Banat & Mehedinti / Teil 4 / Juni 2008

Fotos: Wilhelm Scherz

 

 

Angetrieben von den Eindrücken der letzten Tage, wissen wir, worauf das Auge auch die kommende Zeit zu richten ist, nämlich die traumhafte Landschaft, mit ihren kleinen Dörfern und den dort befindlichen alten Holzkirchen, sowie  die Besonderheiten des hiesigen Karstes von Podisul Mehedinti. Ganz nebenbei haben wir die herausragende Gastfreundschaft der Menschen dieser Region genossen! 

Während unserer Reise von Isverna nach Ciresu besuchten wir einige Holzkirchen. Die Konstruktion des eigentlichen Kirchenschiffes unterscheidet sich im Grunde  nicht von den Holzkirchen anderer Regionen (Apuseni, Lapus, Maramures, ...), wohl aber im Aufbau der Glockentürme, die in dieser Region nicht unmittelbar über dem Pronaos errichtet wurden, sondern in den meisten Fällen als separate Bauwerke nahe der Kirche stehen. Erwähnt wurde bereits, dass so gut wie alle Holzkirchen dieser Region von aussen mit einem Kalkputz versehen sind, auf dem man oft Aussenwandfresken vorfindet. Weiter östlich hingegen, an den südlichen Ausläufern der Muntii Valcan, haben die meisten der alten Holzkirchen keinen äusseren Aufputz. ...


 

Biserica de Lemn  "Sf. Gheorghe"

Die Holzkirche von Turtaba (Com. Isverna) wurde 1829 erbaut. Weitere Umbauten und wahrscheinlich auch die steinernen Stützpfeiler stammen aus dem Jahr  1870.

 

Direkt über dem Eingang 

... zur Kirche befindet sich eine kyrillische Inschrift.

 

Alter Mann

... vor seinem Haus in Draghesti (Com. Isverna). 

 

Biserica de Lemn "Sf. Nicolae"

Die Holzkirche auf einer Anhöhe über dem Dorf Draghesti stammt aus dem Jahr 1853.

 

Rückansicht

... mit schöner Aussenwandmalerei. 

 

Der jungen Dame 

... mit ihrem Baby begegnen wir am Ortseingang von Draghesti. Sie will mit ihrem Baby zur Feldarbeit. Auf dem Rücken trägt sie neben den typischen Packtaschen eine der hier traditionellen Tragegestelle für Kleinkinder.

 

Lilien

... bei Coada Lacului. Nahe der Strassenkreuzung bei Coada Lacului gibt es ein isoliertes Anwesen, zu dem auch ein Magazin Mixt gehört. Eine gute Gelegenheit für ein kühles Bier und auch - um nötige Lebensmitteleinkäufe zu tätigen. ...  

 

Coada Lacului

Die hier befindliche riesige Senke bildet ein einziges Feuchtgebiet. Momentan wird hier gerade ein Graben gezogen, der von Balta bis hinüber nach Gornovita führt. Der natürliche Wasserspiegel ist dadurch bereits etwas abgesenkt. Einheimische erzählten uns, dass sich hier in jedem Frühjahr eine grosse zusammenhängende Wasserfläche bildete, die zum Sommer hin austrocknete. Vor einem kirchlichen Feiertag im Spätsommer wurde jeweils durch die Bewohner der umliegenden Dörfer abgefischt. Die Fischbestände sind aber zu aller Zeit stabil geblieben. Eine Ursache sei - so erfuhren wir von Einheimischen -, dass sich ein Teil der Fische in unterirdisch geflutete Hohlräume zurückzogen, sowie das Areal zunehmend austrocknet. Es soll auf dem Areal einen Höhlenschacht geben, der bis an die 90 Meter tief sei, wurde uns versichert. Dies zu recherchieren blieb uns leider keine Zeit, denn wir verfolgten diesen Tags andere Ziele. 

 

Mihai Vrabete

... ist eine "Instanz" hier bei Coada Lacului. Seine Frau Vetuta Vrabete ist zugleich Geschäftsführer des Magazin Mixt (Magazin Alimentar + Cafe-Bar / alle Tage geöffnet!), während Mihai sein Leben in Pension geniesst. Viele Jahre arbeitete er als Mikrobiologe in hiesigen Ämtern.

 

Biserica de Lemn "Sf. Stefan"

Die kleine Holzkirche in Gornovita (Com. Balta) stammt aus dem Jahr 1799.

 

Grabstein in Gornovita

Nur selten offenbaren sich auf den kleinen Abbildungen der Grabsteine so schwere Lebensschicksale wie die des armen Soldaten, der auch in seinem zivilen Dasein einer Obrigkeit hörig war.

:-)

 

Traditionelle Stallung 

... nahe Prejna. 

 

Der Glockenturm

... von Prejna. Der Turm beherbergt eine Glocke aus dem Jahr 1937. ... In dem Dorf Prejna leben heute noch etwa 800 Einwohner.

 

Biserica "Adormirea Maicii Domunlui"

Die Kirche von Prejna stammt aus dem Jahr 1821. ... Hram: Sf. Maria / 15. August ... Links neben der Kirche befindet sich ein steinernes Kreuz aus dem Jahr 1871. Links und rechtsseits neben dem Eingang zur Kirche sind die Apostel Petrus und Paulus abgebildet.

Hram: Adormirea Maicii Domnului

 

Auf dem Kirchengelände

... in Prejna finden wir nahe des Glockenturmes einen interessanten Grabstein. Hier sind zwei Brüder begraben. Der auf dem Bild dargestellte Bruder Gheorghe I. Ducu diente als Serjant im Regiment I. Rosiori T. Severin und fand mit 25 Jahren den Tod in Noua Sulita (Bessarabien).

 

Biserica de Lemn "Sf. Nicolae"

Die Holzkirche in Costesti (Com. Balta) stammt aus dem Jahr 1835. Im unteren Ortsteil von Costesti gibt es eine alte Mühle zu besichtigen, die noch bis ins Jahr 2006 betrieben wurde. Die Einwohnerzahl von Costesti ist seit dem politischen Umbruch in Rumänien von 200 auf heute ca. 100 Familien gesunken. Der Ort befindet sich im Zentrum des Podisul Mehedinti auf 500 Höhenmeter.

 

Eine Besonderheit 

... der Biserica "Sf. Nicolae" sind die nach aussen hin auslaufenden Deckenbalken, welche an den Enden Pferdeköpfe darstellen.

 

Rückansicht 

... der Biserica "Sf. Nicolae". Der Teil der Kirche, die den Altarul beherbergt, ist von Aussen her - im Vergleich zu allen anderen Holzkirchen dieser Region - nicht mit einem Kalkputz überzogen. Eine der wenigen Möglichkeiten, die typische Holzkonstruktion in Augenschein zu nehmen!

 

Auf dem Plateau

... zwischen Costesti und Gornenti. Feldbau wird hier nur kleinparzellig betrieben, während die Weidewirtschaft vorherrscht.

 

Troita bei Gornenti

Das Holzkreuz stammt aus dem Jahr 1980 und wurde von den Familien Gherghinescu und Caplescu gestiftet.

 

Im Zentrum von Gornenti

Diese zwei nebeneinander stehenden Kirchen im engen Tal von Gornenti bilden ein interessantes Ensemble. Ein Blick durch die kleinen Fenster in den Altarul der alten Kirche, lässt vermuten, dass auch diese Kirche noch für Gottesdienste benutzt wird. 

 

Imkerei nahe Gornenti

Die Imker stammen nicht aus Gornenti, sondern aus Drobeta Turnu Severin. 

 

Der Chef

... der Imkerei gewährt uns Einblicke in seine Arbeit und das Leben der Bienen. Zum Abschied bekommen wir noch ein grosses Glas Honig geschenkt!

 

Mitten auf dem Fahrweg

... zwischen Gornenti und Ciresu, dieses Prachtexemplar einer Schildkröte!

 

Im Zentrum von Ciresu

Das Gemeindezentrum macht einen sehr ordentlichen Eindruck und wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, das nächste Magazin Mixt aufzusuchen! Die Comuna Ciresu ist ein Zusammenschluss von insgesamt 4 Dörfern (ca. 750 Häuser). 

 

Wahlkampf

... in Ciresu.

 

Complexul Carstic Topolnita

Wie soll man für einen Laien dieses Gebiet in aller Kürze beschreiben? ... Vielleicht so: Inmitten zusammenfliessender Täler befindet sich ein grosser zerklüfteter Kalkrücken. Die Wässer der einzelnen Täler (Gaurinti, Ponoratului, Topolnita, u.a.) können hier nur noch unter Tage abfliessen, vereinen sich in der Topolnita-Höhle und treten im unteren Topolnita-Tal bei der "Gaura lui Ciocardie" wieder zu Tage. Der Karstkomplex erstreckt sich zwischen den Orten Ciresu, Jupinesti und Marga und umfasst eine geschätzte Fläche von 4-6 km². ... Zudem gibt es weiter entfernte Höhlen, die mit dem Komplex Topolnita in Verbindung stehen und auch zu diesen gezählt werden. Insgesamt zählen folgende Höhlen zum Topolnita-Karstkomkomplex, der heute eine Gesamtausdehnung von über 20 km aufzuweisen hat: Gaura lui Ciocardie, Pestera Femeii de la Ciresu, Pestera Gaurinti, Pestera Napului, Pestera Prosacul, Pestera Tunelul de la Marga, Pestera Sohodol, Pestera Topolnita I + II. 

 

Das westliche Becken

... über der Pestera Topolnita bildet einen riesigen Einsturzkessel, über den man zur "Gaura lui Ciocardie" gelangt. Inmitten des Felsareals schiesst Stefan seine letzten Fotos. Ihm bleibt leider keine Zeit mehr für nähere Erkundungen, denn er muss die Rückreise nach Deutschland antreten. Wir hatten indes einen Tag für diese schöne Landschaft zur Verfügung, um eine erste Schnuppertour zu unternehmen. Mehr war beim besten Willen nicht möglich ...

 

Gaura lui Ciocardie

Christian steht auf einer Anhöhe zwischen dem riesigen Höhlenportal und der vorgelagerten Schlucht, die man ebenfalls über ein steil absteigendes Kanon erreicht. 

 

Blick auf die vorgelagerte Schlucht

... von Gaura lui Ciocardie. Hier beginnt praktisch der untere Abschnitt der Valea Topolnita. 

 

 Die schönsten Ziegen

... von ganz Rumänien gehören Pietre und Elisabeta Roata! 

 

Die Sommerhütte

... von Pietre und Elisabeta Roata befindet sich unweit von Ciresu, oberhalb des Karstkomplexes Topolnita. 

 

Elisabeta 

... im Vorraum ihrer Sommerhütte, der als Lagerraum und Abstellkammer dient. Von hier aus kommt man in den kleinen Wohnraum, in dem sich sogar ein Fernseher befindet, den die beiden Alten in diesem Jahr von ihrem Sohn geschenkt bekamen. 

 

"tat" (sprich: tzät)

... so bezeichnet man diesen "Minibackofen", der mit Brotteig gefüllt, einfach in die Glut des Feuers gelegt wird. Praktischer geht´s nimmermehr!!!

 

Fotografische Impressionen

Es sind eben diese klitzekleinen Details von Tradition und Lebendigkeit bergbäuerlichen Lebens, die westliche Besucher so sehr beeindrucken!

 

Der untere Zugang (Intrarea de Jos)

... der Pestera Gaurinti. Das Wasser eines kleinen Baches verschwindet hier im Untergrund. Wir können problemlos einsteigen, gelangen aber nach ca. 20 m an eine Versandung des Höhlenganges. Ca. 50 Meter über dem Grund des Tales befindet sich in einer aufragenden Felswand der zweite Zugang zur Pestera Gaurinti. Über diesen gelangen wir in die Höhle. 

 

Interessante Formation

... mitten im Höhlengang. 

 

Einige schöne Formationen

... in der Pestera Gaurinti. In der Höhle wechseln sich grössere Galerien mit aktiven engen Gängen ab. In den unteren Abschnitten stösst man auf eine kleine Kaskade und auf jenen Bachlauf, der im "Intrarea de Jos" der Pestera Gaurinti  mündet.  Die Pestera Gaurinti gehört - wie bereits erwähnt - zum Karstkomplex Topolnita. 

 

In der oberen Valea Topolnita

... auf dem Weg zum "Intrarea Prosacului". 

 

Intrarea Prosacului

Das Portal von "Gura Prosacului" hat eine Höhe von 67 Meter. Auf dem Foto sieht man nur den oberen Teil des Portals, weil das Areal hier steil abfällt. 

 

Fernblicke 

... zwischen Pestera Topolnita und dem kleinen Dorf Marga, über die Podisul Mehedinti hinweg, auf den fernen Kamm des Mehedinti-Gebirges.

 

"Feierabend"

Preisfrage: Wer von den beiden Herren kam gerade von der Feldarbeit und wer ist der Karpatenwilli?

:-)

 

Foto: Gudrun Pauksch

 

Troita

... bei Marga.

 

 


Manastirea Topolnita 

Text: Touristisches Faltblatt  / Unkommentierte Übersetzung (Rumänisch ins Deutsche) von: Klaus Danielis

20 km nördlich vom Munizipium Drobeta Turnu-Severin im Topolnita-Tal, zwischen den Dörfern Schitul de Jos und Schitul de Sus gelegen, stellt das Kloster Topolnita Beweise über die tiefe Verbundenheit der Menschen von der Hochebene des Mehedinti mit ihrem Glauben. Dem Volksmund nach soll der Heilige Nicodim auf dem Weg nach Voivodita einen Bauplatz fürs Kloster gesucht haben, das zu Ehren der Mutter Gottes entstehen sollte. Im Tal des Flusses Topolnita machte er Halt und begann mit der Arbeit, an der Stelle zwischen den Wasserfällen.

Alexandru Stefulescu meint, dass aufgrund dieser Überlieferung die Stiftung erfolgte, und zwar gleich nach dem Bau des Klosters Vodita und vor der Errichtung des Klosters Tismana, das 1378 fertig gestellt wurde. Schließlich gibt es eine Urkunde die über die Grundsteinlegung dieses Heiligen Klosters berichtet, es führt das Datum 11. Mai 1644. Darin befiehlt Matei Basarab acht rumänischen Familien die als Dorobanti in Tamna dienten, zurückzukehren auf das Gut von Sovarloghiu, es gehörte dem Kloster, das Radu Voda Negru gestiftet hatte. Am 12. Februar 1646 macht Matei Basarab bekannt, dass das Kloster dem Dorobanti-Hauptmann Lupu Buliga verliehen wird, der neuer Stifter ist und es nun von Grund auf erneuern soll.

Der neue Stifter stattet das Kloster mit einem rechteckigen Glockenturm aus und umgibt es mit einer hohen Steinmauer. Mittendrin entsteht eine kreuzförmige Kirche aus Stein gemauert. In die Kirche gelangt man über eine Doppeltüre, umgeben von einem Steinportal. Die Tür ist mit Schnitzereien versehen, in denen Lupu Buligas Pflichterfüllung gegenüber Matei Basarab dokumentiert wird.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und mit der Hilfe des erleuchteten Ioan Predtce wurde durch viel Fleiß die Anordnung des Fürsten Matei erfüllt. Von grundauf mauerte Hauptmann Lupu Buliga im Jahre 7154 diese Kirche. Mit dieser Gelegenheit wird das Kloster umbenannt von Heiliger Erzengel Michael auf Heiliger Nicodim – nach dem Kloster Hilandar vom Berg Athos wird das Kloster dem Heiligen Täufer gewidmet, somit gibt es ab dem Jahre 1646 einen zweiten Stifter.

Der Pronaos hat eine rechteckige Form, sowie eine Kuppel die im Norden von zwei breiten Bögen gestützt wird. Den Naos teilt eine Steinwand, versehen mit einer kleinen Tür über der die Ikone des Täufers dargestellt ist. Erweitert wird der Naos durch zwei Seitenschiffe. Darüber steht ein Turm der innen zylindrisch und außen achteckig ist. Da gibt es eine Inschrift, kyrillisch geschrieben – genannt werden diejenigen die zur Verzierung des Innenraums beigetragen haben, Gheorghe der griechische Maler aus Trales und der vlachische Maler Dima: „ Nach gutem Willen des Himmlischen Herren und die Herrlichkeit Seines Sohnes und der Erfüllung durch den Heiligen Geist wurde diese göttliche Kirche, zu Ehren des Heiligen Täufers und Wegweisers Johannes, von grundauf gemauert auf Kosten des Herren Gligorie Ghica, Fürst zur Zeit von Axentie! Beendet wurden die Arbeiten an den Innenräumen am 9. August 7181=1673.

Die Catapeteasma – teilt den Naos vom Altar, sie ist aus Mauerziegeln gebaut, und wurde mit drei alten byzantinischen Ikonen und mit dem Bildnis des Heiligen Täufers verziert. Geschaffen hat sie Dumitru Plesoianu aus Cernesti 1762. ... Der Altar hat die Form eines Halbkreises, mit tiefen Mauernischen für den hohen Stuhl und den „proscomidiar“. An diesem Altar mit dem ewigen Licht haben viele Eltern gekniet, und an Gott gebetet.

So haben vor Zeiten unsere Vorfahren gewacht: Gratian Radac, Abt von 1943-1990 und der Klosterpfarrer Vichentie Popescu (1944-1996), ... sie führten ein heiliges Leben, ergrauten im laufe der Zeit und durch Gottes Weißheit.

Im Jahr 1995 haben die Konsolidierungsarbeiten an der alten Kirche begonnen, das Dach wurde mit Kupferblech eingedeckt, die Innenmalereien wurden restauriert, ebenso jene von den Außenwänden des Turmes.

Vor dem Eingang in das Innere des alten Klosters, kann das Holz-Kirchlein besichtigt werden, das 1992-1993 an die Nordwestseite gestellt wurde. ...

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  KIRCHE „HEILIGE KAISER CONSTANTIN UND ELENA“

Innschrift

Nach dem Willen des Vaters, mit Hilfe des Sohnes und der Erledigung durch den Heiligen Geist, wurde im Dorf Spineni, Gemeinde Baiesti, Bezirk Gorj, zu Ehren des Heiligen Täufers diese Kirche gebaut. Obwohl sie 1841, 1901 und 1968 repariert wurde, blieb sie über 40 Jahre geschlossen wegen Baufälligkeit. Das Dach war zu 75 % geschädigt, die Kuppeln waren morsch und auch das Mauerwerk wies Schäden auf.

Auf Initiative von Pfarrer Nicodim Nocolaescu und dem hochgelobten Vater Nestor Vornicescu – Mitropolit von Oltenien, wurde diese Kirche an neuem Ort wieder im Kloster Topolnita erstellt. Die Grundmauern aus Stein fertigten die Gläubigen der Dörfer Bunoaica und Balotesti an, geweiht wurden sie am 29. August 1992. Die Zimmererarbeiten begannen im Sommer 1992 unter der Aufsicht von Pfarrer Pavel Nicolaescu, geholfen haben die Menschen der Dörfer Godeanu, Schitul, Topolnita de Sus und de Jos, Paunesti und Balotesti. Einen wichtigen Beitrag leisteten die Mitglieder des Klosters. Die Dachdeckerarbeiten dauerten ein Jahr, übrig blieben noch die Malereien.

Eingeweiht wurde die Kirche „Heilige Kaiser Constantin und Elena“ am 21. Mai 1993 durch Pfarrer Nestor Vornicescu, Bischof von Oltenien und den Erzbischof von Craiova. 1998 wurde die Kirche ausgeschmückt, eine Catapeteasma kam dazu, sowie Holzskulpturen der Meister aus Maramures. Byzantinische Freskos fertigten unentgeltlich in den Jahren 2004-2005 die Familie Eugen und Florica Papici aus Drobeta-Severin.

Der Gottesdienst zur Neueinweihung fand am 15. Mai 2005 statt, geleitet von Pfarrer Teofan, Bischof von Craiova und Mitropolit der Oltenia, begelitet wurde er von Nicodim Nicolaescu Bischof von Severin, Gurie Gorjeanul Bischofsvikar von Craiova, begleitet von erlesenen Pfarrern und Diakonen.

Segne o Herr diejenigen die sich um die Ausschmückung deines Hauses bemüht haben. Amen

Sfanta Manastire Topolnita, Sat Schitu Topolnitei, Com. Izvoru Barzii, Jud. Mehedinti, Telefon: 0252-342565

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Manastirea Topolnita

... vom Haupteingang her gesehen. Links im Bild: die ausserhalb der alten Ummauerung  umgesetzte und wiedererrichtete "Biserica "Sfintii Imparatii Constantin si Elena" (Kirche "Heilige Kaiser Constantin und Elena). Rechts im Bild sieht man einen Teil der alten Befestigungsanlagen des Klosters mit der dahinter stehenden Klosterkirche.

 

Im Innern

... der alten Klosterkirche.

 

Auf der -E 70- 

... fahren wir entlang der Donau über Drobeta-Turnu Severin nach Orsova, verlassen dort die Mehedinti-Region in nördlicher Richtung. In Pecinisca verlassen wir die -E 70- und befinden uns auf staubigen Pfaden erneut auf Schnuppertour durch ein geheimnisvolles Land entlang der westlichen Abhänge des Cerna-Gebirges. ...

 

Abseits der -E 70-

Auf unbefestigter Landstrasse erreichen wir das Dorf Globurau. Rechtsseits kann man von hier aus direkt zum Kamm des Cerna-Gebirges hinaufsteigen. 

Häuserzeile in Globurau

Die gleichmässige Anordnung der Höfe hat womöglich ihren Ursprung in der Zeit kolonistischer Ortsgründungen im Banat. In Globurau, wie auch in der Gemeinde Cornereva finden wir eine durchweg rumänisch-stämmige Bevölkerung vor. Früher gab es in Globurau zahlreiche Wassermühlen, von denen heute nur noch einige wenige existieren.

 

Schitul din Bogaltin

Diese kleine Klosterklause befindet sich am Ortseingang von Bogaltin (Comuna Cornereva), nahe der Baustellenzentrale des künftigen Cornereva-Stausees. 3-4 Nonnen leben in diesem Schit (Nebenkloster), dass im Jahr 1950 gegründet wurde. Die Klause befindet sich auf sicherer Anhöhe, während viele Häuser der Gemeinde Cornereva künftig dem Stausee weichen müssen. Dennoch ist das nicht das Ende der Gemeinde Cornereva, zu der 34 Streudörfer und Weiler (!) zählen, in der im Jahr 1997 noch 3832 Einwohner lebten. Die Zahl der dort lebende Menschen dürfte bis zum heutigen Zeitpunkt sicher um mindestens ein Drittel zurückgegangen sein. Die Grösse der Gemeinde entspricht in etwa der Fläche der Stadt Bukarest. Die Menschen leben hier von kleinparzelliger Landwirtschaft und ein wenig Viehhaltung. Sicher finden und fanden viele Einwohner auch Arbeit und Einkommen in der Industrie und Forstwirtschaft benachbarter Regionen. Die Weidewirtschaft ist in den letzten 15 Jahren massiv zurückgegangen, wie wir schon auf dem Kamm des Cerna-Gebirges sehen konnten. 

 

Seeblick 

... von der Landstrasse zwischen Cornereva und Rusca. Im Hintergrund sieht man die Gipfel des Godeanu-Gebirges. Der Stausee "Ac. Poiana Ruscai" wurde erst vor einigen Jahren geflutet. Der Bau begann schon in den 80er Jahren, stagnierte in der Zeit nach 1995 und wurde erst nach der politischen Wende in Rumänien erneut aktiviert und zu einem Abschluss gebracht. 

 

Die Staumauer 

... des "Lacul de acumulare Poiana Ruscai". 

Anbei bemerkt: Hier in der Gegend um Mehadia, Plugova, Cornereva, Teregova, ... gab es bis zur Zeit nach dem Ungarnaufstand im Jahr 1956 noch eine antikommunistische Partisanenbewegung (westlichstes Operationsgebiet). Im Zentrum von Teregova befindet sich heute ein Denkmal des bewaffneten antikommunistischen Widerstandes.

Buchtipp zur Partisanenbewegung in Rumänien!

Pensiunea Wittmann

Die Pension verfügt über 13 Zimmer mit insgesamt 30 Plätzen. Weitere Infos:

http://www.wittmanns-huette.de/

Kontakt in Rumänien: Pensiunea Wittmann, Parvu Mariana, Tel.: 0788-392265

 

Terrassenblick

... von Pensiunea Wittmann, die auch eine gute Gastronomie mit traditioneller Küche beherbergt! Wir haben hier zum Abendbrot und Frühstück die bezaubernde Aussicht genossen. 

 

Nahe Pensiunea Wittmann

... befindet sich eine kleine orthodoxe Holzkirche, eine Stiftung der Familie Wittmann. In der Pension kann man sich den Schlüssel zur Besichtigung holen. Die kleine Kirche wurde 1997 fertiggestellt und vom Episkop von Caransebes geweiht.

 

Unser Lager

... am "Lacul de acumulare Poiana Ruscai", unterhalb der Pension Wittmann. Nach einer Nacht am Stausee setzten wir die Reise fort, über Rusca nach Teregova, wo wir wieder auf die -E 70- gelangten. Momentan wird die Strasse von Rusca kommend bis in den oberen Ortsteil der Comuna Cornereva neu befestigt (Betonstrasse) und ausgebaut.

 

 


Manastirea Piatra Scrisa 

Text: Touristisches Faltblatt  / Unkommentierte Übersetzung (Rumänisch ins Deutsche) von: Klaus Danielis

Über die Vergangenheit des Klosters wird vieles berichtet, wie auch bei andern Klöstern ist das für die Gläubigen so üblich. ... Es wird erzählt, dass damals, als die Eisenbahn Caransebes-Orsova gebaut wurde, die Tunneleinfahrt an der Stelle entstehen sollte wo es eine nicht von Menschenhand gemalte Ikone gab. Damit waren die Menschen nicht einverstanden und der leitende Ingenieur musste die Pläne ändern. Gebaut wurde westlich der Ikone in Richtung Armenis.

Dazu äußerte sich der damalige Bürgermeister von Armenis, Grigorie Dragomir: „Wir und vor allem der verstorbene Pfarrer Ilie Sarbu waren der Meinung, dass diese Ikone an heiliger Stelle geschaffen wurde, wir gingen niemals an ihr vorbei ohne unser Haupt zu entblößen und uns zu bekreuzigen. Von wem die Ikone, wann und aus welchem Anlass sie gemalt wurde, ist uns nicht bekannt. Wir und unsere Vorfahren haben sie an dieser Stelle gefunden. Als ich dieses dem Herrn Oberingenieur Mühleisen sagte, hat dieser es zur Kenntnis genommen und ist mit seinen Plänen 4-5 m westlich gerückt, so wie man heute feststellen kann“ (CF. A. Ghidiu, Piatra Scrisa, Caransebes,1930, S. 18-19, im Manastiri din Banat, Timisoara 1976, S. 141). Jene die mit dem Zug in Richtung Armenis fahren, können feststellen, dass der Tunnel leicht nach rechts schwenkt.

Es gibt auch andere Geschichten über diese geheimnisvolle Ikone, etwa dass sie nicht von Menschen geschaffen wurde und Gott unser Leben beeinflusst. Dies offenbart sich stets dann, wenn wir auf seine Hilfe angewiesen sind. Als christliche Heerführer von den Otomanen verfolgt wurden, ein Pferd von einem Bergkamm in den Timis-Fluss stürzte und unbeschädigt wieder herauskam. Dieser Heerführer gab den Befehl, auf den Felsen die Heilige Dreieinigkeit zu malen.

Einer andern Überlieferung nach sollen Reisende mit einer Kutsche aus Muntenia vorbeigekommen sein, plötzlich wurden die Pferde störrisch, rasten davon, und gerade als die Kutsche abstürzen sollte, blieb sie an einem Felsen hängen, den man später „Piatra Scrisa“ (beschriebener, gezeichneter Stein) nennen sollte. Die Menschen blieben unbeschädigt. Erinnernd an das Geschehnis und zu Ehren Gottes wurde die Ikone geschaffen. Es heißt auch, dass ein Viehhändler, gerade am Sonntag Allerheiligen, von einem Sturm überrascht wurde, ein Blitz spaltete den Felsen unter den er sich gestellt hatte, aber der Händler blieb unversehrt. Der Dorfpfarrer empfahl ihm an die Stelle eine Ikone der Heiligen Dreieinigkeit zu malen, weil er von der gesamten Gottheit gerettet wurde.

Ein erster, sicherer und schriftlicher Nachweis über die Piatra Scrisa erscheint auf einer österreichischen, militärischen Karte im Jahre 1788, wo der Felsen Piatra Scrisa, der Heiligen Dreieinigkeit eingezeichnet ist. Wahrscheinlich gab es zu der Zeit bereits die Ikone. 1822 wurde sie vom Maler Moise Buru Scriitoru, aus Caransebesch restauriert. 1929 ließen Vasile Dragomir aus Slatina Mica und seine Gattin Ana dort eine Kapelle zur Erinnerung an ihre einzige verstorbene Tochter bauen. Die Außenmaße betragen 8 x 4 m und innen sind es 3,5 x 3 x 3,5 m Höhe. 1930 baute das Bistum Caransebes ein einstöckiges Haus für das geistliche Personal und einen Glockenturm. So entstand die kleine Kultstätte „Stift Piatra Scrisa“.

Unwiderrufliche Beweise lassen darauf schließen, dass es sich da um einen geheiligten Ort handelt, auch Wunder soll es gegeben haben. Kranke Kinder und Erwachsene die den Ort besuchten, wurden geheilt, indem sie die Ikone berührten und vor ihr beteten. Diese Wunderheilungen sind in der Gegend bekannt und wahrscheinlich, gerade darum steht der Begriff Icoana oder Iconia hier für viele Tauf- bzw. Vornamen. Über die wundervollen Eigenschaften der Ikone wissen nicht nur die orthodoxen Christen bescheid, sondern auch die wenigen Katholiken dieser Gegend.

Auch heute kommen sie her und beten, früher gab es regelrechte Prozessionen, geleitet von Pfarren, um sich vor diesem Heiligen Ort zu verneigen. Das Stift Piatra Scrisa erhielt eine neue Kirche und es werden neue Zellen erstellt…

 

Manastirea Piatra Scrisa

Ein kurioser Anblick: Die kleine Kirche unmittelbar neben der Bahnstrecke, welche direkt an die steile Felswand gebaut ist und nun im Innern die alten Felsmalerien schützt.  

 

Im Innern 

... der kleinen Kirche. Die Malereien befinden sich, schwer erkennbar, an der dunklen Felswand (links im Bild). 

 

Zu Gast bei banater Freunden!

Auf unserer Rückreise machten wir natürlich Halt in Garana (Wolfsberg), wo wir bei unserer befreundeten Familie Neff übernachteten. Im Nachbarort Brebu Nou (Weidenthal) hat sich seit einiger Zeit ein weiterer gemeinsamer Freund eine neue Existenz aufgebaut. Keine Frage, dass wir alle zum Abend bei seiner Familie zu Plausch, Schmaus und Trank einfanden. 

 

Muzeul de Mineralogie

An unserem letzten Reisetag durch das Banater Land machten wir noch einen Abstecher nach Ocna de Fier. Constantin Gruescu hat hier eine der grössten privaten Mineraliensammlungen des rumänischen Landes zusammengetragen. In einer öffentlichen Ausstellung kann man an die 2000 Exponate besichtigen. Das gesamte Potential der Mineraliensammlung ist natürlich noch um ein Vielfaches grösser und bleibt Fachleuten vorbehalten. 

Kontaktadresse: Constantin Gruescu, Str. Vale, Nr. 113, Ocna de Fier, Jud. Caras Severin, Tel.: 0255-527822.

 

 


Manastirea "Sf. Ilie de la Izvor" 

Text: Touristisches Faltblatt  / Unkommentierte Übersetzung (Rumänisch ins Deutsche) von: Klaus Danielis

 

Das Kloster befindet sich in dem Dorf Vasiova bei Bocsa (Judetul Caras-Severin), nahe der von  der -588- abzweigenden Landstrasse Richtung Ocna de Fier. Hier in Vasiova gibt es eine Quelle. Einst hatte Arbeiter aus Ocna de Fier einen Unfall erlitten und konnte kaum noch etwas sehen. Eines Tages, im Jahr 1850 fand er sich an der Quelle ein, um das Gesicht zu säubern. Nach der Waschung  erlangte er plötzlich sein Augenlicht zurück. 

Bald war das Wunder im Ort bekannt, viele Menschen kamen zur Quelle an der das Wunder geschah. Es musste eine Kultstätte errichtet werden.

1898 wurde ein Bildstock geschaffen – an der Stelle sollte gebaut werden. Die Ortsansässigen wünschten sich eine Kirche und der Mönch Macarie Gusca setzte am 15. Mai 1905 den Grundstein. Nach nur drei Monaten, am 5. August 1905, wurde mit Gottes Hilfe und dem Fleiß der Gläubigen die Kirche geweiht.

Zugleich mit dem Bau dieser Kultstätte begann auch die Entfaltung des geistigen Lebens in dieser Gegend. Seinen Höhepunkt erreichte es im Jahre 1940, als einige Nonnen aus der Moldau, vom Kloster Sucevita kamen – sie wurden vom Caransebescher Bischof eingeladen. In dieser Zeit werden das Hauptgebäude die Nonnenzellen und weitere Gebäude errichtet. ... 

Es gab Werkstätten für Teppiche, Nähereien, Malerei. Doch durften die Nonnen nicht lange bleiben, durch das Gesetz 410/1959 wurde das Kloster geschlossen.

Es entstand eine Schule und die Nonnen die nicht weg ziehen wollten konnten sich zivilen Berufen widmen. Das Vermögen des Klosters wurde verstaatlicht. Die Kirche konnte als Pfarrkirche weiter genutzt werden.

1984 erfüllte sich ein großer Wunsch der Kirchenstifter und die Kirche wurde mit Malereien ausgestattet. Frau Florica Lepadatu aus Turnu Severin arbeitete sechs Monate daran.

Nach 1990 und nach vielen Interventionen bei der Regierung konnte das Klosteranwesen wieder erlangt werden. Heute leben und arbeiten hier 11 Nonnen. Pfarrer Arhim Isionim Stoica ist 79 Jahre alt und er befindet sich stets bei den Nonnen und den vielen Gläubigen die ihn um Rat und Hilfe bitten.

Das Gemeinschaftsleben ist erfüllt von Arbeit und Beten. Die Nonnen wechseln sich stets bei allen anfallenden Arbeiten ab, mal in der Malerwerkstatt, dann in der Schneiderei wo Steppdecken hergestellt werden, als auch in der Küche und im Garten. Jede Nonne betet in ihrer Zelle, dazu kommt noch das gemeinsame Beten in der Kirche.

Zum Beispiel morgens um 7 Uhr das Morgengebet, Stundengebete und die Heilige Messe, dann um 17 Uhr die Vecernia und nochmals um 23 Uhr die Utrenie.

Diese Kultstätte beeinflusst das geistige Leben der Menschen dieser Gegend.

 

 

Manastirea "Sf. Ilie de la Izvor" 

Natürlich ist es für uns mittlerweile ein "MUSS", vor einer Rückreise nach Deutschland ein orthodoxes Kloster aufzusuchen, eine kleine Spende zu geben und sich ins tägliche Gebet der Nonnen, bzw. Mönche mit einbeziehen zu lassen. So haben wir das Gefühl, nicht gänzlich abrupt und vollends alles hinter uns zu lassen, was uns in den drei Wochen lieb geworden ist!!!

Der hier befindlichen St. Elias-Quelle wurden übrigens in der Tat Augenschmerz lindernde Substanzen nachgewiesen. Jedes Jahr kommen zum St. Elias- Tag viele Pilger, um der Quelle Wasser zu entnehmen, und sich damit mindestens einen Monat lang die Augen auszuwaschen. ... Betreffs der einstigen Schliessung des Klosters verweisen andere Quellen darauf, dass dieses im Jahr 1947 von den Kommunisten im Einverständnis des damaligen Patriarchen Justinian geschlossen wurde. Bis zur Neueröffnung 1990 beherbergte das Kloster ein Kinderheim. Heute leben wieder 20-30 Nonnen in dem Kloster (Durchschnittsalter 26 Jahre) und beschäftigen sich mit der Weberei, dem Herstellen kirchlicher Bekleidung, sowie der Hinterglasikonen-Malerei.

 

 


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