Comuna Vata de Jos


Schilderwald am Ortseingang von Vata de Jos. Da bleibt man augenblicklich stehen, um die Vielfalt der touristischen Ziele zu erfassen. Es ist wie all so oft in Rumänien: Reiseziele findet man nur marginal in einem Reiseführer :-), denn eher erst vor Ort! Im weiteren Verlauf zeigt sich dann noch etwas mitunter typisch Rumänisches: Die Anfangs ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten verlieren sich zumindest teilweise im weiteren Verlauf des Weg´s. Aber dazu kommen wir noch im Detail. Wenn man der Hauptstrasse folgt, dann kommt zur linken Seite ein grosser Komplex von verlassen wirkenden Hotelbauten. Eigentlich Bauwerke aus jüngerer Zeit, aber dennoch nicht zugänglich. Man muss also erst einmal als Fremder auf Recherche gehen, um erahnen zu können, was hier in Vata de Jos noch vor jüngerer Zeit die touristische Hauptattraktion ausmachte: Es ist ein Kurkomplex, der seine Existenz einigen semithermalen Heilquellen zu verdanken hatte und von dem der Reisende am Ortseingang zunächst nichts vermittelt bekommt. Aber auch für dieses Kapitel gibt es noch eine überraschende Fügung am oberen Ortsausgang von Vata de Jos! Also was haben wir denn nun summa summarum nach dieser kurzen Zeit der Betrachtung zusammengetragen: Eine Höhle, das Geburtshaus von Arsenie Boca, mehrere Holzkirchen, das Geheimnis eines verlassenen Kurortes und noch einiges mehr. Zudem lädt die Pensiunea Ponor am oberen Ortsausgang von Vata de Jos seine Gäste  auf besondere Weise zum Verweilen ein! Das sollte reichen, um wenigstens einmal im Leben hier gewesen zu sein!
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Vata de Jos

Der Ort, zugleich Zentrum der Gemeinde Vata de Jos, ist ca. 18 km von Brad entfernt. Man erreicht den Abzweig nach Vata de Jos über die Nationalstrasse -76- (E 79). Die Gemeinde befindet sich im Zarander Land, im Süden der Muntii Apuseni. Das hier aufsteigende Bergland zählt zum südwestlichen Abschnitt der Muntii Metaliferi (siehe Karte).

Zur Gemeinde Vata de Jos zählen die Orte: Vata de Jos, Vata de Sus, Cazanesti, Prihodiste, Tatarastii de Cris, Birtin, Tarnava de Cris, Basarabasa, Ociu, Ocisor, Pravaleni, Ciungani, Brotuna. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Gesamtfläche von über 20.000 ha. 

Weitere Infos:

... https://primariavatadejos.ro/  ...


Im Zentrum

... von Vata de Jos befindet sich dieser wunderschöne Brunnen. Ein letztes mondänes Zeugnis des früheren Kurortes? Hier im Zentrum befinden sich alle zentralen Einrichtungen der Gemeinde, sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und kleine Kaffeebars. 


Historisches Foto der Kuranlage

In dem Buch: Die Heilquellen und Kurorte des Oesterreichischen Kaiserstaates ... (Wien1862) steht über Vata de Jos vermerkt: 

"... Unter-Vacza, ung. Alsó-Vácza, rom. Watza-de-sos, ... ein Dorf mit 34 Häus., 400 rom. Einw., Eisen- und Kuperbergwerken, nahe dem Berge Magura, in einem romantischen, waldigen Thale; unweit davon der dazu gehörige Kurort gleichen Namens (U. Vacza) mit 6 Häus., 1 Gasth., 17 Zimmern, Parkanlagen: frühger in grösserem Rufe, neuerlich vernachlässigt, nur aus der Umgebung besucht; 25 Kurgäste; 3 nicht sehr ergiebige salinisch-muriatische Quellen ... a) Wärmere Badquelle, 29° R.; b) Kältere (kleinere) Badquelle, 25-27° R.; c) Trinkquelle, 16° R.; 2 Vollbäder, deren Wasserstand (Höhe) 1.5-3.5 beträgt. ..."

Im Jahr 1893 verzeichnet das "Ungarische Jahrbuch": "... Anzahl stabiler Badegäste in Alvácza = 70" ... In der Zeit des Sozialismus erfuhr der Kurort eine neue Aufwertung. Nach der Revolution trat die Romtelecom-Gesellschaft als neuer Investor hervor und errichtete neue Hotel-, Konferenz- und Bäderanlagen, welche 2010 eröffnet wurden. Zum heutigen Stand ist die gesamte Anlage aber erneut geschlossen. 

Die Holzkirche in Vata de Jos

... findet keine Erwähnung auf den Hinweistafeln am Ortseingang. Die kleine Kirche wurde wahrscheinlich im Jahr 1984 erbaut. 


Ein geheimnisvolles Projekt

... mitten im Schilderwald am Ortseingang. Es ist ein Zukunftsprojekt, welches hoch in den Bergen (bei Dealul Bujoara) an dem Platz errichtet werden soll, an dem einst der so berühmte und verehrte orthodoxe Geistliche Arsenie Boca das Licht der Welt erblickte. Allerdings, scheinen die Pläne dieser so gänzlich ausgefallenen Architektur kaum finanzierbar zu sein - auch wenn das 6,5 ha grosse Areal bereits als Schenkung (Stiftung) vorliegt.  In der Hauptsache soll dieser Gebäudekomplex - neben dem memorialen Charakter -  Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen. Das Projekt wird unmittelbar durch die Fundatia Crestina Parintele Arsenie Boca gefördert.


Auf Dealul Bujoara ...

Derzeit gibt es hier hoch oben auf den Bergen nur eine kleine Klosterklause, welche von zwei Nonnen  bewirtschaftet wird. Sie hüten hier oben eine Herde Zwergziegen. Neben der neu errichteten Holzkirche gibt es den Wohnkomplex der Nonnen und zur anderen Seite noch eine kleine Hütte und einen danebst befindlichen offenen Pavillon. Dieser letzte Ort markiert die Stelle des einstigen Geburtshauses von Parintele Arsenie Boca. Am Ortseingang von Vata de Jos ist die Entfernung zum "Casa Arsenie Boca" mit 11 km angegeben. Bei trockenem Wetter kann man das kleine Kloster mit einem Allradfahrzeug erreichen. Auch die zwei Nonnen haben ein solches Fahrzeug, um sich mit den lebensnotwendigen Dingen versorgen zu können. 

ABER: Wer nun - entsprechend des Wegweisers am Ortseingang denkt -, dass sich die Wegmarkierungen hinauf zur Klosterklause fortsetzen, der irrt, denn ab dem Ort Cazanesti weist ein letztes Hinweisschild den Abzweig nach links in das Gebirge hinein. Ab jetzt ist der "Tourist" auf sich allein gestellt. Mit einem geschulten Auge kann man eine kleine Ikone an einem Baum oder ein in die Rinde geschnitztes Kreuz erblicken. Aber wenn man sich an den jeweils befahrendsten Weg hält, welcher stets bergauf gerichtet ist, so führt das letztendlich zum gewünschten Ziel. 


Ein Gedenkstein

... für Parintele Arsenie Boca befindet sich unmittelbar vor der kleinen Holzkirche. 

Arsenie Boca (1910-1989)

Der landesweit verehrte Geistliche erblickte hier am 29. September 1910 das Licht der Welt. Die Eltern, Crestina und Iosif tauften den Jungen auf den Namen Zian Valean. Nach der Sekundarschule besuchte der Heranwachsende das Gymnasium "Avram Iancu" in Brad. 1929 begann Arsenie Boca (in der Stellung eines Ieromonah) ein Studium an der Theologischen Akademie in Sibiu und schloss dieses im Jahr 1933 ab. Es folgten weiteren Sudiengänge und ein Aufenthalt in einem orthodoxen Kloster auf Athos. ... Im Kloster Brancoveanu diente er als Abt in den Jahren 1941-1948. Im Herbst des Jahres 1948 berief der damalige Metropolit Niocolae Balan den Priester Arsenie Boca dazu, dass Kloster Prislop wiederzubeleben und so gilt er als dritter Neugründer dieses historisch so bedeutsamen Klosters. In den vierziger Jahren zeigte sich Arsenie Boca als ein Förderer und Unterstützer der Philokalie. Zu gleicher Zeit entwickelte sich Arsenie Boca auch zu einem talentierten Kirchenmaler. Zudem entwickelte der Priester Arsenie Boca eine den Gläubigen zugewandte Aura, die ihm eine schnell wachsende Popularität einbrachte. Nach dem Jahr 1945 wurde der engagierte Priester für seine religiösen und gesellschaftlichen Aktivitäten mehrmals verhaftet. Nach einer erneuten Inhaftierung im Jahr 1956 wurde Arsenie Boca von allen kirchlichen Aktivitäten ausgeschlossen. Innerhalb der krichlichen Rückzugsräume wirkte Arsenie Boca als Kirchenmaler und ging im Jahr 1984 in den Ruhestand. Arsenie Boca verstarb 28. November 1989 und wurde im Kloster Prislop beigesetzt. Seit dieser Zeit wächst die Popularität des Klosters als Wallfahrtsort massiv und kontinuierlich an. Es gibt nur wenige Klöster, auf dessen Zufahrtsstrasse man von früh bis zum späten Abend hin pilgernde Autofahrer aus allen Landesteilen antrifft. Dieser sehr kurze Abriss genügt freilich einer wertschätzenden Biografie in keinster Weise! 


Blick vom Pavillon ...

... über die kleine Hütte hinweg. Dieser Ort markiert die Stelle des einstigen Geburtshauses von Parintele Arsenie Boca, welcher einer bergbäuerlichen Familie entstammt. Viele der hier oben jetzt bewaldeten Flächen waren noch vor einigen Jahrzehnten ausgedehnte Weidegebiete. Alles rundum war bewirtschaftet und viele kleine Höfe, Sommerhütten und Stallungen  prägten die Landschaft. Heute breitet sich hier der Wald zunehmend aus. Das Plateau befindet sich auf ca. 670 Höhenmeter. 

Pensiunea Ponor

Dieses Hotel befindet sich am oberen Ortsausgang von Vata de Jos, rechtsseits der Strasse. Anknüfend an die Tradition des Ortes, hat sich der Investor wohl verpflichtet gefühlt, diese schöne Badeanlage in das Hotel zu integrieren. Eine tolle Idee und der Gast weis dies nach einem ausgiebigen Tagesausflug sehr zu schätzen!

... https://www.facebook.com/pensiuneaponorvata/  ...

Auch die Gastronomie 

... der Pensiunea Ponor ist sehr zu empfehlen. Pflaumenschnaps und Blaubeerlikör bekommt der interessierte Gast natürlich dazugestellt. In dieser schönen Atmosphäre bietet es sich an, aus dem Buch "Ungarische mediz.-chirurg. Presse" (Pest 1865 / Hereausgeber Heinrich Mangold) zu zitieren:

"... Das Dorf und Heilbad Al-Vácza, Besitzthum der Grafen BETHLEN. ... Die wildromantische Umgebung, ..., sowie die reine Bergluft, sind als genügende Factoren geeignet auf das Gemüth einen mächtigen heilsamen Einfluss auszuüben, während die chemisch reichhaltige Badequelle gegen die körperlichen Gebrechen Linderung bietet. ... Die mit einem Vorzimmer versehenen zwei Becken des Bades werden täglich mehrere Male mit reinem Wasser bespeist und können in jedem derselben 6-8 Personen auf einmal bequem baden. Zur Unterbrungung der Gäste stehen 25 einfach möblierte Zimmer bereit; die Speisen sind im Kosthause geschmackvoll, die Getränke nicht gefälscht, die Preise im Allgemeinen mässig. ... Nach meiner 9-jährigen Erfahrung bot der Gebrauch dieses Heilbades günstige Resultate bei allen Krankheiten, denen Stauung im Blutsysteme zu Grunde liegt; bei Verdauungsschwäche, bei denen sich verschiedenartig gestaltenden Haemorrhoidal-Beschwerden, bei scorophulösen Drüsengeschwülsten, chronischen Exanthemen, bei Mercurialkrankheit, vorzüglich aber bei allen rheumatischen und gichtischen Knochenaffectationen. - Contraindiciert ist der Gebrauch dieses Bades: bei allgemeiner Schwäche als Folge von Krankheiten und Blutverlusten, bei Tuberculosis, Scorbut, Dysentrie und bei Hydropsien. ... (ORVOSI HETILAP.) ..."

Pestera Prihodiste

Etwa am unteren Ortseingang von Vata de Sus zeigt ein letzter Wegweiser den Weg zur Höhle an. Und wie zuvor beim Besuch des kleinen Klosters auf Dealul Bujoara enden dann auch hier alle Wegweiser hinauf zur Höhle. Zunächst verläuft hier im Ort noch eine betonierte Nebenstrasse, welche aber nach ca. 1 km endet. Hier sollte man das Auto stehen lassen und den Weg zu Fuss fortsetzen. Der Strasse schliesst sich ein steiniger Forstweg an. Man folgt einer Serpentine und weiter dem Forstweg in einem langen bewaldeten Tal. Nach ca. 3 km endet dieser Forstweg. Ein Abholzungsweg zieht sich nach links hinüber. Um zur Höhle zu gelangen folgt man aber dem kleinen Bach weiter talhochwärts, bis dieser linksseits in einer Karstquelle entspringt. Hier gilt es weiter bergauf zu streben und immer nach einer steilen Felswand zur rechten Seite hin Ausschau zu halten. Das grosse Felsportal ist dann eigentlich nicht mehr zu übersehen. Der Aufstieg zum Höhlenportal ist problemlos zu bewältigen. 

Welche Pestera Prihodiste?

Insgesamt gibt es in dieser Region 4 Höhlen, welche mit dem Namen "Prihodiste" in Verbindung gebracht werden. Nach allen Abwägungen handelt es sich bei dieser Höhle um die Pestera Mare de la Hranzeasca (Pestera de la Prihodiste). Die Ausdehnung der Höhle beläuft sich auf 96 m bei einem Höhenverlauf von 14 m. 

Die Hauptgänge der Höhle 

... verlaufen weitgehend horizontal. In einer Galerie sieht man, dass hier in jüngerer Zeit Grabungen erfolgt sind. Nachweislich sind bei früheren Grabungen Funde aus der Jungsteinzeit zu tage befördert worden. 

Ein zweites Höhlenportal

... befindet sich am anderen Ende der Höhle. Es endet an einer eher steil abfallenden Felswand innerhalb eines kleinen Felsentales. 

Birtin

Biserica de Lemn Birtin; ... Monument Istoric COD LMI HD -II- B 03255

Die Holzkirche (Verkündigungskirche), wahrscheinlich um das Jahr 1690 erbaut, zählt mit zu den ältesten Bauwerken seiner Art in dieser Region. Pronaos und Naos sind nur mit ganz kleinen offenen Fensternischen vesehen. Der Überlieferung nach sind diese Öfnungen erst nach der Ausmalung der Kirche ausgesägt worden. Der Pronaos ist polygonal ausgebuchtet und hat eine Flachdecke.

Die erste Holzbemalung

... der Kirche in Birtin wurde mit der Jahreszahl 1772 versehen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche im Innern zu grossen Teilen neu ausgemalt. Ein ähnliches Motiv wie "Der Leidensweg Christi" (rechts unten) befindet sich auch in der Holzkirche in Basarabasa. 

Das Dorf Birtin

... findet zwischen den Jahren 1760-1762 erstmals urkundliche Erwähnung. 1839 findet die nicht-unierte Pfarre von Birtin auch in Siebenbürger Archiven Erwähnung. 1856 wird Birtin  als eigenständige Bergbaugemeinde im Verzeichnis des Großfürstentums Siebenbürgen innerhalb des Bezirkes Körösbánya (Baia de Cris) aufgeführt. 1877 verzeichnet das Dorf 500 Einwohner. 

Fotomotive wie dieses Storchennest im Ortszentrum von Birtin, sind im gesamten Umland keine Seltenheit.

Basarabasa

Die Holzkirche (Sf. Nicolae) von Basarabasa ist unter den historischen Monumenten unter der Registernummer: COD LMI HD -II- A 03244 verzeichnet. Die Holzkirche (Eichenholz) wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Im Innern beherbergt die Kirche ebenfalls eine schöne Innenbemalung von naiver volkstümlicher Stilistik. 

Das Dorf Basarabasa (Baszarabásza / Basarabeasa / Felssö-Bas(z)) findet erstmals 1439 urkundliche Erwähnung.

Ciungani

Die alte Holzkriche befindet sich auf einer Anhöhe (Zapoza) über dem Ort. In "Geographisch-statistisches Wörterbuch des österreichischen Kaiserstaaates" (Wien 1809) finden wir über Ciungani vermerkt: 

"... Csungány, Suganien, walch. Tzugán, walach. Dorf in Siebenbürgen, Zarander Gespan im Gebirge, mit einer griech.-nicht unierten Pfarre und mehreren Gesundbrunnen. ..."

Im Jahr 1857 zählt der Ort 405 Einwohner.

Die Holzkirche "Buna Vestire"

... in Ciungani ist unter den historischen Baudenkmälern mit der Registernummer: COD LMI HD -II- A 03297 verzeichnet. Vor Ort finden sich Informationen, die auf das Baujahr 1600 verweisen. Eine historische Inschrift ging wahrscheinlich während der Rekonstruktionsarbeiten in früherer Zeit verloren. In anderen Quellen finden wir das Ende des 18. Jahrhunderts vermerkt. Fakt ist, dass die Kirche schon auf den Josephinischen Karten (1769-1773) verzeichnet ist. Die Verwirrung über das Baujahr der Kirche resultert womöglich daraus, dass in Ciungani in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine weitere Holzkirche erbaut wurde, welche dann der Überlieferung nach im Jahr 1830 an eine Gemeinde im Arader Gebiet (im heutigen Luncsoara) verkauft wurde. Das Verkaufen und Umsetzen von Holzkirchen hat eine lange Tradition in den rumänisch geprägten Regionen. 

Der Turm

... der Holzkirche in Ciungani zählt mit seiner Höhe von 14 Meter zu den höchsten aller Holzkirchen innerhalb des heutigen Landesbezirkes Hunedoara. 

Im Innern

... der Holzkirche von Ciungani findet man eine Wandbemalung aus zwei verschiedenen Datierungen vor. Eine erste Bemalung aus der Zeit um 1782 (Iosif Zugravul) wurde 1810 fast vollständig von einer neuen Bemalung überlagert (Ioan aus Poiana Sibiului und Mihai Borsos). 

Auch hier

... findet man schöne Motive vom Leidensweg Christi. Sich ablösende Fragmente der Wandbemalung lassen darauf schliessen, dass diese auf einen dünn aufgebrachten Kalkputz erfolgte. 

Da die Holzkirche von Ciungani

... von der Lage, seiner Bauart und seiner üppigen inneren Bemalung äußert sehenswert ist und der durchreisende Tourist häufig nicht an einem Sonntag hier seine Spuren hinterlässt, so sei an dieser Stelle ein kleiner Hinweis gegeben: 

An der im Tal verlaufenden Dorfstraße kommt man rechtsseits an einem kleinen, schnell zu übersehenden Magazin Mixt vorbei. Hier sollte man zunächst einkehren, einen Kaffee trinken und vielleicht noch ein paar weitere kleine Einkäufe tätigen. Die Chefin des Magazin Mixt, eine stattliche ältere Dame, ist natürlich eine Institution hier im Dorf und hat entsprechend gute Kontakte zum hier dienenden Pfarrer. In meinem Falle läutete beim zweiten Bier der Küster die Glocken und "meine Chefin" sagte dann kurz und knapp: "Jetzt kannst du zur Kirche gehen.". Kurz hinter dem Magazin Mixt befindet sich linksseits eine kleine Holzbrücke, welche über den hier fliessenden Bach führt. Von dort gelangt man über schmale Pfade hinauf auf´s Plateau.

Cazanesti    (Kazanyest / Kazanesd)

Die Holzkirche in Cazanesti wurde ende des 18. Jahrhunderts errichtet (andere Quellen verweisen auf das 17. Jh.). Eine genaue Datierung gibt es nicht. Im Jahr 1904 wurde der Glockenturm samt des darunter befindlichen Pronaos angebaut. Die Innenbemalung stammt aus dem Jahr 1828. 

Cazanesti - man glaubt es kaum - findet man doch im  "Neuigkeits Welt-Blatt / Wien / Freitag den 1. Jänner 1875" unter "Kleine Anzeigen" folgende Annonce:

"... Eichen-Verkauf. ... Auf der hochgräflichen ... Herrschaft zu Nagy-Halmagy im Revier Kazanyest, ... sind 1000 Stück Eichenstämme für Eisenbahn-Schwellen zu verkaufen. Näheres bei der Forstverwaltung Alvacza, letzte Post Nagy-Halmagy ... Die Gustverwaltung. ..."

Holzverkauf in grossen Mengen ... also nichts Neues und auch die Käufer nicht neu ... :-) !!!


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Fotos: Wilhelm Scherz

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