Polovragi - Baia de Fier - Novaci ...


 

Alles doppelt in diesem walachischen Landstrich ...

Fotos: Wilhelm Scherz

Wenn man das Gebiet zwischen  Crasna und Polovragi in das Interessenfeld rückt, dann löst es nach kurzer Recherche ein Schmunzeln in einem aus, denn in der Tat gibt es hier scheinbar alles doppelt: zwei über die Südkarpaten hier herführende Passstraßen; zwei Schluchten; zwei Schauhöhlen nebst zwei weiterer kleinerer Höhlen; zwei in den Bergen stehende Steinkreuze; zwei historische Klöster und in der Cafeteria in Novaci muss man in jedem Falle zwei Stück der leckeren Törtchen essen. Die Cafeteria steht als symbolischer Pate dafür, dass all die doppelten Ziele von jedem Reisenden mühelos besucht werden können. Und seit die -67C- seit einigen Jahren den ruhmvollen Namen "Transalpina" erhielt, fühlen sich zahlreiche Touristen bewogen, aus dem historischen Transsilvanien auszubrechen und die höchst gelegene Straße Rumäniens bis hinüber in die Walachei zu befahren. Und gleich dort, wo man dann ankommt, erwartet den Reisenden alles Doppelt!!! Und das was man hier im oberen Bild erblickt, gibt es als zusätzlichen Bonus noch dazu. 



 

Die Anreise

... erfolgt von Norden her über die Transalpina. Diese Strecke ist aber ab Spätherbst bis in den Frühling hinein, in Abhängigkeit von den Schneeverhältniussen auf dem Hauptkamm der Muntii Parang gesperrt. Aus westlicher Richtung kommend, führt die -67- auf schnellsten Weg in Richtung Novaci. Bei Bengesti verlässt man die -67- und erreicht nach 13 km Novaci. Schöner ist allerdings die Strecke am Fuße der Südkarpaten. Nahe Targu Jui lohnt vorab ein Besuch des Freilichtmuseums in Curtisoara. Über Musetesti erreicht man so das historische Kloster "Manastirea Crasna". Aus östlicher Richtung, vom Olt-Tal kommend, erfolgt die Anreise zunächst über die -67- bis Horezu, wo man dann auf die malerische Landstraße nach Polovragi abzweigt. Wir befinden uns hier im Landesbezirk Gorj. Kurz hinter Polovragi schließt sich im Osten der Landesbezirk Valcea an, in dem es eine ungeheure Zahl an Sehenswürdigkeiten gibt. Aber beschränken wir uns hier auf diesen Teil der Kleinen Walachei in Altrumänien. ...



 

Zu den beliebtesten Fotomotiven 

... zählt das orthodoxe Kloster "Manastirea Polovragi" mit den dahinter steil aufragenden Felsklippen der Schlucht "Cheile Oltetului". Inmitten der Schlucht befindet sich die Besucherhöhle "Pestera Polovragi". Zur rechten Seite der Felsklippen beginnt ein Wanderweg, welcher über die östlichen Anhöhen der Schlucht führt.
Der Name "Polovragi" als Ortsbezug taucht erstmals in einem Dokument auf, in dem der Fürst Radu cel Frumos (Bruder von Vlad Tepes) in den Jahren 1463-1464 die Herrschaft über die Gemeinde Polovragi ausübt. 

 

Manastirea Polovragi

Das einstige Mönchskloster wird seit dem Jahr 1986 von Nonnen bewirtschaftet. 

"... Das Kloster existierte schon 1505. Wie aus einer Schrift Matei Basarabs vom 6. Juli 1648 deutlich wird, hat der Kanzler Danciul Paraianu die heutige Kirche geründet. 1693 kaufte Constantin Brancovianu die Anlage, restaurierte sie und liess sie zum Filialkloster des Klosters Hurezi werden. Die Malerei stammt aus der Zeit Brancoveanus, zwischen 1703-1712 von Meistern der Schule aus Hurezi fertiggestellt. ..." [1]

Nachdem Constantin Brancoceanu das Anwesen zurückgekauft hatte, erfolgte der Bau einer Umfassungsmauer, eines Glockenturms und die Kirche wurde durch eine offene Vorhalle erweitert. Das Kloster wurde übrigens während der Zeit des Kommunismus nicht aufgelöst, wohl aber verfügte es nicht mehr über Besitztümer und Ländereien.
Im Jahr 1968 übernahmen Nonnen die Betreuung des historischen Klosters. 

 

Blick in den Pronaos

... der Klosterkirche. 

Manastirea Polovragi stand lange Zeit unter der Obhut des Mutterklosters Hurezi. 1695 schenkte Fürst Constantin Brancoveanu dem Kloster Hurezi zudem mehrere Dörfer, zu denen auch Baia de Fier gehörte. Nach einem über Jahre andauernden Gerichtsprozess Mitte des 18. Jahrhunderts erstritt der Abt Pachomius (Man. Hurezi) auch die Vereinnahmung des Gutes Baia de Fier. Zum Gut zählten zu jener Zeit 40 landlose Einwohner, welche verpflichtet waren, jährlich 12 Tage Frondienste zu leisten, den Zehnten aller erzeugten Waren abzugeben. Wein und Branntwein durften nicht ohne Wissen des Klosters verkauft werden und es war eine 'Bergsteuer' zu entrichten. 1786 kam es zu einer gerichtlichen Einigung zwischen dem Kloster und den Dorfbewohnern, wobei letztere sich verpflichteten, ihr Vieh nicht ohne Zustimmung des Klosters auf die Felder und in die Berge zu teiben. [6] ... Im weiteren Geschichtsverlauf ereigneten sich stetig fortsetzende Gerichtsklagen zwischen dem Kloster und den Bewohnern von Baia de Fier. Über die sich stetig verändernden Besitzverhältnisse von Baia de Fier kommen wir noch an anderer Stelle in sehr begrenzten Auszügen ...


 

Biserica Bolnita (Sf. Nicolae)

In den Jahren 1732 - 1738 erfolgte der Bau eines zum Kloster gehörigen Kirchenkrankenhauses, zu dem auch die kleine Steinkirche (1736) im hinteren Bereich des Klosters gehört. Während dieser Zeit der österreichischen Herrschaft über Oltenien erfüllte das Kloster auch die Funktion einer Verteidigungsanlage gegen die ständige Bedrohung durch die Türken. In den Jahren 1718-1739 beherbergte das Kloster ein Batallion unter der Führung von General Stainville. 

In einer Quelle [2] des Jahres 1781 finden wir nachträglich vermerkt: "... Hier war von den Kaiserlichen der Antrag gemacht, ein Magazin anzulegen, und das Kloster, sowie dasjenige zu Polowratsch, zu befestigen, jenes, um den Tatarn den Weg nach Orschowa zu sperren, dieses, um eine Kommunikation mit Karlsburg, Hermanstadt und dem temeswarer Banate zu bekommen; zu welchem Ende auch ein Fahrweg nach Hatzeg angelegt, und der Fußsteig längs dem Schiul zerstört werden sollte. ..."
Im Jahr 1802 wurde das Kloster von den Truppen unter Osman Pazvantoglu geplündert. Eine Legende sagt, dass zuvor die Mönche einen Klosterschatz im Wasser des Olt-Flusses versteckten. 


 

Im Pronaos

... der Biserica bolnita findet man eine wunderschön restaurierte Innenbemalung aus dem Jahr 1738 vor.  

Bedienen wir uns des Jahres 1869 einer weiteren literarischen Quelle [3], welche die Eindrücke einer kleinen ausländischen Reisegesellschaft über die Region um Polovragi und Baia de Fier widerspiegelt: 

"... Nordöstlich von Orezu liegt eine Filiale dieses Klosters, Polowratsch, ... Der Mönch, welcher dem Reisenden als Führer diente, suchte nach Schätzen, welche dort irgendwo unter der Erde liegen sollen ... Das Kloster recrutiert seinen Bedarf an heiligen Männern aus beliebigen Subjecten ... und sich auf bestimmte Anzahl von Jahren zum Bleiben verpflichten. Sie bekommen Wohnung, Kleider, Essen und namentlich eine bestimmte Summe Geldes. ... Jener Führer beklagte sich seinerseits bitter über den Abt von Orezu, weil derselbe einige Zucht und Bewahren des äußeren Anstandes von den Mönchen verlangte, auch nicht dulden wollte, daß dieselben starke Getränke über das gebührende Maß genössen. Der fromme Mann hatte den Krimkrieg als russischer Soldat mitgemacht und war nun Mönch in der Walachei. ... In der Nähe des Klosters befindet sich eine Stalaktitenhöhle und fünf oder sechs Stunden nach Norden hin liegen alte Eisengruben, die von den Römern und vielleicht auch den Dacern bearbeitet worden sind, jetzt aber ungeachtet daliegen. ..." ... Setzen wir den Bericht an späterer Stelle fort ...


 

Crucea lui Ursache

Das Steinkreuz befindet sich auf ca. 940 Höhenmeter. Von hier hat man einen Ausblick über Polovragi https://comunapolovragi.ro/ und die sich anschließende oltenische Tiefebene. Das Metallkreuz stammt natürlich aus jüngerer Zeit.  Wenn man den Fahrweg in die Cheile Oltetului einschlägt, dann kommt zur linken Seite ein Hinweisschild mit dem Vermerk: Wandermarkierung roter Punkt; Poienile de Sus - Luncile Oltetului 4-5 Stunden. Hier führt ein schmaler Pfad steil bergan bis zu einem kleinen Plateau. Nach knapp 1 Stunde hat man das Steinkreuz ereicht. An zwei Seiten sind slawische Inschriften eingraviert. Das Kreuz wurde von dem Husarenhauptmann Ursachie zwischen 1800 - 1808 (?) errichtet, welcher zunächst als Husarenhauptmann in Siebenbürgen wirkte. Später überschritt er mit seinem Gefolge die Karpaten in die Walachei und sah seine Aufgabe in dem Schutz der Region um Novaci und Polovragi. 


 

Blick vom Steinkreuz

... in nördlicher Richtung über die Cheile Oltetului hinweg. Ganz in der Ferne erheben sich die Hochweideflächen vor dem Winterkurort Ranca. Die eigentliche Gipfelkette der Muntii Parang ist von den Wolken verhüllt.


Was ist das?


Schaut man nahe des Kreuzes  in westlicher Richtung auf die gegenüber liegenden Abhänge der Schlucht, so erblickt man das Felsenfenster der riesigen Grotte "Sura Haiducilor". Aber dazu kommen wir noch ...


Folgt man dem Wanderweg


... von Crucea lui Ursache auf den Höhen in nördlicher Richtung, so ist ein steiler Abstieg hinter der Schlucht über einen stark erodierten Forstweg möglich. Nach ca. 2 Stunden erreicht man wieder die Valea Oltetului. Die hier verlaufende Forststraße führt nach rechts hinauf zum Bergpass Curmatura Oltetului (1620 m). Hier befinden sich drei Hirtenhütten nahe der Passstraße (die untere Hirtenhütte links im Bild). Die hier verlaufende Passstraße verläuft parallel zur Transalpina, welche auf ihren Höhen bei Saua Urdele (Pasul Urdele) ca. 10 km Luftlinie entfernt ist. Hier oben bei Curmatura Oltetului befindet sich der nahtlose Übergang zwischen den Muntii Capatanii und den Muntii Parang. Für Bergwanderer ein durchaus symbolträchtiger Ort. 


Lacul Petrimanu

Die Passstraße über Curmatura Oltetului führt nach Norden hinunter zum Stausee Lacul Petrimanu, welcher sich auf ca. 1130 Höhenmeter befindet. Am Ufer des Lacul Petrimanu passiert man die urige Cabana Maria-Petrimanu. Hier verläuft das wilde und teils sehr felsige Tal der Latorita welches hinter dem ersten Bergort Ciungetu in der Valea Lotrului mündet. Die traumhafte Passstraße, von Polovragi beginnend, über Curmatura Oltetului, bis hinunter in das Lotru-Tal gehört zu den weniger bekannten Bergstraßen und ist weitgehend eher für Allradfahrzeuge geeignet. Aber eigentlich ist das schon wieder ein Thema für eiue separate Webseite. Kommen wir also zurück zum oberen Abschnitt der Cheile Oltetului. ...


Cheile Oltetului


Die hier fließenden Wässer des Oltet haben sich tief in den mesozoischen Kalkstein vorgearbeitet und dabei zahlreiche Höhlen freigelegt, von denen für den gewöhnlichen Touristen, die Pestera Polovragi zu einer kleinen "Begehung" einlädt. Im oberen Abschnitt ragt der Fels mitunter weit über die Forststraße hinweg. 


Pestera Polovragi 


 https://pesterapolovragi.ro/  

Die Pestera Polovragi, früher in alten Publikationen auch als Pestera lui Pahomie bezeichnet, befindet sich auf 670 Höhenmeter. In der Höhle herrscht ganzjährig eine Temperatur von 8-9 °C vor. Gegenüber vom Höhleneingang führt eine Treppe in den tiefsten unteren Abschnitt der Schlucht, wo der Oltet-Bach durch eine 3-4 m breite und ca. 8-10 m tiefe Verengung der Schlucht fließt.


Eine Legende von Polovragi

... steht in Verbindung mit der Pestera Polovragi ... so hat es Constantin Caslaru in seinem POLOVRAGI-Buch [5] dokumentiert:

"... Zamolxis und die Polovragier: ... Die dakische Festung Polovragi, deren Ursprünge auf über 2300-2400 Jahre zurückgehen ... Von Generation zu Generation erhielten die Einwohner von Polovragi Botschaften über die dakische Medizin und ihre Religion und waren stolz darauf, dass hier, in der Polovragi-Höhle, der Königgott der Daker - Zamolxis - gelebt haben soll, sodass dies im Laufe der Zeit zu einer Legende wurde. Die Legende erzählt, dass Zamolxis, der Gott der Daker, einst alt, wieder jung wurde und die Daker zum Kampf gegen die Römer ermutigte. Doch als er den Sieg der Römer sah, ..., schloss er vor Kummer über die Niederlage die Augen und wurde zu einem Geist. In diesem Augenblick brach wie aus dem Nichts ein furchtbarer Sturm los. Aus dem Chaos der Elemente erhob sich die Erde mit einem anderen Antlitz, mit anderen Zeiten, mit anderen Gesetzen. Und seither sind wir Rumänen mit einer neuen, strahlenden Seele hervorgegangen, die in stürmischen Tagen, im Klirren der Wälle und im Pfeifen der Pfeile erstrahlt. Und die Tropfen, die noch heute von den Wänden der Höhle tropfen, sind die Tränen Zamolxis. ..."

Bei meinem ersten Besuch

... der Höhle vor über drei Jahrzehnten, erzählte der Höhlenführer, dass es hier schöne Stalaktiten gab, die aber in jüngerer Zeit geplündert wurden. Das entspricht so nicht ganz der Wahrheit, denn in einem Bericht aus dem Jahr 1886 [7] ist dokumentiert:

"... Ferner findet sich eine ansehnliche, circa 300 Meter in den Berg hineinreichende Höhle oberhalb des Klosters Polowratsch. Alle diese Höhlen haben einst eine herrliche Tropfsteinbildung gehabt, sind jedoch durch Vandalismus und Unvernunft der Besucher heute vollständig devastiert. ..."

Aber gut, die Schäden betreffen nur einen sehr kleinen Teil der Höhle. welche zu späterer Zeit immer wieder mit Neuentdeckungen aufwartete. So wird die Größe der Höhle zum heutigen Zeitpunkt mit 10.350 m angegeben. Nur die vordere Galerie ist über 600 m beleuchtet und für Touristen begehbar. Gleich hinter diesem Abschnitt setzt sich der "Sector Ogiva" (siehe Bild) mit einer niedrigen Deckenhöhe von bis zu 0,5 m fort. ...

Pestera lui Sabareanu

Wenn man vom Eingangsportal der Pestera Polovragi talwärts geht, weist ein kleines Schild zur linken Seite der Schlucht den steilen Aufstieg zur Höhle. Für den Aufstieg benötigt man je nach Kondition ca. 20 - 30 Minuten. 

Die Höhle 

... besteht aus einer durchgehenden Galerie, an deren Ende sich eine kleine Gebetsnische befindet. In der Mitte der Galerie befindet sich eine  Ausgrabungsstätte. Vor der Höhle befindet sich eine kleine Infotafel mit folgendem Vermerk:

"... Die Sabareanu-Höhle befindet sich oberhalb der Polovragi-Höhle. Ihr Name geht auf Corneliu Sabareanu zurück, den ehemaligen Abt des Klosters Polovragi, der 17 Jahre lang in der Höhle lebte. Er wünschte sich, hier begraben zu werden und der Legende nach grub er sich hier sein eigenes Grab. Archimandrit Corneliu Sabareanu wurde 1840 im Tal von Sabal ... Ilfov geboren und ging mit 27 Jahren zum Berg Athos, wo er in der rumänischen Einsiedelei Prodromu zum Mönch geweiht wurde. 1887 kehrte er nach Rumänien zurück nd wurde zum Abt des Klosters Cocosu im Kreis Tulcea ernannt, ein Amt, dass er bis 1890 innehatte. ... Er wurde als Missionar nach Jerusalem entsandt und nach seiner Rückkehr im Bistum Buzau zum Archimandriten geweiht. ... Bevor er sich 1919 in Polovragi niederließ, bereist er mehrere Klöster, darunter Tismana und Iavra in Oltenien. In Polovragi lebte er intensiv spirituell; er war geistlicher Vater von Königin Maria und bis 1925 Abt. Er gab sein Amt des Abtes freiwillig auf und zog sich am 1. März 1926 in eine Höhle zurück, wo er bis zu seinem Tod am 26. Juli 1926 litt. Seine sterblichen Überreste wurden 1957 auf den Klosterfriedhof überführt und dort beigesetzt ..." 


Pensiunea Cheile Oltetului

Nahe Manastirea Polovragi befindet sich die wunderschöne Pension. Mich hat es vor Jahren einmal dorthin verschlagen, als am späten Nachmittag eine anhaltende Gewitterfront angekündigt war. Also, keine Frage, ich nahm mir ein Zimmer mit Balkon und genoss die Aussicht zum Klostervorplatz. Die Toaca erklang vor der abendlichen Klostermesse. Die Stimmung des aufziehenden Gewitters verschönerte ich mit einem Bere ursus (Bärenbier).  Es war schlicht eine traumhafte Abendstimmung!

 https://cheile-oltetului.ro/


Gehen wir von Polovragi nach Baia de Fier
 
... und bedienen uns der Fortsetzung jenes Reiseberichtes [3] aus dem Jahr 1869:

"...  Lancelot unternahm einen Ausflug nach diesem 'Baia de Fier'. Zwei Diener aus dem Kloster hingen einen Quersack um, nahmen eine Axt auf den Rücken und gingen den Reitern voran ... und über eine kleine Hochebene bis zu der Schlucht, in welcher der Baia de Fier in vielen Windungen strömt. Überall liegen Eisenschlacken umher; ... Bald gelangt man an eine halbkreisförmige Lichtung, in welcher mehrere Kalköfen in Betrieb stehen. ... Auf dem Rückwege rasteten sie in der eben erwähnten Lichtung, auf der sich inzwischen einige Hirten eingefunden hatten; sie bliesen auf Flöten und die Kalkbrenner spielten den Dudelsack. ..."


Biserica "Toti Sfintii"

Die historische Steinkirche in Baia de Fier stammt aus dem Jahr 1749-1753.  Im Pronaos der Kirche befindet sich ein Infoblatt zur Historie der Kirche und des Ortes Baia de Fier:

"... Erste urkundliche Aufzeichnungen des Ortes stammen aus dem Jahr 1480, jedoch ist die Existenz des Ortes weit älter, was durch Ausgrabungen belegt ist. Das Gut der Gemeinde Baia de Fier ging 1691 in den Besitz von Fürst Constantin Brancoveanu über, der es noch im selben Jahr dem Kloster Horezu schenkte. ... Die Kirche, die in ihrer Architektur im 18. Jahrhundert sehr verbreitet war, ist in ihrer ursprünglichen Form erhalten: Sie besteht aus einen Meter dicken Mauern. Das Dach bestand ursprünglich aus einem Strohgeflecht, wurde 1929, 1950 und 1978 jeweils neu mit Blech eingedeckt. ... Die alte Glocke trägt die Inschrift "Martin Feltz goss mich in Gratz 1745 - Austria". ... Die Fenster sind mit kunstvoll verzierten Steinrahmen versehen, die an den Pavillon von Dionisie in Horezu erinnern. Die Innenbemalung, datiert 1753, wurde als Fresko von Dimitrie Erodiacon, Teodor und Pana ausgeführt. In den Jahren 1984 - 1987 erfolgten umfassende Restaurierungen an der Innenbemalung. ..."

Im Innern

 ... der alten orthodoxen Kirche von Baia de Fier. Vor dem Bau dieser Kirche gab es hier kleine und kleinste Dorfkirchen, welche durchweg aus Holz bestanden. Seit der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahr 1480 wechselten im weiteren Verlauf die Besitzverhältnisse des Dorfes Baia de Fier (und vieler anderer Dörfer) sehr häufig. Oft waren die Dörfer im Besitz mehrerer wohlhabender Familien:  [6] In früher Zeit herrschten hier Ticuci samt seiner Brüder Radu und Petru; 1571 kam ein Drittel des Dorfes als Mitgift an einen Besitzer Namens Velica. 1587 übertrug Velica seinen Teil des Dorfes an einen Herrn Catalina. Später verkauften sich viele Freibauern als Leibeigene an Großgrundbesitzer, da sie die Steuern nicht mehr bezahlen konnten und so von der Steuerpflicht befreit waren. 1611 erlangte ein Herr Namens Preda Besitzrechte an der Hälfte des Dorfes ... 1632 kaufte ein gewisser Danciu die Hälfte des Dorfes, 1636 kaufte Selbiger die andere Hälfte hinzu. 1644 hatte Matei Basarab das Dorf und Gut Baia de Fier, samt aller Rumänen erworben. ... 1654 ordnete Constantin Serban an, dass alle, die ihre Ländereien in Baia zwangsweise verkauft hatten, mit dem erhaltenden Erlös im königlichen Diwan erscheinen sollten, um die Ländereien zurückzukaufen ... Später war ein Herr Dobra Besitzer großer Teile des Dorfes und 1669 wechselten dessen Anteile an Hauptmann Giurca ... 1691 kaufte Constantin Brancoveanu das Gut Baia, welches 1695 als Schenkung an das Kloster Hurezu überging ... und so setzt sich die Geschichte unendlich fort. 1746 beendete Fanariot Constantin Mavrocordat die Leibeigenschaft in der Walachei, was weitere Umwälzungen mit sich brachte.

Noch ein wenig historische "Bestandsaufnahme" ...

Im Jahr 1898 gibt folgender Artikel [4] Aufschluss über Baia de Fier:

"... Baia de Fier ist eine ländliche Gemeinde ... Sie liegt an beiden Ufern des Baches Baia de Fier (auch Galbenul genannt) ... Der Name soll vom Eisenerz stammen, das einst hier abgebaut wurde. ... Die Gemeinde besteht aus drei Weilern: Baia, Schodolul und Neagra. Sie umfasst eine Fläche von fast 11.300 Hektar ... Von dieser Fläche werden 800 Hektar gepflügt, 800 Hektar mit Obstgärten bepflanzt, 5.600 Hektar sind Wald und 4.100 Hektar Weideland. Die Gemeinde zählt 254 Familien mit 1095 Einwohnern, davon 208 Steuerzahler. Der Viehbestand umfasst 1077 Rinder, 163 Pferde, 4500 Schafe, 257 Ziegen, 38 Bienenstöcke, 50 Pflüge, 60 Ochsenkarren und 7 Pferdewagen. Die Einnahmen der Gemeinde betragen 1800 Lei, die Ausgaben 1789 Lei. ... Es gibt zwei Mühlen, 42 Brunnen, ... Der Handel wird von vier Rumänen und einem Griechen betrieben. Die Gemeinde verfügt über eine Schule, die von 34 der 45 eingeschriebenen Schüler besucht wird und über zwei Kirchen, die von einem Priester und Sängern betreut werden. ..."

Vila Nico

Diese Pension mit dazugehöriger Gastronomie befindet sich am oberen Zugang zur Schlucht. 

https://www.vilanico.ro/ 

Grundsätzlich sollte man an dieser Stelle anmerken, dass in Polovragi als auch in Baia de Fier und dem näheren Umland kein Mangel an Hotels und Pensionen herrscht.  

Cheile Galbenului

 Die wunderschöne Schlucht befindet sich ca. 2,3 km westlich der Cheile Polovragi. Beide Schluchten befinden sich in den südöstlichen Ausläufern der Muntii Parang. Die Länge der Schlucht beträgt ca. 1,3 km und befindet sich auf ca. 610 Höhenmeter. Die höchste Erhebung des zwischen den beiden Schluchten befindlichen Kalkplateaus beträgt 1030 m. Die östlichen felsigen Flanken der Schlucht bis hinauf zu den weniger steilen Abschnitten, verlaufen bis in eine Höhe von ca. 750 m. Die westlichen felsigen Abschnitte der Schlucht (siehe linkes Bild) verlaufen bis in eine Höhe von bis zu 730 Höhenmeter und bieten die schönsten Ausblicke auf die Schlucht. Hier kann man über einen schmalen Wanderpfad hinter der Pestera Muierilor zu den westlichen Anhöhen hinaufsteigen und dann bei den ersten Häusern von Baia de Fier wieder den Abstieg wählen. In der Schlucht gibt es mehrere Kletterrouten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Weitere Infos dazu unter:

https://www.via-ferrata.ro/baia-de-fier/ 

Blick auf den südlichen Zugang

... der Cheile Galbenului. Davor befindet sich das Zentrum der Comuna Baia de Fier ...

https://www.pbf.ro/ 

Pestera Muierilor

 https://www.pesteramuierilor.ro/   ...  https://www.pesteramuierilor.ro/harta.htm 

 Eine Kurzbeschreibung der Höhle findet man am Zugangsweg zur Höhle selbst:

"... 'Pestera Muierilor' ist Grotte und Stollen wie ein Labyrinth, diese gehen von Nord nach Süd durch ein Kalkband der Klamm 'Cheile Galbenului'. Die Höhle hat 4 Ebenen und eine Länge von mehr als 8 km. Die Höhle hat ihren Ruhm wegen der Entdeckung menschlicher Fossilien (ca. 35000 Jahre alt) darin erlangt; dort wurden auch altsteinzeitliche Artefakte und Fossilien von Grottenbären und anderen Tieren wie Grottenlöwen, Hyänen, Wölfen und Pflanzenfressern entdeckt, die in diesem Gebiet 40000 Jahre früher lebten."

Auch ein Skelett

... des Ursus spelaeos (Höhlenbär) ist hier in der Höhle rekonstruiert und stellt neben den schönen Kalkformationen eine weitere Bereicherung für die Besucher dar. 

Weitere Infos

 ... zur Pestera Muierilor:

https://en.wikipedia.org/wiki/Pestera_Muierilor 

https://www.trecator.ro/europa/romania/oltenia/pestera-muierilor/ 

Ich muss es eigentlich nicht mehr auf meiner Seite erwähnen, dennoch sei darauf verwiesen, dass - so man die Wahl hat - solche touristischen Top-Ziele nicht unbedingt am Wochenende anzufahren. An einem Wochentag in der Nebensaison hatte ich sogar schon einmal die Gelegenheit, allein durch den öffentlichen Teil der Höhle zu laufen. Die obere, für Touristen zugängliche Galerie, hat eine Länge von 573 m. Die tiefer liegenden Galerien sind als Schutzgebiet ausgegeben und somit nur für Höhlenforscher mit besonderer Legitimation zugänglich.

Unmittelbar neben der Vila Nico

 ... befindet sich eine kleine Wiese, auf welcher der Wanderer problemlos sein Zelt aufschlagen kann. Mit etwas Glück gehen dann bei Einbruch der Dunkelheit die Scheinwerfer an, welche die östlichen Felsflanken der Schlucht beleuchten. Was für eine schöne Stimmung und vielen Dank an die Comuna Baia de Fier für diese tolle Idee. 

Sura Haiducilor

Diese riesige Grotte, mit mehreren Höhlenfenstern befindet sich auf den oberen Höhen der westlichen Abhänge der Cheile Oltetului. Auf der gegenüber liegenden Talseite der Vila Nico findet man einen ersten Wegweiser. Hier ist die Markierung "blauer Punkt" angegeben, welcher hinauf zum Plateau führt, in dessen Nähe sich die Sura Haiducilor befindet. Man folgt zunächst den steilen östlichen Felsflanken in nördlicher Richtung, bis bewaldete Abschnitte beginnen. Hier führt ein sehr steiler Forstweg direkt hinauf zu einem Plateau. Dort, bei einer Wiese angekommen, folgt man einem links abzweigenden schmaleren Pfad, welcher in Richtung Cheile Oltetului führt. Nach einem kurzen Abstieg zweigt ein schmaler Pfad nach recht ab und nach wenigen Metern hat man das imposante Zugangsportal der Sura Haiducilor erreicht. 


2050 / 15 (?) S.BV. ...

 ... Nicht gerade leserlich, die neben dem Höhlenzugang vermerkte Kennzeichnung des wohl zuständigen Höhlenclubs. Die Höhle, kurz vor dem Zugang der Sura Haiducilor ist durch das halbmondförmige Eingangsportal problemlos begehbar. Die kleine schmucklose Höhle besteht aus einer durchgehenden Galerie. Die Länge beträgt ca. 30 m. Dennoch stellt die Höhle für den Tageausflügler eine weitere Sehenswürdigkeit dar.

Inmitten

 ... der riesigen Grotte befindet sich ein traumhafter Lagerplatz und auch eine Bank lädt ein zum Verweilen. 

Blick von der Grotte

 ... Sura Haiducilor über die Cheile Oltetului hinweg.

Auf dem Rückweg, bis hinauf zum Plateau bei der Wiese, folgt ein Weg auf dem Plateau weiter geradeaus. Schließlich führt ein schmaler Pfad zu einem weiteren großen Steinkreuz ...

Crucea lui Ursache B. F.

 Ich habe keine Ahnung, warum auch dieses Kreuz nach "Ursache" benannt wurde und was hier die angefügten Buchstaben "B. F." bedeuten??? 

Blick vom Steinkreuz

 ...  in nördlicher Richtung. Die Aussicht über die Cheile Oltetului hinweg, reicht bei guter Wetterlage bis hinauf zum Bergkamm der Muntii Parang. Hier im Bild schlecht zu sehen, aber links im Bild bei der obersten Felszacke sieht man einen dunklen Punkt im weißen Fels. Es ist das Felsenfenster der Sura Haiducilor. 
...

Schnappschuss

 ... mit dem Teleobjektiv auf die riesige Grotte der Sura Haiducilor. 

Transalpina

 Aus nördlicher Richtung  von Obarsia Lotrului kommend,  erfolgt die Anfahrt  (67 C) hinauf auf die Höhen der Muntii Parang. Die höchste Bergstraße Rumäniens erreicht beim Pasul Urdele  2228 m.  Dann erfolgt die Abfahrt in die Kleine Walachei bis hinunter in die beginnende Vorgebirgsregion  zur Comuna Novaci. Zuvor aber passiert  der  Reisende den skurrilen Wintersportort Ranca. Aus Transsilvanien kommend, beginnt die -67C- ab der Stadt Sebes. Nach einigen Kilometern verlässt man die Ebene und taucht ein in eine wirklich malerische Landschaft. Dabei verläuft die Bergstraße zunächst in tiefen felsigen Waldtälern zwischen den Muntii Sureanu und den Muntii Cindrel. Ab dem Lacul Oasa hinauf nach Obarsia Lotrului führt die Straße zunächst über den Pasul Tartarau (1678 m) hinweg. Hier befindet sich westlich davon das Bergland der Muntii Sureanu und östlich beginnen die Muntii Lotrului. Obarsia Lotrului ist dann ein Kreuzungspunkt von vier Bergstraßen in Richtung: Sebes, Petrila - Petrosani, Novaci, Brezoi (Lotru-Tal). Alle Richtungen sind äußerst aufregend und bieten viele Sehenswürdigkeiten. Allerdings nehmen nur wenige der "Turbo-Asphaltisten" Kenntnis von den vielen Sehenswürdigkeiten. Ihr einziges Ziel ist die Transalpina selbst. :-) !

https://transalpina.biz/ 
 


Blick von Belvedere Ranca

 ... auf den sich lang hinziehenden Ort Ranca.  Vom unteren Ort (ca. 1550 m) fährt man über 6,5  km bis hinauf zum oberen Ortsteil (ca. 1730 m). Im Hintergrund verlaufen die hohen Bergkämme der Muntii Parang. Die Transalpina ist natürlich während der Winterzeit gesperrt. Im Jahr 2025 wurde die Straße am 20 Oktober gesperrt. Über die Öffnungszeiten im Frühjahr kann man sich über den oben angeführten Link erkunden. 

Noch nie

 ... habe ich die Transalpina nach einer Überfahrung an einen Tag hinter mir gelassen. Entweder schlug ich das Zeltlager auf den hier abzweigenden Höhen der Muntii Latorita auf, oder aber neben der Passstraße selbst, bzw. oberhalb der Comuna Novaci. Im Bild zu sehen: schönes Zeltlager auf ca. 1150 Meter, mit Panoramablick über Novaci und die beginnende Tiefebene der Kleinen Walachei. Am frühen Morgen wird man hier von "tiefenentspannten" Kühen begrüßt, die leidenschaftlich gerne am Frühstückstisch Platz nehmen möchten ...
:-)

Novaci

Das imposanteste Bauwerk der Comuna Novaci ist die auf einer Anhöhe gelegene Biserica Sf. Ioan Botezatorul ...

Die Stadt Novaci, im Jahr 1502 erstmalig in einer Urkunde des Fürsten Radu cel Mare erwähnt, besteht aus einem zusammengewachsenen Verbund mehrerer Hirtendörfer. Die Viehzucht war hier traditionell seit eh und je vorherrschend.  Im Jahr 1847 findet Plaiul Novaci Erwähnung als bedeutende Zollstation. Man kann erahnen, dass die heutige Transalpina kein neuer Verbindungsweg zwischen Transsilvanien und der Walachei / Oltenien ist. Zu allen Zeiten der türkischen Invasoren war diese Route ein bedeutendes Einfallstor nach Transsilvanien (Siebenbürgen). 

Im Innern

 ... der Biserica Sfantul Ioan Botezatorul. Die Kirche wurde im Jahr 1936 auf einer Anhöhe im Stadtzentrum erbaut.

Das Stadtrecht erhielt Novaci erst im Jahr 1968 nach dem Zusammenschluss von Novaci Romani und Novaci Ungureni. Die Zusatzbezeichnung "Ungureni" bedeutet nicht, dass sich hier Ungarn niedergelassen haben, sondern es bezieht sich auf Rumänen aus Ungarn (Transsilvanien). In der Zeit zwischen 1386-1418 herrschten starke Repressionen gegen die rumänische Landbevölkerung in Transsilvanien. Viele Hirten (vorrangig aus der Marginimea Sibiului) zogen mit ihren Familien und ihren Schafherden daraufhin in die Walachei. Im Jahr 2002 zählte die Stadt 6105 Einwohner. Die Menschen arbeiten hier in der Holzwirtschaft, der Milchwirtchaft, dem Tourismus und nach wie vor auch von der Viehhaltung (Schafzucht).
Heute ist Novaci für den Reisenden ein gutes Versorgungszentrum für jedweden Bedarf ...

Mos Novac - ein Denkmal im Zentrum der Stadt

[8] "... In der Folklore in Oltenien, der Kleinen Walachei, bedeutet novac, so etwas wie Riese. Es besteht ein Zusammenhang zwischen diesem Begriff und einer historischen Persönlichkeit namens 'Baba Novac' (babá = türk. Alter, Vater), der ursprünglich in türkischen Diensten stand, 1595 ins Heer des walachischen Fürsten Michael des Tapferen überwechselte ..."
Im Jahr 1600 finden wir schriftlich erwähnt [9]: "... ist ein furnember Man, Namens Baba Novac, so ein bedrumbter Freybeutler ist und grossen Zulauff in den Freybeutern hatt und berait 4.000 derselben zusammen richten, und disse Wayda begeren und bald zu ihme khumen: dessen sich Wayda (Fürst Michael) sehr erfreuen thut; ..." ... Und wir können uns sicher sein, dass einige der Freibeuter (Haiducken) einst ihr sicheres Versteck in der "Sura Haiducilor" bezogen. 

Cofeteria Anca

 Strada Parangului, Nr. 105, Novaci ... Es sei mir gegönnt, als leidenschaftlicher Tortenesser, diesen wichtigen Ort im Zentrum von Novaci zu benennen! ... Aber beschäftigen wir uns an dieser Stelle noch ein wenig mit dem Namensgeber der Stadt Novaci. Nachdem Fürst Michael seinen Feldzug über Siebenbürgen geführt hatte, wendeten sich die dortigen sächsichen und ungarischen Magnaten gegen den Fürsten. Csáky, damaliger Feldherr der Siebenbürger, bot Baba Novac im Oktober 1600 an, sich mit seinem Heer und sonstigen Haiducken auf die ihrige Seite zu schlagen. [10] Auch die Auslieferung des Fürsten, tot oder lebendig, sollte entsprechend belohnt werden. Baba Novac wurde ein Dorf und zugehörige Ländereien versprochen. Durch bestimmte Umstände gelangten aber die wichtigsten Schriftstücke nicht mehr in die Hände der entsprechenden Akteure. ... Und so endet später die Geschichte des Baba Novac auf tragische Weise [11]: "... wurde am 3. Februar 1601 Sigmund zum Fürsten von Siebenbürgen gewählt. Einige Magnaten, welche dagegen gesprochen und auf den dem Kaiser geschworenen Eid hingewiesen hatten, unter ihnen Kaspar Kornis, wurden wegen ihrer früheren Verbindung mit Michael gefangen gesetzt, zwei siebenbürgische Hauptleute desselben gefoltert, dessen Truppenführer Baba Novak wegen eines Briefes an den Pascha von Temesvár gespießt und verbrannt, ... Am 27. März bestieg Sigmund Báthory, den man aus der Moldau herbeiführte, zum drittenmale den Fürstenstuhl. ..."

 

Biserica de lemn "Sfintii Ingeri"

Die kleine Holzkirche im Ortsteil Novaci-Romani wurde im Jahr 1740 erbaut. Als Stifter und Erbauer erscheint auch hier wieder der Name des zu jener Zeit in Novaci fungierenden Schatzmeisters Ursache. Das Innengewölbe des Naos ist schmucklos. Einzigst die Ikonostase ist mit einer Malerei versehen. Die Holzkirche ist in der Liste historischer Denkmäler unter der Registernummer GJ-II-mB-09338 erfasst. Hram: Sf. M. Mc. Dimitrie.

Völlige Abgeschiedenheit

... ist in der Cheile Gilortului garantiert. Die Schlucht hat eher wenige felsige Abschnitte aufzuweisen. Sie beginnt unmittelbar bei den letzten Häusern von Romani, einem nördlichen Stadtteil von Novaci. Gleich zu Beginn der Schlucht befindet sich ein kleines Stauwehr, bei dem wohl auch ein Teil des Wassers zur Trink- und Brauchwasserversorgung von Novaci abgezweigt wird. Hinter der Schlucht zweigt nach ca. 3-4 km ein Tal nach rechts ab (siehe Bild). Hier hat ein Hochwasser die Forstwege weitgehend zerstört und es macht Freude, durch das flache Flussbett zu waten und dabei nach schönen Steinen Ausschau zu halten. Also einfach mal die Seele baumeln lassen!

:-)


Manastirea Icoana

 Das Nonnenkloster befindet sich ca. 8 km westlich von Novaci gelegen, in dem Dorf Carpinis (Comuna Crasna). Der Bau des Klosters begann im Jahr 1997 und im weiteren Verlauf wurde die kleine Holzkirche errichtet. 2008 begann man mit dem Bau der großen Steinkirche, deren Arbeiten 2014 beendet wurden.
Hram:   Sfinti Martiri Brancoveni  (16. August)

Schitul Crasna

Etwa 12 km westlich von Novaci befindet sich das "Schitul Crasna". Das Kloster stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die abgeschiedene Lage des Klosters befindet sich an den südwestlichen Ausläufern der Muntii Parang in der Gemeinde Crasna. Heute wird das Kloster von 8 Mönchen und Priestern betreut. Die gesamte Klosteranlage wurde nach 1990 umfassend renoviert. Im östlichen Bereich des Klosters wurde ein neues Gebäude errichtet, in welchem Mönchzellen, der Speisesaal und eine Bibliothek untergebracht sind.


Die Kirche

 ... von Manastirea Crasna wurde Ende des 15. Jahrhunderts von Dumitru Filisanu, Dobromir und Stanca (der Gemahlin des Fürsten Mihai Viteazul) gestiftet. Im Jahr 1637 war das Bauwerk dann vollendet. Vor dem Bau der Steinkirche befand sich hier eine Holzkirche. Die Innenbemalung der neuen Kirche stammt teils aus den Jahren 1756-1757, sowie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Erste Renovierungsarbeiten erfolgte in den Jahren 1936 - 1938.

In alten Dokumenten findet übrigens ein Herr Stanciu aus Crasna Erwähnung, welcher im Jahr 1520 zusammen mit anderen Bojaren von Fürst Neagoe Basarab entsandt wurde, um die Grenze zwischen Oltenien und Siebenbürgen festzulegen. 


Literaturquellen:


[1] ... The land between Olt and Jiu / Gheorghe Sporis / CLUSIUM / 2000 / ISBN 973-555-267-1

[2] ... Geschichte des transalpinischen Daciens ... / von Franz Joseph Sulzer, ehemaligem k.k. Hauptmann und Auditor / WJER, bey Rudolph Gräffer / 1781

[3] ... Globus / XV. Band / Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde ... herausgegeben von Karl Andree / Fünfzehnter Band / Braunschweig / Druck und Verlag von Friedrich Viehweg und Sohn / 1869 / Skizzen aus der kleinen Walachei

[4] ... Marele Dictionar Geografic al Romaniei / Volumul L / Bucuresti / STAB. GRAFIC J.V. SOCECU, / 1898

[5] ... Constantin Caslaru / PLOVRAGI povestea veacurilor  ISTORIE SI LEGENDA ... 575 ani de la prima atestare documentara / Editura Agora, 2018 / ISBN 978-973-8046-50-4

[6][6] ... ACADEMIA ROMANA / INSTITUTUL DE CERCETARI SOCIO-UMANE DIN CRAIOVA / C.S. Nicolaescu-Plopsor / 2023 / CETATEA DE SCAUN / ISBN e-book pdf 978-606-537-712-7 (unter Google Play einsehbar)

[7] ... Verhandlungen der kaiserlich-königlichen GEOLOGISCHEN RTEICHSANSTALT / Jahrgang 1896 / Wien 1896

[8] ...  Europäische Sagen und Sagen aus Rumänien ... / Will-Erich Pewuckert / 1982

[9] ...  Acte si Fragmente . Cu privire la . Istoria Rominilor / Neculai Iorga / Bucuresti / Imprimeria Statului / 1895

[10] ... Fragmente zur Geschichte der Rumänen ... von Hudoxius Freiherrn von Hurmuzahi / Dritter Band / Bucuresti ... 1884

[11] ... Geschichte der europäischen Staaten / Geschichte Österreichs von Alfons Huber / Vierter Band / Gotha 1892



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