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Die rumänischen Zigeuner!

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Rumänische Zigeuner

Gastfreundschaft ist auch bei den Zigeunern in Rumänien kein Fremdwort. Wer sich für sie interessiert, ist immer willkommen, selbst in der kleinsten Hütte!


Rumänische Zigeuner

Die Zigeuner, ja ja, diesem "lieben" Völkchen hängt doch immer etwas nach, und sein es nur die einst von den Eltern überlieferten Vorurteile. Und nun steht da ein inzwischen "erwachsenes Kind", welches ein erstes mal Urlaub in Rumänien machen will und plötzlich hört es da (zumeist von Leuten, die zumindest im Traum schon viele male in Rumänien waren), dass es da wohl auch viele Zigeuner gäbe. Betrügen würden sie einen und Messerstechergeschichten gäbe es und was nicht alles noch ... . Und Peng und Plautz, da hat sich`s dann erledigt mit dem Urlaub in Rumänien. Wer kann sich schon Bodyguards für den Urlaub leisten?!

Doch wer hier nicht aufhört zu Denken und sich fragt, was an diesen Dingen denn wirklich wahr ist und was nicht, der wird im Endeffekt ein eher anderes Bild von diesen Menschen, welche der Gruppe der Roma angehören, haben. Hier natürlich eines gleich vorweg: Wer in Rumänien auf Reisen ist, der sollte es wenn möglich doch vermeiden, mit Zigeunern einen Geldtausch einzugehen. Jenen spezialisierten Zigeunern sagt man mitunter schon eine gewisse "Schlitzäugigkeit" nach und so kann man es schlicht meiden.

Aber es gibt auch Zigeuner, denen man durchaus zuerkennen muss, dass auch sie mit ihrer Hände Arbeit Geld verdienen. Und da gibt es viele Nischen, in denen diese Menschen tätig sind. Was einen Reisenden oft zuerst auffällt, dass sind die emsigen Zigeunerfrauen, welche auf den Bahnhöfen und den Strassen der Städte für Sauberkeit sorgen. Die Männer verrichten mitunter ebenfalls oft weniger qualifizierte Arbeiten in der Forstwirtschaft, sowie beim Bahn.- und Strassenbau.

Wanderzigeuner

als

Kesselflicker

Wanderzigeuner nahe Sácel. Als Kesselflicker verdienen sie sich einige Zeit an einem Ort, bis die Nachfrage gestillt ist. Dann wird gepackt und es geht in die nächste Region.

Im Sommer ziehen oft ganze Zigeuner-Grossfamilien in die Wälder, um Früchte und Beeren zu sammeln. Eine wahnsinns Futzelarbeit mit vielen Entbehrungen nebenher und die zumeist westlichen Importeure machen den Gewinn. In einer Korbflechterei in Carasului sind viele Zigeunerfrauen beschäftigt. Sie fertigen dort vom Korb bis zum Puppenwagen eine ausgedehnte Produktpalette. Fast alle Erzeugnisse sind für den Export in den Westen bestimmt. Das Preisdiktat geht natürlich von den westlichen Importeuren aus und so bekommt die Flechterei pro hergestellten Artikel ca. 2,50 DM. Der ausgezahlte Gewinn für den Flechter selbst, beträgt dabei ganze 50 Pfennige pro Stück.

Aber es gibt noch eine Vielzahl anderer Bereiche, in denen Zigeuner äusserst erfolgreich sind. Jeder denke da an die exzellenten Musiker unter ihnen. Ich stand einmal in Beclean vor einem Wohnblock, in dem Zigeuner wohnten. Die Fenster waren fast alle kaputt, Ofenrohre schauten provisorisch aus Mauerlücken hervor und auf einen Balkon stand ein kleiner Zigeunerjunge und übte auf seiner Geige. Höchstens acht Jahre war der kleine Knirps. Ich stand da und war wirklich ergriffen von seinem Können. Wäre ich nicht in Begleitung eines rumänischen Freundes gewesen, ich hätte meine Tränen kaum zurückhalten können.

Auch im Handel sind die Zigeuner sehr aktiv. Auf vielen Märkten dominieren sie im Handel mit Schuhwerk und Bekleidung aller Art. Nach dem revolutionären Umschwung damals in Rumänien haben sich viele Zigeunerfamilien in kürzester Zeit darauf spezialisiert. Als spitze Zunge täte ich ja gerne ein wenig übertreiben und will sagen, dass die Zigeuner es wohl waren, die in Rumänien die Marktwirtschaft eingeführt haben :-))) !

Ebenfalls auf den Märkten und von Touristen gern gesucht, fallen einen jene Zigeuner auf, die ihre Waren als Löffelschnitzer und Besenbinder feilbieten. Und noch etwas fällt dem Reisenden in Rumänien auf, so die oftmals wunderschönen und schon von weiten silbern glänzenden und kunstvoll verzierten Metalldächer vieler Häuser. Auch dies ein wirklich spezialisiertes Handwerk, welches zumeist den Zigeunern vorbehalten bleibt.

Zigeuner

als

Besenbinder

Eine Zigeunerfamilie in Prislop, nahe Sibiu. Fleissig sind sie und mit ein wenig Glück kann man sie auch an einem der Markttage in Sibiu antreffen.

Und dann gibt es da noch die Kesselflicker und die Messerschleifer, welche mit ihren kleinen Pferdewagen durch`s Land ziehen und ihre Dienstleistungen anbieten. Mich beeindruckt es schon sehr, wie diese Menschen selbst im Winter mit ihren Zelten oder Plastikplanen campieren. Und trotz dieses "niederen" Lebensniveaus und diesem Höchstmass an Bescheidenheit, sind jene Menschen von einem aussergewöhnlichen Stolz und hoher Würde geprägt. Wer sonst in Europa lebt noch nach so uralten Traditionen.

Wer oft auf dem Lande unterwegs ist, der begegnet noch einer anderen Gruppe von Zigeunern. Es sind jene, die auf den Ankauf, der Verarbeitung und den Handel mit Fellen aller Art von Nutztieren spezialisiert sind. Wird an einem Markttag geschlachtet, so wissen`s die Zigeuner schon vor dem "Opfer". Kaum ist die Seele auferstanden und das Fell abgezogen, da wechselt letzteres auch schon den Besitzer.

Das Zusammenleben unterhalb der Zigeuner ist schwer einsehbar. Fakt ist, dass es mitunter grosse Standesunterschiede und Machtstrukturen zwischen den Familien gibt. Und manch Geheimnisvolles sagt man ihnen nach. So z.B. das ein Zigeuner schon früh einen Schwur ablegt, was auch immer das sei. Und egal was komme, zu diesem Schwur stehe er sein ganzes Leben lang. So jedenfalls hört man`s gelegentlich von Rumänen oder anderen Volksgruppen.

Also interessant sind sie schon, diese Zigeuner, denen immer etwas anhängt. Und wer sich`s traut, der soll sich interessieren für ihr Leben. Es ist in jedem Falle BEISPIELLOS!

Wander-Zigeuner

Ein Foto aus der Maramures, nahe Petrova. Im Sommer mag es schon zutreffen, was da ein altes Volkslied sagt: "Lustig ist das Zigeunerleben...". Aber in den Zeiten des Winters ist das Leben hart und man mag es kaum glauben, einige von ihnen leben auch den Winter über nicht anders.

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Zigeuner-Links

http://www.welt.de/kultur/article12158567/So-sind-sie-halt-die-Zigeuner.html  

"So sind sie halt, die Zigeuner"

http://www.inselmedia.ch/leeson/nr8/taraf.htm

Verwegene Rhythmen,herzzerreißende Melodien / Die rumänische Zigeunerband Taraf de Haidouks . . . .

http://www.helles-koepfchen.de/zigeuner-oder-sinti-und-roma.html 

"Zigeuner" oder "Sinti und Roma"?

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Zigeuner-Fotos

http://www.human-photography.de/de/index.de.html 

Bilder: Das rumänische Zigeunerdorf Prislop und seine Menschen (390 KB)

Zigeuner in Weidenthal

 

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"Zigeuner-Beiträge" anderer Rumänienfreunde

Zigeuner, ein verfemtes Geschlecht

ein Beitrag von Robert Dycke - orchesterkolleg@gmx.de

Zigeuner in Europa - Herkunft und Geschichte

Zigeuner tauchten wohl im 15. Jahrhundert in Europa auf, es gibt Berichte, daß sie im Jahre 1416 in Ungarn erschienen seien. Ihre Erscheinung erregte ziemliche Aufmerksamkeit und wurde von Geschichtsschreibern festgehalten. Sie zogen durch ganz Europa und wurden vom Norden bis zum Süden gesehen. Man sprach davon, daß sie aus "Klein-Ägypten" gekommen seien. In der italienischen Stadt Forli sollen sie gesagt haben, sie kämen aus Indien ("aliqui dicebant, quod erant de India"). Hierzu schreibt Wolf im "großen Wörterbuch der Zigeunersprache" (Hamburg 1993):

"Ein Behandeln der angeblichen Herkunft aus "Klein-Ägypten" wäre genauso fehl am Platze wie ein Berichten der Versuche, aufgrund der Bezeichnung "Zigeuner" und ihren Entsprechungen das Halbdunkel vor 1416 aufzuhellen. Ähnlich fruchtlos wäre das Überprüfen jener von Zigeunern bis ins 16. Jahrhundert verbreiteten Selbstzeugnisse auf einen geschichtlichen Kern, die das Wanderdasein als Zwangsfolge der Unterdrückung ihres Christenglaubens am ursprünglichen "Wohnsitz" oder als Auswirkung freiwillig sühnender Pilgergelübde darstellten. Gleich dem Benutzen von Titeln und Rangstufen, wie Graf, Herzog, König usw. zeugen diese Begründungen nur von geschickter zigeunerischer Anpassung an die abendländisch-christliche Denkart. Das Vorstellungsvermögen des spätmittelalterlichen Menschen bot weder Raum für ein Volk, das keinen angestammten Heimatboden besaß oder ihn aus eigenem Entschluß für ständig verließ, noch umfaßte es den Begriff des dauernden Nomadentums. Aber Märtyrer und wallfahrtende Büßer waren ihm sehr vertraut. So sicherten sich die Zigeuner anfangs und noch für geraume Zeit Neigung und Unterstützung..."

Erst im 19 Jahrhundert wurde im Zusammenhang sprachwissenschaftlicher Untersuchungen des "Tziganesc" die Herkunft der Zigeuner genauer bestimmt. August Friedrich Pott hat in seinem Werk "Die Zigeuner in Europa und Asien" (Halle 1844) nachgewiesen, daß die Sprache "...in den Volksidiomen des nördlichen Vorderindiens..." wurzeln müsse, daß dort also die eigentliche Heimat der Zigeuner zu suchen sei. Auch andere Wissenschaftler versuchten, die indische Herkunft nachzuweisen (Miklosich). Letzterer fand außerdem heraus, daß die Zigeunersprache (Tziganesc) hinsichtlich seines Lautstandes auf einer älteren Stufe steht als mittel- und neuindische Dialekte und setzte daraufhin die Trennung der Zigeuner von ihren altindischen Artgenossen in eine fernere, allerdings nicht genau bestimmbare Vergangenheit, in das 5. - bis 11. Jahrhundert an. Er konnte überdies die eigentliche Heimat in Indien näher bestimmen. Ihm zufolge sind es die Täler südlich des Hindukusch und im äußersten Norden der Nordwest-Grenzprovinz.

Weitere Forschungen (von Wlislocki: Vom wandernden Zigeunervolke, Hamburg 1890), ergaben, daß nach Beginn der Wanderung der Zigeuner deren Weg zunächst über Iran und Armenien führte. Von dort gelangten Sie in das byzantische Reich. Eine kleinere Gruppe zog durch Nordafrika und wanderte von Süden her über Spanien nach Europa ein. Durch das Vorhandensein vieler griechischer Lehnwörter im Tziganesc kommt v. Wlislocki schließlich zu dem Schluß: "...Griechenland ist als die europäische Urheimat aller der Zigeunergruppen, die in Europa zerstreut sind, zu betrachten, wo sie vielleicht einige Jahrhunderte festsaßen, bis sie endlich Mitteleuropa überschwemmten..."

Wie auch immer die Herkunft der Zigeuner gewesen sein mag, das heutige Erscheinungsbild zeigt durchaus eine Verwandtschaft mit Menschen aus Indien. Sehr oft ist die Haut dunkel, die Backenknochen etwas hervorstehend, die Augen braun und die Haare schwarz.

Immer war dieses Volk der Kesselflicker und Kleinschmiede verfemt, verachtet, gejagt und verfolgt. Manch einer von uns mag noch die Worte im Ohr haben: "Mutter häng' die Wäsche ab, Zigeuner kommen", denn bei uns gab und gibt es immer noch wandernde Zigeuner. Sie sind allerdings weniger geworden, teilweise seßhaft, teilweise verschwunden. Wir alle wissen, wie die Geschichte der Zigeuner in unserem Jahrhundert weiterging: Verfolgung und weitgehende Ausrottung durch die Nazis. In Auschwitz wurden Zehntausende vergast.

Aber auch im Europa nach dem Kriege hat sich ablehnende Grundhaltung gegenüber den Zigeunern nur unwesentlich gewandelt. Das Bild des Zigeuners, der dumm und faul ist, stiehlt und betrügt, ist leider immer noch die Regel. Zwar wurde im Februar 1982 der "Zentralrat der Sinti und Roma" als Interessenvertretung der Zigeuner gebildet, aber viel erreicht hat er bislang nicht.

Zigeuner in Rumänien

Das Land, in dem heute die größte zigeunerische Bevölkerungsgruppe zu finden ist, ist zweifellos Rumänien. Hier sind es allein 8% der Bevölkerung, bei einer Gesamtbevölkerung von rd. 23 Millionen Menschen. In Rumänien leben fast ausschließlich Roma, Sinti nur in ganz geringer Zahl.

Auch in Rumänien ist der wandernde Zigeuner selten geworden. In der Ceaucescu-Zeit wurden vielen Zigeunern relativ preiswerte Parzellen angeboten, die sie mit Häusern bebauen konnten. So entstanden die "Tziganien", die heute in sehr vielen Orten zu finden sind. Einige dieser Tziganien sind noch immer mit Zigeunern besiedelt, die sich relativ rein als Volksgruppe erhalten haben und noch immer den alten Sitten und Gebräuchen anhängen. Hier tragen die Frauen lange Röcke, und das "Romani Kris", das Zigeunergericht ist noch vorhanden. (Das Romani Kris ist das Zigeunergericht, das in einer Gemeinschaft von Zigeunern existiert und die wesentlichen Gerichtsfälle, Ehescheidungen, Tätlichkeiten, Diebstähle usw. regelt. Einem Spruch des Romani Kris wird sich jeder Zigeuner unbedingt unterwerfen. Rumänische Gerichte dagegen werden in Streitfällen nur selten oder gar nicht aufgesucht.)

Dort wird als eigentliche Sprache "Rromanes" gesprochen.

Andere Zigeuner in Rumänien sind "romanisat", romanisiert und versuchen, sich als Volksgruppe möglichst nicht von den Rumänen anzuheben. Sie haben sich auch mit Rumänen vermischt und haben manchmal eine hellere Hautfarbe. Die Frauen tragen Hosen.

Im Gegensatz zu Ungarn, wo die Zigeuner im Land wesentlich besser integriert sind, und teilweise ihren Platz in der Gesellschaft -vielfach als Musiker- gefunden haben, ist in Rumänien dieses Volk immer noch ganz am unteren Ende der sozialen Leiter angesiedelt. Die oben besprochenen Vorurteile sind noch stärker als bei uns vertreten. Zigeuner sind im alltäglichen Straßenbild in Rumänien überall zu finden, gelten als schlitzohrig, faul, lügnerisch und betrügerisch, man läßt sich am besten gar nicht mit ihnen ein. Die überall bettelnden Kinder jagt man weg, sie sind sowieso nur schmutzig. Die in Rumänien geltende Schulpflicht wird für Zigeunerkinder nicht durchgesetzt, man überläßt sie ihrem Schicksal. So lebt die Überzahl der heute in Rumänien ansässigen Zigeuner von der Sozialhilfe, ein Betrag, der die meist recht großen Familien etwa drei bis vier Tage ernährt. Das Betteln ist die einzige Lösung, eine Tätigkeit, die im übrigen unter Zigeunern nicht anrüchig ist.

Die rumänische Regierung sah sich bisher nicht in der Lage, Programme aufzulegen, die die Lage dieser recht großen Volksgruppe im Lande verbessern könnten. Man überläßt sie einfach ihrem Schicksal. Verständlich auch aus dem Grund, weil es Rumänien ganz allgemein nicht sehr gut geht. Im Zuge unserer Hilfsaktionen wurden wir oft gefragt: "Warum helft ihr ausgerechnet den Zigeunern, warum nicht uns?" Die Antwort ist eigentlich einfach: weil ihnen sonst niemand hilft. Einzig kirchliche Organisationen, wie Caritas, diakonisches Werk und andere tun etwas. Bei der Gesamtzahl der in Rumänien lebenden Zigeuner ist das allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch die Freunde von Tohan vechi müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen, daß ihre für die Gesamtzahl der in Rumänien lebenden Zigeuner nicht viel bringe. Ich nehme demgegenüber daher lieber das Bild eines ins Wasser geworfenen Steins, vielleicht wird sich die Welle, die er erzeugt, doch verbreiten. Wir wollen es hoffen, und in diesem Sinne tun wir unsere Arbeit.

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