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Masivul Postavarul und die Stadt Brasov

Masivul Postavarul Cabana Postavarul & der SKV Wege & Unterkünfte Brasov Literatur & Karten

Oberes Bild: Blick auf Masivul Postavarul (Schuler) von Masivul Piatra Mare aus gesehen. Sehr prägnant, die steilen Felswände der Muchia Cheii (links im Bild). Zwischen der Piatra Mare und dem Masivul Postavarul verläuft das Timisch-Tal (Valea Timisului) mit den Orten Timisu de Jos und Timisu de Sus, welche ideale Ausgangspunkte für Wanderungen beidseits des Tales bieten. 

 

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Masivul Postavarul

Das Masivul Postavarul (= Schuler / = Cristianu Mare), zu den Ostkarpaten gehörend, ist Teil der Muntii Barsei (Burzenländer Gebirge). Dabei bilden das Masivul Postavarul, zusammen mit der Piatra Mare das Kerngebiet des Burzenländer Gebirges, zudem auch noch die Piatra Craiului und die Muntii Persani als begrenzende Gebirge hinzukommen, letzteres bildet die Trennlinie zwischen dem Burzen- und dem Fogarascher Land. In Nord/Nordwest von Masivul Postavarul befindet sich die Senke der "Depresiunea Barsei"; im Westen, begrenzt durch den Paraul Mare, erhebt sich das Masivul Bucegi; im Süden geht es über den Predeal-Pass direkt in die Muntii Predealului und im Osten, getrennt durch die Valea Timisului, befindet sich die Piatra Mare. Insgesamt erstreckt sich das Gebiet der Postavarul über eine Fläche von über 170 km². 

Von der geologischen Struktur her besteht die Postavarul aus Flysch, Jura-Kalk, Kreide-Konglomerat und Sandstein, was nicht zuletzt einen Einfluss auf die landschaftlichen Kontraste dieser Bergregion hat. Im Norden bestimmen - bis auf wenige Ausnahmen - eher sanftere Anstiege das zumeist bewaldete Bergland, während wir im Süden mitunter steile Felswände, Geröllfelder und einige Schluchten vorfinden. Im Nordwesten befindet sich das über Ländergrenzen hinweg bekannte Wintersportgebiet "Poiana Brasov". Dort gibt es mehrere Seilbahnen, die die verschiedenen Ski-Pisten bedienen, wobei man mit einer Kabinenseilbahn sogar bis auf den Gipfel des Vf. Postavarul gelangt.  Letztere ist fast das ganze Jahr über - je nach touristischer Frequentierung - in Betrieb.

 

 

Die klimatischen Bedingungen unterscheiden sich je nach den Höhenlagen des Berglandes, so beträgt die mittlere Jahrestemperatur in Gipfellage 0-2 C°, auf 1000 m je nach Hanglage 4,9 C° in Richtung Predeal, sowie 5,8 C° bei Poiana Brasov. In der Brasover Senke beträgt die Jahresmitteltemperatur 7,8 C°. Im Winter herrscht auf den Höhen eine Durchschnittstemperatur von -5 bis -8 C° vor. 

Obwohl sich am Fusse des Masivul Postavarul urbane und touristische Zentren befinden, so gibt es durchaus noch grosse Wildvorkommen von Reh, Hirsch, Wildschwein, Fuchs und Bär. Wölfe kommen hier nur sehr selten vor.

Das Masivul Postavarul ist touristisch gut erschlossen und es gibt zahlreiche, gut markierte Wanderwege. Vom Postavarul-Gipfel aus verlaufen mehrere Bergkämme in verschiedene Richtungen: ... nach Südwest die Muchia Cheii, ... nach Nord Ruia (1659 m), Stechil und Tampa (Zinne) ... Richtung Nordost Crucuru Mare (1435 m) und Crucuru Mic (1024 m), ... und nach Süden Spinarea Calului. 

 

Poiana Secuilor

Über Timisu de Sus, nahe Cabana Timis, befindet sich ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen Richtung Poiana Secuilor. Man muss zunächst ein wenig schauen, denn der markierte Abzweig unmittelbar an der -1- (E 60), rechtsseits der Cabana Timis, ist ein bischen im Tannendickicht verwachsen. Wenig später gelangt man auf einen Forstweg über den sich die Markierung fortsetzt. Von Cabana Timis bis Poiana Secuilor benötigt man 1-2 Stunden.

Im Bild zu sehen: Poiana Secuilor mit der Cabana Poiana Secuilor. Im Hintergrund erhebt sich das Masivul Bucegi. Über den hier weiter führenden Forstweg gelangt man zur Cabana Trei Brazi. Rechtsseits gelangt man in Richtung Masivul Postavarul.

Wegweiser

... bei Cabana Poiana Secuilor. Im Hintergrund sieht man bereits das Masivul Postavarul. Von hier gelangt man auf der Markierung "gelbes Band" nach ca. 20-30 min. zur Cabana Trei Brazii und nach Predeal (1-2 Stunden). Ebenfalls über die Markierung "gelbes Band" führt der Weg hinauf zum Postavarul-Gipfel. Laufzeit etwa 3-5 Stunden. 

 

Blick auf Vf. Postavarul (1799 m)

... von Spinarea Calului. Der markierte Weg bis hierher verläuft weitgehend über einen Forstweg. Wenig später steigt er dann steiler an über schmale malerische Pfade. Gelegentlich verliert sich hier die Markierung "gelbes Band". Diese Anmarschroute ist sicher auch eine der eher wenig begangenen, wohl aber zählt sie mit zu den schönsten!

 

Noch einmal

... ein Blick von Spinarea Calului auf die steilen Felswände der Muchia Cheii. 

 

Blick vom Vf. Postavarul (1799 m)

... gen Südwest. Auf dem Gipfelplateau befindet sich noch eine grosse Sendestation und die obere Station der Seilbahn. Der Bergwanderer sollte hier oben aber vorbereitet sein, denn er trifft mitunter auf ein Heer illustrer Ausflügler, die Dank der Seilbahn in aller Kürze die Höhen der Postavarul erobern und diese ebenso schnell wieder verlassen. Über einen ausladenden Sattel unterhalb der oberen Seilbahnstation gelangt man zur momentan geschlossenen Cabana Cristianul Mare, wo sich in unmittelbarer Nähe noch eine Wetterstation befindet. Auf halber Strecke des waldlosen Plateaus befindet sich ein schnell zu übersehender Abzweig welcher über einen schmalen Waldweg zur Cabana Postavarul führt (Laufzeit ca. 30 min.). Ich hatte Glück, denn auf dem verschneiten Pfad folgte ich einige Meter den Spuren eines noch recht jungen Bären. Ein Zeichen dafür, dass hier auf Postavarul Mensch und Bär sich problemlos nahe kommen. Die wenigen Problemfälle, bei denen hier Menschen zu Schaden oder gar zu Tode kamen, sind zumeist immer auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Prinzipiell muss man den Bären hier keinesfalls fürchten, er hat hier seinen ganz normalen Platz! 

 

Blick vom Postavarul-Gipfel

... gen Nord in ein Nebental der Valea Lamba Mare, welches durch seine erodierten Steilhänge sehr beeindruckt. 

 

Blick vom Vf. Postavaru

... gen Südost auf Masivul Piatra Mare (1843 m). Dazwischen verläuft die Valea Timisului. 

 

 

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Cabana Postavarul (Julius Römer Hütte) & der SKV

 

Die Geschichte vom Ski, der Poiana (Schulerau) und des Postavarul (Schulers).

Text: Info-Tafel in der Julius Römer Hütte ...  (Übersetzung Rumänisch ins Deutsche von: Klaus Danielis) 

„Es war einmal …“ so beginnen die meisten Märchen. Und es hört sich märchenhaft an, was die Alten über die Anfänge des Wintersportes in unserer Stadt erzählen. Bis zum letzten forstwirtschaftlichen Beschluss gehörte sowohl die Schulerau als auch der Schuler Berg zu Kronstadt. Am 14. Juni 1427 besuchte der ungarische König Sigismund die Schulerau um den Grenzstreit zwischen Kronstadt und Neustadt zu klären, die Gebirgsweiden wurden Kronstadt zugesprochen. Ein kleiner Hügel auf dem Kamm – auch heute noch ersichtlich – markierte die Grenze zu Kronstadt, die südlichen Senken, teilweise bewaldet, in Richtung des Weidenbaches (Hentschel-Senke, Seifensenke usw.) gehörten zu Rosenau. Zurzeit von König Sigismund und auch Jahrhunderte danach war der Wintersport kein Thema, es ging um die Nutzung von Wäldern und Weiden, es gab nur Pfade für die Förster, im besten Fall einfache Wege für Wagen und Viehherden.

Cristianul Mare oder Postavarul („mons gymnicus“ – in den lateinischen Urkunden) zu Deutsch der Schuler – womöglich auf die Schule bezogen, weil die in diesem Wald erwirtschafteten Erträge der Schule zustanden – bzw. den Schülern des Kronstädter Gymnasiums, das 1543 von Honterus gegründet wurde. Diese Schüler machten jährlich – im August einen Ausflug auf den Schuler-Postavarul. Diese Art von Ausflügen dauerte bis 1716. Die Verwaltung des Honterusgymnasiums erlaubte ihren Schülern nur jeweils einen Gebirgsausflug im Monat (exire ad montis). Es kann sein, dass diese Schüler die ersten Exkursionisten Kronstadts waren.

Die Poiana, alte Urkunden führen sie auch als „insula“ (die Insel), (insula vulgo au … 1535)  konnte nur zu Fuß oder im Sattel eines Reittiers erreicht werden. 1871 beantragte Johann Gött, beim Stadtrat von Kronstadt 30 Florin für den Bau einer Straße durch den Hoaban zur Poiana. Im drauf folgenden Jahr begannen die ungarischen Gebirgsjäger, von der Poiana aus in Richtung Stadtrand, eine Straße mit geringen Steigungen zu bauen: den alten Weg.

Die Stadtkasse zahlte viel Geld, aber die Arbeiten kamen nur mühsam voran. Erst 1881 konnte die Stadt den fertig gestellten Weg übernehmen, es gab acht steinerne Stützmauern, errichtet nach den Plänen des Ingenieurs Peter Bartesch. Auch heute noch wird dieser Weg von den Wanderern am meisten beansprucht …

Es war höchste Zeit. Die erdrückende Furcht vor den Bergen war überwunden, der sich in den letzten Jahrzehnten des XIX. Jh. entwickelnde Sommer- und Wintertourismus benötigte die Straße dringend. Die Menschen drängte es in die wundervolle Natur, die Berge riefen, immer mehr Urlauber getrauten sich auf Pfade die sonst nur von den Waldarbeitern benutzt wurden. Auf eine Initiative von Prof. Julius Römer, wurde 1873 der „Siebenbürgische Alpenverein“ gegründet und später SKV (Siebenbürgischer Karpatenverein – Asociatia Carpatina Ardeleana) genannt, um den Drang zur Natur zu unterstützen, durch die Errichtung von Schutzhütten, Wanderpfaden usw.. Schon im Jahre 1857 erklommen zwei Schüler des Obergymnasiums (Eduard Gusbeth und Eduard Copony), im Winter die Spitze des Postavarul – Schuler, es war dieses damals ein außergewöhnliches Ereignis, breit in der Presse behandelt. Es folgte die erste Winterbesteigung des Königsteins – Piatra Craiului, im Jahre 1883 durch Oberleutnant Andreas Berger, er kam 1884, zusammen mit dem Sportprofessor Kühbrandt auf den Bucegi (1) und 1890 bestieg Franz Josef Zeidner den Hohenstein – Piatra Mare.

Die Kronstädter Abteilung des SKV baute und beschilderte zwei Pfade zum Postavarul – Schuler: den „roten Weg“, der beginnt bei der heutigen „Capra Neagra“ (Gämse) und den „roten Weg“, der beginnt auf der Zinne – Tampa über die Creasta Crucur. Dazu kamen die Schutzhütten: von der Vladusca auf dem Königstein (1881, wurde von einem Brand zerstört), die zweite Hütte entstand 1896 und wurde 1921 von einer Lawine mitgerissen. Die erste Malaesti-Hütte entstand 1882 – sie brannte ab, ihre Nachfolgerin wurde 1924 von Schneemassen zerdrückt, 1883 kam die erste Hütte auf den Postavarul, ab 1885 wurde sie im Sommer bewirtschaftet und dann ab 1906 auch im Winter – sie ist auch heute noch als Nebengebäude der großen Unterkunft zu sehen …

In der Poiana gab es noch kein ständig bewohntes Gebäude. Die Flächen gehörten teils der Stadt, und auch einigen Privatbesitzern ( Bobit, Lupan, Capatana, Toropoiu, Govna, Ristea), auch die Kirche Sf. Nicolaie hatte einige Areale im Besitz. Zu sehen waren bloß einige Heustadel. Erst der Tourismus und die Schifahrer sollten dieses Gebiet beleben.

Das Schifahren, wurde in Nordeuropa zur leichteren Fortbewegung genutzt – die Beine versanken nicht mehr im tiefen Schnee – erreichte im ausgehenden XIX Jh. eine neue Bedeutung: die Touristen erledigten damit ihre Winterspaziergänge. So entstand ein Freizeitsport – noch keine Leistungsdisziplin.

Aufsehen erregten zu Beginn die Militär-Patrouillen auf Schiern im Zibinsgebirge – geleitet von Oberleutnant Magnesius und dem Gefreiten Berger (1893, 1894, 1895) während im Burzenland die Naturfreunde – Carl Ganzert 1892, J. Zeidner 1893, Adolf Resch 1895, Gust 1903 und andere sie als Fortbewegungsmittel einsetzten. Wenn zuerst die Schier nur von ganz wenigen Menschen benutzt wurden, sollte sich schon bald die Anzahl dieser Sportfreunde vergrößern – 1905 wurde der „Kronstädter Schneeschuhverein“ gegründet, daraus entstand, innerhalb des SKV der Kronstädter Schiverein.

Wir staunen heute wenn wir über die Ausrüstung der ersten Schifahrer erfahren. Die Bretter (Ski) stellten die Küfer her, in komischer Kleidung wurde auf der Postwiese und im Ragadotal geübt: die Damen in Rockhosen mit Pelerine, einige Herren sogar mit Zylinderhut. Ein Diener trug die Schier bis zum Übungsplatz, half bei ihrem anlegen, half dem kühnen Schifahrer beim aufstehen sobald dieser mal stürzte und wickelte Sacktücher um das Schuhwerk wenn den Herrschaften kalt wurde. Die Lauffläche der Bretter wurde mit Stearin gewachst. Lilienfeld- und Bilgeribindungen wurden genutzt; es gab nur einen, mit einer Hand geführten langen Bambusstab zu der Zeit.

Der Kronstädter Schiverein war der Pionier dieses Sportes in unserer Stadt. Der Verein organisierte, 1907, viele Lehrgänge, sowohl auf der Postwiese als auch im Ragadotal, sowohl tagsüber als auch am Abend. Leiter dieser Kurse war der Schiprofessor Mathias Zdarsky aus Lilienfeld (Österreich). 1912 machte es Carl Luther aus München, dieser führte die neue Technik mit zwei Stöcken ein, aber auch Kronstädter kamen zum Zuge – Stockhammer, E. von Bömches.

Sehr bald wurde der Übungsplatz in die Poiana verlegt, wo 1907 die erste moderne Schutzhütte für Schifahrer gebaut wurde. Sie befand sich zwischen der Großen und der Kleinen Au, auf der Hutweide zwischen dem alten Weg und und der heutigen Asphaltstraße. 1910 entstand in der Großen Poiana die zweite große Schutzhütte – ein ehemaliges Forstgebäude wurde umgebaut zu einer modernen Hütte mit drei Räumen. Bis zum ersten Weltkrieg wurden jährlich Schi-Wettkämpfe organisiert. Der erste wurde auf der Strecke Poiana – Postwiese ausgetragen (1. Kurt Seewaldt, 2. Willi Vogt, 3. Emil von Bömches), der zweite zwischen der Poiana und der Schützenwiese bis zur Weberbastei (1. Helmut Wächter, 2. Kurt Seewaldt, 3. Rudolf Stockhammer). Zu den Gewinnern der darauf folgenden Jahre gehören: W. Janesch, O. Widmann, Fr. Gött, H. Lienert, Fr. Kleverkaus, H. Lassel und Dr. C. Gust.

Neben der ersten Schutzhütte am alten Weg, der von SSO nach NNO abfällt und von wo aus früher der Start gegeben wurde, doch heute von der Asphaltstraße gekreuzt wird, bauten die begeisterten Schipioniere die erste Sprungschanze, den ersten Sprung gab es 1913, Heldsdörfer flog ganze 7,80 m weit. 1914 wurden 13,5 m, von einer neuen Schanze in der Poiana Mare erreicht – Fr. Ganzert. Der „Dealul Prostilor“ (Berg der Dummen), heute thronen die Hotels Alpin Ciucas und andere da drauf, sollte noch viele Jahre nach den Ski-Pionier-Zeiten seinem Namen gerecht bleiben. Schon kurze Zeit darauf wandelte sich der Postavarul (Schuler) zum beliebtesten Winterport- und Ausflugsort, zum Berg der Kronstädter.

1918, zu Kriegszeiten, sagte der Vorsitzende des Kronstädter SKV, Dr. Gustav Philippi, in einer Vorstandssitzung, gemäß von Unterlagen jener Zeit:

„In kurzer Zeit werden sehr viel mehr Menschen Kronstadt besuchen (…). Sinn und Zweck unseres Vereines besteht darin, den Weg zu den Bergen frei zu machen, durch Gestaltung von Wanderwegen und den Bau von Schutzhütten. (…) Es muss ein Zugang zum Postavarul geschaffen werden (…) zu den dort befindlichen Gebäuden müssen noch 2-6 neue dazu kommen (…).“

Der Schiverein gab den Anstoß. 1919 erlaubte die Stadtverwaltung – auf Antrag des Schivereins unter Leitung von Julius E. Teutsch, die Gründung innerhalb dieses Vereins, von einer „Erste Hilfe Einrichtung", dem Vorläufer der heutigen Bergwacht – Salvamont. Es kam dazu nach dem tragischen, tödlichen Unfall, auf dem Schuler, des jungen Buchhändlers Wolf.

In der Zwischenkriegszeit veranstaltete der Schiverein verschiedene Aktivitäten: Jährliche Schiwettkämpfe, ausgetragen zuerst am Postavarul und nachher auch im Bucegi, wo vor allem die Frühjahrsläufe stattfanden, Beteiligungen an den nationalen rumänischen Wettkämpfen, Gewinner dieser Wettbewerbe waren zu Beginn die Läufer des Kronstädter SKV – Fritz Lexen, Galtz, Scheeser, Gust; erst später kamen auch Läufer anderer Vereine dazu – Cojocaru, Imre, Boerescu; Beteiligungen an internationalen Veranstaltungen, sowohl in Rumänien als auch im Ausland – Zakapone, Harz.

Dazu gesellte sich noch die Gestaltung eines sehr schönen Projekts: Im August 1934 wurde die Ruia-Hütte, in der Poiana, fertiggestellt. Außer einem kleinen Imbiss – heute „Capra Neagra“, geführt von einer österreichischen Familie, war dieses das erste Hotel der Poiana. Die Fenster nach Süden ausgerichtet, der schöne Speisesaal, sprechen für den talentierten Architekten A. Schuller.

Durch den Bau der Sprungschanze „Poiana Micilor“, für Übungssprünge und dem Ausbau der Schanze Poiana Mica – für lange Zeit die einzigen Schanzen des Landes, förderte der SKV das Schispringen …

Kurze Zeit nach der Ruia-Hütte entstanden neue Gebäude in der Poiana, „Turcu Capatana“ 1924 neben der Ruia, danach mehrere kleinere Privathäuser, auch einige Villen und die Cabana Cercetasilor (Hütte der Kundschafter). Auf dem Postavarul wurde in den 30er Jahren die Hütte der Flugzeugfabrik IAR – Cabana Cristianul Mare gebaut, und 1935 stellte der SKV die Schutzhütte Dr. Julius Römer fertig, heute als Cabana Postavarul bekannt. Es waren dieses die Erträge der Ideen von 1918. Neue Abfahrtstrecken wurden hergerichtet: Partia Sulinar für erfahrene Läufer, eine Familienabfahrt über den Crucur und Drester in Richtung Poiana, diese wurde später verlängert als „Drumul lui Gust“ bis hinunter in die Stadt.

Ein ganz besonderes Gebirgsleben bildete sich in dieser Hütte, wo über viele Jahre, die „Eltern des Schulers“ (Morawetz und Gust), tagsüber die Schifahrer betreuten und am Abend die Touristen und die leidenschaftlichen Schifahrer einkehrten. Die Schifahrer bildeten so etwas wie eine große Familie, alle hatten ihren Platz sowohl in der Hütte als auch auf den Abfahrtstrecken …

Damals befand sich der Wald zwischen den beiden Hütten noch in einem märchenhaften Zustand. Man stieg zu Fuß aus der Poiana auf den Postavarul … einige schafften sogar 2 – 3 Abfahrten täglich.

Auch wenn es noch keine Sicherheitsbindungen gab, die Ausrüstungen wurden immer besser. Schier Hickory und Kandaharbindungen waren viele Jahre gängige Technik auf diesem Gebiet.

Doch wie hat sich die Poiana und der Postavarul verändert! Wenn auch nicht alle, aber einige der Ideen von 1918 wurden realisiert, auch in abgewandelter Art und Weise.

Es stimmt, dass auf dem Postavarul kein Hotel gebaut wurde, auch keine Straße führt bis zur Spitze. Die Poiana wandelte sich aber zu einer echten, touristischen Bergstation, die problemlos auf einer modernen Straße erreichbar ist. Der Wandel begann mit dem Bau des Hotels „Sportul“ 1950 für die Unterkunft der Sportler die 1951 bei den Internationalen Universitären Wintersportspielen teilnehmen sollten. Auch damals wurde der alte Weg renoviert. Das Hotel Sportul wurde 1959 Opfer eines Brandes, dann erneut aufgebaut. Auf dem alten Weg wird nicht nur lustig gerodelt, und von Schifahrern als Abfahrtstrecke benutzt – man gelangt vom Berg auf Skiern bis vor die eigene Haustüre. Andere Abfahrtstrecken wurden leider nicht mehr genutzt. Die Abfahrt Piatra Corbului fiel der neuen Straße zum Opfer, während die Familienstrecke einfach verwilderte weil sie nicht mehr gewartet wurde (…)

Gekürzte Version des Artikels „Das Märchen vom Schilauf, Schulerau und Schuler“ von Prof. Kurt Philippi, veröffentlicht in der Karpatenrundschau Nr. 2, 5, 6 von Januar und Februar 1983.

(1) = Andreas Berger´s nachfolgende Winterbesteigung des Vf. Omu (Bucegi / 1884) erfolgte zusammen mit dem rumänischen Bergführer Ion Lupu.

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Eine umfassende Analyse des SKV in seiner geschichtlichen Entwicklung - dargstellt von Michael Wedekind.

 

Im Innern

... der Julius Römer Hütte. Diese wurde vor einigen Jahren dem SKV (Siebenbürgischer Karpatenverein) rückübertragen. Seit dieser Zeit erfolgten umfassende Rekonstruktionsarbeiten und Investitionen in die Infrastruktur. Die urgemütliche Berghütte verfügt heute über Übernachtungsmöglichkeiten in drei Kategorien, über eine moderne Küche, usw. ... Die Hütte befindet sich auf 1590 Meter.

Weitere Infos zur Hütte:

http://www.cabanapostavarul.com/ 

Cabanier Truetsch, Rolf- Gunter / Tel.: 0368-101036 / Mobil: 0744-592525

Dr. Julius Römer (1848-1926)

Gründer und Vorsitzender der ersten Vereinshütte, die auf dem Masivul Postavarul errichtet wurde. 

 

Cabana Postavarul (1887)

Das historische Foto stammt von Leopold Adler und hängt im Gastraum der heutigen Julius Römer Hütte. Das Foto zeigt die erste, im Jahr 1883 errichtete Hütte auf dem Masivul Postavarul. 

 

Abendliche Ausblicke

... von Cabana Postavarul (Julius Römer Hütte) auf Masivul Bucegi. Der Lohn für eine schöne Tagestour sozusagen - und überhaupt, eine Wanderung über Masivul Postavarul ohne Übernachtung in Cabana Postavarul? Das ist beinahe wie Essen kochen ohne es dann gegessen zu haben :-) !!!  

 

Poiana Brasov

Es mag einem Individualisten wie mir gestattet sein, zu erwähnen, dass ich mich an diesen Ort nicht sonderlich hingezogen fühle. Wohl aber machte ich einen Abstecher hinunter  auf eine kleine Stippvisite. ...

Weitere Infos:

http://www.poiana-brasov.com/

 

 

Das schönste an Poiana Brasov

... ist die vor einigen Jahren neu errichtete Holzkirche im maramureser Baustil, die auch über eine schöne Innenbemalung verfügt.

 

Blick von der Tampa (Zinne)

... auf die Altstadt von Brasov (Kronstadt). Die Tampa (955 m), Hausberg von Brasov, ist die nördlichste Erhebung von Masivul Postavarul. Nahe des Gipfels gibt es ein Restaurant, zu dem eine Kabinenseilbahn von der Altstadt hinaufführt. Diese ist ganzjährig in Betrieb.

 

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Wege & Unterkünfte

Wie bereits erwähnt, das Netz der Wanderwege über Masivul Postavarul ist sehr gut markiert und ausgebaut. Alle von Brasov her führenden Wege sind sehr leicht und ohne Anstrengung zu begehen, lediglich im weniger begangenen Südwesten des Gebirges gibt es einige steiler an- und absteigende Pfade - damit verbunden aber eben auch schönere landschaftliche Abschnitte und Ausblicke. 

Kurze Auflistung einiger Wegzeiten:

  • Brasov - Schei (obere Vorstadt) - Salomonsfelsen - Poiana Brasov = 2-3 Stunden
  • Brasov - Schei - Salomonsfelsen - Poiana Nisipului - Poiana Drester - Poiana Doamnei - Vf. Postavarul = 6-7Stunden
  • Brasov - Tampa (Fussweg!) - Poiana Stechil - Crucuru Mare - Poiana Ruia - Cabana Postavarul = 5-6 Stunden
  • Timisu de Jos - Saua Calului - Valea Cheii - Cheile Rasnoavei - Cabana Cheia = 3-4 Stunden
  • Predeal - Trei Brazi - Poiana Secuilor - Spinarea Calului - Vf. Postavarul = 6-7 Stunden
  • Cabana Cheia - Cheisoara - Rapa Dracului - Poiana Brasov = 4-5 Stunden
  • Vf. Postavarul - Drumul Serpilor - Valea Draga - Timisu de Jos = 3 Stunden (Blaues Band)
  • Cabana Timis - Cabana Poiana Secuilor - Valea Toclita - Cheile Rasnovului = 2-3 Stunden
  • Poiana Brasov - Prapastia Lupului - Poiana Popii - Avenul Groapa de Aur - Cabana Cheia = 4 Stunden (Roter Punkt)
  • Brasov - Drumul lui Gunesch - Valea Sticlariei - Pestera Rasnoavei - Valea Popii - Rasnov = 4-5 Stunden
  • Rasnov - Valea Cetatii - Valea Poienii - Poiana Brasov = 3 Stunden
  • Timisu de Jos - Lamba Mare - Culmea Crucurului = 3-4 Stunden

 

Direkt an der Julius Römer Hütte (Cabana Postavarul) findet man folgende Hinweise:

  • "Blaues Band" -> Cabana Postavarul - Cabana Cristianul Mare (geschlossen) - Seilbahnstation - Vf. Postavarul = 45 Minuten
  • "Gelbes Band" -> Poiana "Trei Fetite" - Saua Calului - Poiana Secului - Hotelul (Cabana) "Trei Brazi" - Predeal = (keine Zeitangabe, ca. 3-4 Stunden)
  • "Blaues Band" -> Poiana Ruia - Crucurul Mare - Poiana Stechil - Tampa - Brasov = 3,5 Stunden
  • "Gelbes Band" -> Poiana Ruia - Poiana Drester - Pietrele lui Salomon - Brasov (keine Zeitangabe, ca. 4-5 Stunden)
  • "Rotes Kreuz" -> Poienita Cristianului - Poiana Brasov (keine Zeitangabe, ca. 1-2 Stunden)

 

Unterkünfte:

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Brasov (Kronstadt)

Normalerweise ist es kein Anliegen meinerseits, über grosse Städte Rumäniens zu berichten (abgesehen von meiner Lieblingsstadt Sighisoara), da sich gewiss unter den grossen Bevölkerungspotentialen ein paar Enthusiasten oder gar eine "Instanz" finden mögen, ihre Heimatstadt im Zeitalter des Web der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Zweifellos stünde das der Stadt Brasov gut, denn ihren Besuchern aus nah und fern  entlockt sie durchaus die eine und andere Begeisterung. Brasov kann man getrost als eine europäische Metropole mit ländlichem Charme bezeichnen, die in nichts der einstigen Weltkulturstadt Sibiu (Hermannstadt) nachsteht. Ganz im Gegenteil, die Lage Brasov´s in unmittelbarer Nähe zu den grossen Massiven Rumäniens, ist sogar noch von Vorteil. Das man momentan der hauptamtlichen Webseite der Stadt Brasov http://www.brasov.ro/ nur halbherzige Präsentationen in rumänischer und englischer Sprache entnehmen kann, lässt uns immerhin dahin optimistisch blicken, dass es nur besser werden kann :-) !!!

Auf den geschichtlichen Spuren der Stadt Brasov begebend, machte ich mir den Spass, einmal in einem alten Meyers-Lexikon aus dem Jahr 1878 nachzuschlagen, freilich unter der Ortsbezeichnung "Kronstadt": "(ungar. Brassó) erste Fabrik- und Handelsstadt Siebenbürgens, Land der Sachsen, an der Bahn Grosswardein-K., 27.766 Ew. (zur Hälfte Deutsche). Gothische evangelische Kirche, grossartiges Kaufhaus. Bedeutende Eisen- und Metallindustrie. Die Citadelle in den Kämpfen 1848-49 wichtig.

Einer der historischen Gründe für den wirtschaftlichen Aufschwung, war die zentrale Lage Brasov´s, wo sich die Handelswege zwischen Transsilvanien, der Moldau und der Walachei kreuzten. Zudem kam die Ansiedlung verarbeitender Industrie, die zu aller Zeit grosse Prämissen auf die Metallverarbeitung legte. Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Brasover Region einen weiteren Aufschwung der Industrialisierung (Traktoren- und Lastkraftwagenbau, Kugellager-, Elektromotoren- und Werkzeugmaschinenbau, Kunstdünger-, Plast- und Farbstoffindustrie, Möbel- und Textilindustrie, ...) und somit eine grosse Ausdehnung bis auf das heutige Stadtgebiet, was man von den umliegenden Bergen gut ausmachen kann. Brasov erreichte zu dieser Zeit ein Bevölkerungspotential von über 500.000 Einwohner. Der wunderschönen Lage, verdankt die Stadt Brasov auch die stetige Entwicklung des Tourismusgewerbes, deren Ursprünge wir sicher auch den einstigen Initiativen des SKV mitverdanken. Der nahe Brasov gelegene Ort Poiana Brasov zählt heute wie einst, zu den bedeutendsten Wintersportzentren Rumäniens. Gerade dieser Erwerbszweig half nach dem politischen Umschwung Rumäniens und dem danach folgenden Zusammenbruch verarbeitender Industriezweige, wenigstens eine kleine Konstante an Beschäftigung zu sichern - auch wenn diese saisonal bedingt, ihren eigenen Schwankungen unterliegt. 

Erste urkundliche Erwähnungen der Stadt Brasov gehen auf das Jahr 1271, 1288, 1294 und 1295 zurück. In einer Urkunde des Jahres 1336 findet Brasov unter der Bezeichnung "Corona" Erwähnung. ...

Linktipp:

http://www.mountainguide.ro/foto_ture/index.php?a=090503110113

 

Brasov (Kronstadt)

... von Westen her gesehen. Der sich über die Stadt erhebende Berg, ist die Tampa (Zinne). Sehr prägnant, die felsige Kuppe des Berges, von dem aus man wunderschöne Ausblicke auf die Altstadt und das umliegende Bergland hat und wo sich einst, noch vor dem Bau der Stadtbefestigungen nach 1395, die Brasovia-Burg befand. Deutlich zu sehen, die Waldschneise hinauf zur Sendestation, über die die Kabinenseilbahn verläuft. 

 

Schwarze Kirche (Biserica neagra)

Bereits vor dem Bau dieser Kirche stand hier ein älterer grosser Kirchbau aus dem 13. Jahrhundert.  Im Jahr 1689 ereignete sich ein grosser Stadtbrand, bei dem es zu jener Schwarz-färbung der äusseren Kirchenwand kam. In Folge erlangte die Kirche im Volksmund schnell die Bezeichnung "Schwarze Kirche", die etwa zwischen 1383 bis 1477 erbaut wurde. Der spätgotische Kirchbau verfügt über 5 Portale, das älteste derer befindet sich an der Westseite.  Im Tympanon über dem Südportal befindet sich eine Freskenmalerei aus dem Jahr 1477, die mitunter das Wappen  des Königs Matthias Corvinus und seiner Frau Beatrice von Aragon zeigt. Die Kirche beherbergt im Innern auch eine bedeutende Teppichsammlung, von der die meisten Exemplare im 17. Jahrhundert zusammengetragen wurden. Die Zahl der Teppiche beträgt über 100 Stück. ... 

Die älteste Kirche von Brasov ist die St. Bartholomäus-Kirche (Biserica evangelica Sf. Bartolomeau), mit deren Bau man 1260 begann. Die Kirche im basilikalen Grundriss, dem Typ der Zisterzienser Bauhütte entsprechend, zeigt sich in einem schlichten Gewand. Blickfang sind die gotischen Stilelemente der aus vorreformatorischer Zeit stammenden Fenster- und Portalumrahmungen, sowie die Reste der Wandmalerei in einer der Seitenkapellen. 

 

Entlang der alten Stadtmauer

... ergeben sich schöne Fotomotive. ... 1395 ordnete der damalige ungarische König Siegmund von Luxemburg den Bau der Befestigungsmauern an. Aus jener Zeit existiert auch ein Vertrag zwischen dem ungarischen König und dem rumänischen Fürsten Mircea dem Alten, in dem sich beide Herrscher gleiche Rechte zusichern. 

Im Mai 1688 gab es einen Aufstand der sächsischen Bevölkerung gegen die Habsburger Herrschaft. Der Aufstand wurde von bewaffneten Militäreinheiten der österreichischen Regierung niedergeschlagen. ...  Von der einstigen Brasover Burg (Vechile fortificatii), die in urkundlichen Aufzeichnungen des 16. Jahrhunderts mehrfach Erwähnung findet, einst aus dicken Mauern, vielen Türmen und 32 Basteien bestand, findet man heute nur noch wenige Mauerabschnitte und Basteien vor.

 

Brasov am Abend

Rechts im Bild: Das brasover Rathaus "Casa Sfatului, welches erstmalige Erwähnung im Jahr 1420 findet und ursprünglich der Kürschnerzunft gehörte. Nach dem Stadtbrand 1689 erfolgte zahlreiche Umbauten. Der 58 m hohe Trompetenturm wurde in der Zeit zwischen 1525 - 1528 erbaut und diente einst als Wachtturm. 

 

Ein Abendlicher Streifzug

... duch die Altstadt von Brasov ist ein unbedingtes MUSS! Viele kleine Restaurants laden zum Verweilen ein und in der Zeit bis zum Einzug des Winters, kann man auch bei Speis und Trank, das pulsierende Leben auf der Strasse geniessen. 

 

Keine Frage, 

... auch ein Einkaufsbummel lohnt - selbst für all jene, die sich dem Konsum entsagen, empfielt es sich, das eine und andere Antiquariat aufzusuchen und ein gutes Schnäppchen zu machen! Bildung schadet nimmer :-) ! Kleiner Tipp: Reichlich deutsch-sprachige Literatur findet man in dem einladenden Aldus-Antiquariat direkt neben der Schwarzen Kirche, wo Frau Astrid Hermel seit dem 16.2.1968 (!) alle Geschicke leitet: 

Aldus-Antiquariat, Piata Sfatului, Nr.17, RO-500031 Brasov, Tel.: 0040-268-478823.

Weitere Adressen:

http://altmarius.weblog.ro/

 

Biserica Sf. Treime

Die rumänisch-orthodoxe Kirche der "Heiligen Dreifaltigkeit " befindet sich nahe der Schwarzen Kirche, versteckt auf einem Hinterhof gelegen. Der Zugang erfolgt über die Strada Gh. Baritiu, nahe des Marktplatzes der Altstadt.

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Im Innern der "Biserica Sf. Treime"

Die Kirche ist schmuckvoll ausgestaltet. Weitere Infos dazu, siehe nachfolgenden Text!

Auch lohnt der Besuch des Schei-Viertels, der oberen Vorstadt, die einst als rumänisches Dorf gegründet wurde. Über das eigentliche Alter gibt es ganz unterschiedliche Angaben. Dort gibt es auch die Biserica Sf. Nicolae zu besichtigen, die im Jahr 1495 auf Geheiss des Fürsten Munteniens, Negoe Basarab, errichtet wurde. Die Kirche beherbergt im Innern einige wertvolle Malereien aus dem 18. Jahrhundert, sowie alte rumänische Kunstobjekte.  

 

 

Aus der Geschichte der rumänisch-orthodoxen Kirche "Heilige Dreifaltigkeit" - Baritiu Rasov

Text: Info-Tafel auf dem Kirchhof

Die orthodoxe Kirche aus Brasov - Innere Stadt, wurde 1786-1878 zur Zeit Kaiser Joseph II. von den Gläubigen orthodoxer Religion aus der inneren Stadt erbaut, aufgrund des Gesuches das die Begründer und Familienhäupter am 28. Januar 1786 in rumänischer Sprache verfassten. Dies geht aus den im Archiv der Kirche befindlichen Schriften und aus der Begründungsinschrift hervor. 

Der Bau hat 23.628 Goldgulden gekostet, die aus den Spenden der Begründer: Panaiotu Hagi-Nicu, Dimitrie Dima, Eustatie Ghioaca, Constantin Gianli, Hristu Mihail, Nicolae Stefan und Emanuil Calfovici, sowie aus Beiträgen der Kirchgemeindemitglieder investiert wurden. 

Die Architektur ist für die Bauten des 18. Jahrhunderts charakteristisch. ... Die Kirche ist schiff-förmig, aus Stein und Ziegeln, die Gewölbe in gebrochenem Bogen mit Einb uchtungen versehen, das Dach mit  spitzen, schuppenförmigen Ziegeln gedeckt und die länglichen Fenster im oberen Teil mit kreisförmigen Abschluss versehen. Der Innenraum deutet auf Geschmack und Eleganz. Die Fassade, mit barocken Stukaturverzierungen versehen,  umrahmt die drei ölgemalten Heiligenbilder des hlg. Apostel Petrus, der Heiligen Dreifaltigkeit und des hlg. Apostel Paulus. Der Kirchturm gehört zum Festungssystem der Stadt Kronstadt-Brasov, ist also viel älter als die Kirche, und unter dem Namen "Pulverturm" bekannt. Der nördlichen Wand wurde sogar ein Teil vom Gürtel der Stadtmauer angepasst und er beträgt 1,8 m Stärke. 

Die Ölmalerei stammt aus dem Jahr 1859 vom Maler Gulievici und wurde zweimal restauriert: 1908 von Maler Livada Lioclis aus Kephalonien, und 1963 von Maler Nicolae Stoica aus Bukarest. 

Die Kirche besitzt folgende Wertgegenstände: ein Evangelium in griechischer Sprache, mit Silberbeschlag, der in der Werkstatt des Samuel May (Silberarbeiter des Constantin Brancoveanu) hergestellt wurde; ein auf Leinwand gemaltes Heiligenbild der Jungfrau Maria aus dem Jahr 1633, welches von Venedig hier her gebracht wurde; vier Heiligenbilder aus Silber, 1851 in Brasov angefertigt; ein Epitaph aus 1716 (Goldfadenarbeit); eine Garnitur mit Goldfäden und Flitter bestickter Messgewänder; ein Filigrankreuzaus vergoldetem Silber. 

1827 wurde die Kirche mit Gütern von Sambata de Sus und Poiana Marului ausgestattet (1200 ha Land). Daraus resultierende Einnahmen ermöglichten großangelegte Reparaturen: die alte Altarwand wurde durch eine neue in Barockstil ersetzt, die eigens aus Wien bestellte Meister im Jahr 1855 anfertigten, und ebenfalls im selben Stil wurde die Kanzel, der Bischofsstuhl und die vergitterte Abteilung erbaut. Man legte einen neuen Fußboden aus Mosaikplatten mit schwarzen und weißen Figuren. Der an den Haupteingang anschließende Flur wurde errichtet, die Kirche ausgemalt (1859) und die erste Restaurierung vorgenommen (1908). 

1953 brachte man die erste Glocke an und das erste Läutebrett im Turm, die beim Neubau der Kirche damals nicht bewilligt wurden. 

Um die Sichtbarkeit zu verbessern und den Innenraum zu vergrößern, wurde der vergitterte Abschnitt im Jahr 1963 mit Stützbalken aus Eisenbeton neu gebaut. Auch die Treppen wurden durch neue aus Mosaikeisenbeton ersetzt, und zugleich die Malerei der Kirche restauriert. 

1976-1977 fügte man der Kirche eine geräumige Vorhalle bei (54 m²), mit Magazin für Kerzen und Kultmöbeln. 

Um die Gräber und Kreuze zu schützen, die in Erinnerung an die Begründer und alten Stifter der Kirche errichtet wurden, sowie auch die Familiengräber des Herrschers Munteniens, Alexandr Sutu, hat die Pfarrei sie mit Eisengittern umfriedet. Zu gleicher Zeit wurde auch das alte Dach des Brancoveanu-Mausoleums ersetzt. Ebenfalls 1977 wurde an der Vorderseite die Inschrift der Kirche angebracht, die lange durch den nachträglichen Anbau des Vorraums vom Haupteingang verdeckt war. 

Der Friedhof beherbergt auch die Gebeine der Enkel des Herrschers Constantin Brancoveanu: Emanuil und Grigore Brancoveanu, und die der Familienmitglieder, welche in einem eigenen Mausoleum untergebracht sind. Ebenfalls hier, in einer 1826 gebauten Gruft, ist der Bischof der Ungrowalachei, Dositei Filitti beerdigt, der sich mit anderen Geistlichen hier im Exil befand. 

Am Altar dieser Kirche haben u.a. den Gottesdienst gehalten: Pfarrer Popa Petru, und die Erzpriester Gheorghe Haines, Bartolomeu Baiulescu, Vasile Coman, Nicolae Barsan, und seit 1972 der Erzpriester Zenovie Mosoiu. ... Die Kirche befindet sich heute in vollem Wohlstand, dank der freiwilligen Beiträge der Gläubigen. Der Friedhof und die anschließenden Bauten gelten als eingestufte Denkmäler. 

 

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Literatur & Karten

An dieser Stelle sollen nicht Infos betreffs der Stadt Brasov empfohlen werden, denn derlei findet man hinlänglich in der Reisebuchsparte. Wichtiger ist es, den Freunden des Bergwanderns nötige Hinweise zu liefern:
  • Die Bergwelt Rumäniens / Walter Kargel / 1989 ... (nur noch in Antiquariaten oder bei eBay mit grossem Glück zu bekommen)
  • Postavaru / Muntii Nostri, Nr. 23 / Heft und Wanderkarte (Beschreibung in rumänischer Sprache) / Editura Sport-Turism, Bucuresti 1980 ... (nur noch in Antiquaraten zu bekommen)
  • Wanderkarte: Muntii / Mountains "Postavarul + Piatra Mare" / 1:40.000 / Bel Alpin Tour, 2008 / ISBN 9789738788565 ... (im rumänischen Buchhandel erhältlich)
 

Piatra Craiului - Bucegi - Postavarul - Piatra Mare - Ciucas / Fünf Gebirge aus dem Karpatenbogen auf einer Wanderkarte! / 1:70000 / umseitig mehrsprachige Beschreibung in Englisch, Deutsch, Rumänisch / ISBN 963 86379 0 0 CM

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Fotos: Wilhelm Scherz

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