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Ländliche Impresionen ... am Pasul Buces. Die Bergbauern wirtschaften hier noch weitgehend traditionell. Vorherrschend ist die Heu- und Weidewirtschaft. Im zeitigen Frühjahr wird häufig noch der sich angehäufte Stallmist auf die kleinen Äcker der Bergbauern ausgebracht. Auch alte Heumieten vom Vorjahr werden auf die Höfe verbracht. |
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Cuptor de var
Noch vor einigen Jahren wurden hier einige kleine Kalkbrennöfen saisonal betrieben. Wer dieser schnell schwindenden Handwerkskultur noch beiwohnen möchte, der sollte sein Glück in den Muntii Codru Moma in Izbuc versuchen. Im Frühjahr 2025 wurden dort noch große Brennöfen für eine neue Bestückung mit Brennholz und Kalksteinen vorbereitet. |
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Vor Ostern ... herrscht hier eine rege Geschäftigkeit. Die Bergbauern sind mit vielen Vorbereitungen für die anstehenden Feiertage beschäftigt. |
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Blick auf Muntele Vulcan ... aus südlicher Richtung. Die hier um das Massiv ausladenden Bergweiden werden noch intensiv für die Schafzucht genutzt. Links der Bildmitte ist die riesige Schuttrinne zu sehen, über welche der Aufstieg von Süden her möglich ist. |
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Hirten mit ihren Schafen ... trifft man hier über die gesamte schneefreie Zeit an. Die Herdenschutzhunde braucht der Wanderer nicht zu fürchten, da diese an Fremde Besucher gewöhnt sind. |
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Blick vom Plateau ... der Muntele Vulcan über die südlichen Steilflanken hinweg. Tief im Tal befindet sich der Ort Buces, in dem auch eine kleine Straße nach Stanija abzweigt. |
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Und weil es hier oben so schön ist ... folgt noch ein Blick von den südlichen Abhängen in nordöstlicher Richtung. |
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Das Plateau ... Direkt oberhalb der steilen Südwand befindet sich ein eingeebnetes Areal, welches mit Sicherheit von Menschen hergerichtet wurde. Der kleine Platz bietet einen guten Blick auf die Passstraße, welche schon zu frühen Jahrhunderten ein wichtiger Verkehrsweg zwischen Brad und Abrud war. So gesehen ist mit Sicherheit anzunehmen, dass dieser Aussichtspunkt auch einmal von großer strategischer Bedeutung war. Gegenüber der Passstraße zieht sich ein Bergrücken direkt bis zum steil aufragenden Felsmassiv des Vf. Bradisorului (links oben im Bild) hin, über welchen auch der Wanderweg in Richtung Pasul Bucium verläuft. Der Wanderweg umgeht aber den Vf. Bradisorului linksseits. An dieser Stelle sei es Zeit zu erwähnen, dass der Vf. Bradisorului der letzte "seiner Art" ist. Was ist damit gemeint? Wie auf einer 23 km langen Perlenschnur aufgereiht, befinden sich eine ganze Reihe von "Bulzen" (ein anderer Begriff fällt mir an dieser Stelle nicht ein). Am nordwestlichen Ende befindet sich die Gemeinde Bulzestii de Sus. Unmittelbar über dem Ort erhebt sich ein felsiges Massiv Namens "Piatra Bulzului" (967 m). Dann folgen in südöstlicher Richtung weitere, aus den mittelgebirgigen Höhenrücken aufragende felsige Kuppen. Als nächstes folgen die unmittelbar nebeneinander liegenden Felskuppen "Bulzisor" (1032 m) und "Bulzul Tomnatecului" (1022 m). Übersetzt man z.B. "Varful Bulzului" ins Deutsche, dann bedeutet es so viel wie "Spitze des Hügels" oder "Gipfel des Hügels". Dann setzt sich dieser landschaftliche Charakter fort. Es folgt der Vf. Srambul (1154 m) mit seinen südöstlichen Felsflanken, danach der Vf. Vulcan (Vulcan-Massiv) und zu guter Letzt der Vf. Bradisorul. |
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Vf. Bradisorului (1034 m) Die östlichen Steilflanken des Vf. Bradisorul, von den umliegenden Hochweideflächen betrachtet. An den südlichen Abhängen unterhalb des felsigen Gipfels verteilen sich viele kleine Höfe des Streudorfes Dupa Piatra. |
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Ausblicke ... vom Plateau des Vf. Bradisorului auf die 6,5 km entfernten Muntele Vulcan. |
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Durch das Teleobjektiv betrachtet, ... hat man einen guten Überblick über die Ausmaße der Muntele Vulcan. Im Frühjahr erlebte ich hier schon wunderschöne Sonnenuntergänge über den Muntele Vulcan! An den steilen Felswänden der Muntele Valcan gibt es natürlich auch zahlreiche Kletterrouten: https://eclimb.ro/topo.php?crt=48&n=Buces-Vulcan |
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Aber zurück ... zu den Muntele Vulcan selbst. Das Plateau ähnelt dem eines typischen Tafelberges. Die von Dolinen durchsetzten Flächen sind durchweg bewaldet. |
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Die Muntele Vulcan ... sind als regionales Schutzgebiet (IUCN-Kategorie IV) ausgewiesen. |
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Auf den Muntele Vulcan ... und der nahen Umgebung sind 435 Pflanzenarten erfasst, darunter 11 endemische Arten, zu denen auch dieses Liliengewächs zählt. |
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Blick durch das Teleobjektiv ... von den sanfteren nordwestlichen Abhängen der Muntele Vulcan, auf den Vf. Strambul (1154 m) mit seinen südlichen Felsflanken. Unten im Tal verläuft der Rau Crisul Alb. Unterhalb des Strambul-Massivs befindet sich das Streudorf Ret. Ganz rechts oben im Bild erkennt man den Vf. Plutonu, der aber mit seinen 1183 m nur eine bewaldete Kuppe bildet. |
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Fernblick ... unterhalb des Vf. Strambul auf das 8 km entfernte Vulcan-Massiv (Muntele Vulcan). Hier in diesem Gebiet sind zwar keine Wanderwege vorhanden, aber da die gesamte Bergregion mit unzähligen Pfaden der Bergbauern durchsetzt ist, lohnt sich eine Wanderung über die zuvor bereits erwähnten "Bulze", von Bulzestii de Sus beginnend, bis hinüber nach Dupa Piatra. Neben den landschaftlichen Schönheiten erwarten den aufmerksamen und interessierten Besucher auch recht bedeutende ethnografische Besonderheiten. Mit den Bergbauern kommt man sehr schnell in Kontakt und hat man erst einmal das Vertrauen der Menschen hier gewonnen, dann öffnen sich erst all die "Türen", welche den zeitgetriebenen touristischen "Massenkonsumenten" auf ewig verschlossen bleiben!!! Als Kartenmaterial sei die Wanderkarte "Muntii Bihor" empfohlen. Die Wanderkarte "Muntii Bihor" / 1:60000 ... ist direkt über https://erfatur.ro/produs/m-tii-bihor-harta-turistica-1-60-000/ erhältlich. |
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Die kleine Dorfkirche ... des kleinen Streudorfes Vulcan befindet sich unterhalb der östlichen Steilflanken der Muntele Vulcan. Und hat man dem Vulcan-Massiv den Rücken zugeneigt, dann blickt man auf das eher hügelige Bergland, dessen Höhen häufig die 1000-Meter-Marke überschreitet. |
---------------oO---*****---Oo--------------- Literaturquellen: [1] ... Die Porphyrgesteine Österreichs aus der Mittleren geologischen Epoche ... von Gustav Tschermak / Wien / aus der K. K. Hof- und Staatsdruckerei / 1869 |
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Fotos: Wilhelm Scherz
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